Produktinformation
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Mythisch überhöht wie die Alptraumgestalt in "Incubus" oder bizarr verkleinert auf Kasperlefiguren ("Punch & Judy") schafft der Sänger und kreative Kopf Fish mit seiner Band ein Panoptikum der Skurrilitäten und Absonderlichkeiten. Und doch ist Fugazi keine Freakshow sondern großer Zirkus mit Anspruch. In der Manege: Der klassische Narr, der tragische Held! Kraftvoll und schöpferisch wie Prometheus erbauen Marillon Klangwelten und Traumlandschaften. So schufen sie mit Script For A Jesters Tear und Fugazi ein Opus, das nicht nur Akzente setzt, sondern einer ganzen Musikrichtung, dem Prog-Rock, neues Leben einhaucht. Das ist beseelt, visionär und ingeniös. --Dirk Ruschepaul
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Danach eine unwahrscheinlich kräftige Qualitätssteigerung auf "Script for a Jesters Tear" (1983), ein brilliantes Album, welches heute als das "eigentliche" erste Marillion-Album gehandelt wird. Eine Schwäche wäre hier lediglich noch in schlechtem Drumming anzumerken.
Auf DIESEM Album ist Marillion auf dem absoluten Höhepunkt des künstlerischen Schaffens angekommen, für mich ohne jeden Zweifel!
Wenn ich es könnte, würde ich hierfür locker auch 7 Sterne vergeben!
Vergleicht man die Musik, die Marillion heute macht, mit diesem Album, merkt man schnell, dass da Lichtjahre der künstlerischen Inspiration und Audruckskraft dazwischen liegen. Nicht mal das Flaggschiff der Nach-Fish-Ära "Brave" (1994) kann hier mithalten und den Hype um "Marbles" (2004) kann ich absolut nicht nachvollziehen.
Nun ja, zum Wesentlichen: Was wird uns hier geboten und warum finde ich dieses Album so überweltigend?
1. Fishs barock-verschnörkelte Lyrik geht auch ohne Musik locker
als feinste Dichtkunst durch; die Texte sind voller Metaphern,
Sarkasmen, man hat das Gefühl, dass hier auf mehreren Ebenen
erzählt wird; man kann den/die Hörer/in nur beschwören, sich
damit bewusst auseinander zusetzen; Für mich als
"Nicht-Native-Speaker" war/ist es aber leider teilweise ungemein
Schwer, die "wahre" Bedeutung zu erfahren;
2. Fishs Gesang findet hier seinen Höhepunkt (den er noch
bis "Clutching at Straws", 1987 halten kann); Nicht nur die
Technik (er schafft auch die höchsten Höhen), sondern - vor
allem - die Ausdruckskraft, die es schaft, dem teils
bodenlosen Pathos Gestalt zu verleihen, ist es, die hier
einfach beeindruckt!
3. Dies wird PERFEKT durch die Musik ergänzt, getragen,
akzentuiert; Tonalitätenwechsel, Rhythmuswechsel,
stimmungsvolle Keyboard- und Gitarrensoli, athmosphärische
Klangteppiche, verschiedene, ineinandergreifende
Melodiebögen der einzelnen Instrumente, um nur ein paar
technische Details zu nennen, einfach ALLES was das Herz
(eines Proggies) begehrt; für "Einsteiger" (und/oder Nicht-
Proggies) aber nur sehr bedingt zu empfehlen. Auf jeden Fall
ist VIEL bewusses Hören (und Lesen) ratsam, damit sich dieses
Werk voll entfalten kann!
4. Im Ian Mosley hat man endlich einen Drummer gefunden, der es
vermag, für diese komplexe Musik die Zügel in der
Rhythmussektion suverän zu übernehmen! Seine Zusammenarbeit
mit dem brillianten Bassisten Trawavas ist ein Markenzeichen
von Marillion.
5. Last but not least: Dieses Album transportiert auch die
nötige Prise musikalischer Aggression - man möchte jetzt
nicht mehr nur heulen oder schmunzeln, sondern auch mal die
Faust ballen oder gar abrocken!
Der EINZIGE erwähnenswerte Schwachpunkt ist der schlechte Sound, die schlechte Produktion. Klang es bei "Script..." noch teils matt und düster, so ist es hier blechern und klirrend. Ginge es hier darum, einen tadellosen Ritter zu beschreiben, würde ich sagen, die Produktion ist hier der Kratzer auf seiner glänzenden Rüstung! Da hilft nur: Höhen raus, Bässe rein.
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