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Fucking Germany: Das letzte Tabu oder mein Leben als Escort Taschenbuch – 1. April 2011

25 Kundenrezensionen

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 2 (1. April 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492264158
  • ISBN-13: 978-3492264150
  • Größe und/oder Gewicht: 12 x 2,2 x 19 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (25 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 308.947 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

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Cem ist ein Escort. Ein Profi. Einer, den man „für gewisse Stunden“ buchen kann, ein männlicher „Sexarbeiter“, der in keine Schublade passt und der sich offen in Internet und Buch anbietet, präsentiert und vorstellt. Zunächst einmal: Anerkennung und Kompliment für soviel Mut!

100 Euro nimmt der 30 Jährige pro Stunde, für Sex „mit einem Mann. Einem richtigen Mann. Einem, der weiß, wo es langgeht, und der sich einfach nimmt, was er will.“ Seit er 17 ist, verdient Cem, der eine türkische Mutter und einen deutschen Vater hat, sich mehr oder weniger durch Escort-Arbeit seinen Lebensunterhalt. „Meine Spezialität ist Erniedrigung.“ Sex macht ihm Spaß, „nicht Angst...Sex ist für mich keine Sünde oder etwas Unanständiges, sondern etwas verdammt Schönes.“ Über die Kolleginnen rede man viel und immer wieder, wenn eine Domenica aus Hamburg sterbe, sei das eine Meldung, die durch die Presse gehe, aber wer kenne schon die andere Seite? Die männlichen Sexarbeitern, irgendwo in einer Grauzone, die höchstens Schlagzeilen machten als „gefährliche Virenschleudern“, die die ‚heilige deutsche Kleinfamilie bedrohen’. Da ist Vieles, was vor lauter Ehrlichkeit und schamloser Offenheit erst einmal sprachlos macht, zum Nachdenken zwingt, nach persönlicher Offenheit und Bereitschaft verlangt, schließlich: das liest man - zugegeben - nicht jeden Tag.

Aber: Es sind nicht die sehr freizügigen Berichte über jene Männer, die den „Berliner Jungen“ mit ganz normaler Kindheit, Freundeskreis und Sozialleben buchen. All jene Spielarten der Sexualität, die hier einen breiten, vielleicht auch zu breiten Raum finden, sie können nicht mehr oder weniger reißerisch sein, wie jene Welt, die via Internet oder multimedialem Angebot ohnehin seit langem präsent ist. Aber die Schilderung seines Lebens, seines Werdeganges, seiner ganz eigenen privat-persönlichen Seite, die ist in der Tat lesenswert und bei aller anfänglicher Fremdheit, die man empfinden mag, da erzählt jemand absolut authentisch, tut dies zudem anschaulich und lebendig, und sieht im Schreiben sicher auch eine eigene Standortbestimmung. Oft könne er alles nicht mehr aushalten, gesteht er, verstehe nicht und kritisiert, dass „unsereins“ in der Schmuddelecke oder Grauzone bleibe. „Ich finde, dass die Kunden, die Freier, viel pathologischer drauf sind als ich in meinen dunkelsten Stunden nach dreitägigem Exzess ohne Schlaf.“ Aber von den Freiern sei nie die Rede.

Geld, Drogen, Sex, ein hartes, ein oft schmutziges Geschäft, was Cem in seinen Schilderungen gut gelingt ist die überaus große Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit darzustellen, die zwischen Terminen in Hotels, oder bei Harzt IV-Empfängern zuhause herrscht. Das macht man Jahre, sieht es als Job wie jeden anderen, aber das Buch ist für Cem Yildiz auch eine Art Bilanz: „Jetzt ist es an der Zeit, ein weiteres Kapitel zu beenden. Sie halten es in Händen. Hoffnung und Zuversicht, auch sie zählen zu den Grundgefühlen des Lebens.“ Eine fremdartige aber sympathische Begegnung. -- Barbara Wegmann

-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Garantiert politisch unkorrekt, aber absolut lesenswert.«, Wilhelmshavener Zeitung, 04.06.2010

»›Fucking Germany‹ ist ein besonderer – wenngleich vielleicht für viele Menschen auch ungewöhnlicher – Beitrag zur Aufklärung.«, Junge Welt, 02.02.2010

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von NJustice am 20. November 2009
Format: Taschenbuch
Der türkisch-deutsche Escort aus Berlin bezeichnet sich zwar als bisexuell, doch geschildert wird nur sein Leben als Mann für gewisse Stunden für andere Männer. Sein Bericht ist schonungslos nüchtern, fast abgestumpft. Doch zwischen dem geschäftlichen Aspekt und der Fähigkeit, für Geld sexuelle Wünsche zu erfüllen, kommt immer wieder auch die Sensibilität für die Kunden/Freier und deren Sehnsüchte auf. Leider wird der eigene Drogenkonsum des Escorts völlig unreflektiert als selbstverständlich dargestellt. Der Leser taucht letztlich in eine völlig fremde Welt der käuflichen Liebe ab, erfährt viel über ungewöhnliche Leidenschaften und freut sich nach der Lektüre auf den liebevollen Partner, der nach den zärtlichen Stunden keinen Geldschein erwartet.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von CrazyWriter am 14. Juni 2011
Format: Taschenbuch
Cem ist 30, halb Türke und Escort, was bedeutet, dass man ihn für gewisse Stunden buchen kann. In diesem Roman erzählt er uns seine Geschichte, wie er in diese Szene kam, was er erlebt hat und wie er von seinen Kunden denkt.

Als Einleitung erfährt der Leser einige Dinge, welche Escort und Stricher voneinander unterscheiden. Cem steht nicht auf dem Straßenstrich und wirft sich Männern oder Frauen um den Hals, sondern er präsentiert sich auf Internetseiten und früher in Clubs mit seiner Handynummer, um immer überall erreichbar zu sein. Die meisten seiner Kunden sind Männer, schwul, bi und hetero, meistens versteckt schwul, mit Ehefrau und Kinder, das "typische" Klischee eben.

Seine Abenteuer und Erlebnisse sind erschreckend und realistisch zu gleich. Cems Schreibstil ist direkt und offen, er nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht alles an und aus, was er erlebt hat.
Natürlich geht es hier in erster Linie um Sex und meistens um welchen, der nicht dem Alltäglichen öffentlich bekannten entspricht. Oftmals war ich doch leicht geschockt, obwohl mich kaum etwas wirklich überrascht hat. Details bleiben hier außen vor, die Dinge werden zwar beim Namen genannt, allerdings nicht zu genau beschrieben.
Die Kapitel sind demnach auch recht kurz, was das Lesen sehr angenehm machte. Jedes Kapitel beinhaltet auch ein anderes Thema bzw. Erlebnis und springt mit sehr provokativen Überschriften ins Auge, wie z.B. "F*ck mit Migrationshintergrund", "F*cken 2.0" oder "Mal unter uns Nutten".
Man kann natürlich darüber streiten, ob diese Art von Titeln passend und gut sind, oder eher niveaulos und schlecht.
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Daggi TOP 1000 REZENSENT am 11. September 2009
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Cem wohnt in einer kleinen Zweizimmerwohnung in Berlin und lebt so, wie man als junger Kreativer in Berlin eben so lebt. Sex ist sein Beruf - er ist ein Sexarbeiter oder "Escort". In der öffentlichen Wahrnehmung gibt es solche Männer nicht. Doch es gibt mehr davon, als der Normalbürger denkt.

Sehr offen und unverblümt berichtet Cem, der sich als Machotürke verkauft, von seinen Erfahrungen. In dem Buch habe ich Sachen gelesen, von denen ich bisher noch nie etwas gehört hatte. Cem ist ein Mann, der weiß, wo es lang geht, ein richtiger Mann, einer der sich nimmt, was er will - zumindest gibt er sich diesen Anschein. Er hat Konditor gelernt, die Ausbildung aber abgebrochen. Seine Mutter ist Türkin, sein Vater war Personenschützer beim BKA. Cem war noch nie in der Türkei, macht aber auf Türke. Dass er nicht Türkisch kann, weiß er dann auch schon mal zu überspielen.

Cems Spezialität ist die Erniedrigung; die ICH-BIN-EIN-NICHTS-UND-WILL-GEDEMÜTIGT-SEIN-PHANTASIE - sein Hauptklientel sind Männer. Es hat mich weiß Gott erstaunt, welche Wünsche an den professionellen Escort herangetragen werden: Natursekt trinken, Vergewaltigung, Haus abfackeln, Fisting-Nummer, Peitschen um nur einige zu nennen. Sexuelle Phantasien, die ausgelebt werden wollen. Es gibt glücklicherweise Dinge, die Cem nicht tut. Dinge, über die nicht gesprochen wird.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von D. Model TOP 1000 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 24. Oktober 2011
Format: Taschenbuch
--- Inhalt & Kritik ---

In seiner Autobiografie F*CKING GERMANY erzählt Cem Yildiz seine Lebensgeschichte. Der 30jährige ist seit rund 13 Jahren Escort und hat in seinem Job schon so ziemlich alles erlebt. Was eigentlich ein Escort ist, wissen viele Menschen gar nicht. Darüber klärt er erst einmal eingehend auf und lässt so manche Seifenblasenvorstellungen eines "American Gigolo" platzen, wobei der Escort aber gleichzeitig betont, dass er kein Stricher ist. Cem schafft nicht auf der Straße an, sondern erhält Anfragen im Internet, die er nicht unbedingt annehmen muss. Er ist quasi seine eigene Ich-AG ohne zwischengeschalteten Mittelsmann und genießt Unabhängigkeit, die er sich von Anfang an aus freien Stücken aufbauen konnte.
Den sexuellen Phantasien seiner Kunden, vorrangig Männer mit Familie im mittleren Alter, sind übrigens keinerlei Grenzen gesetzt. Da sind sie beim autoritären Cem, Typ "Türkenproll", an der richtigen Adresse. Er weiß, "wo's langgeht", wie er es selbst so schön mit einem leicht amüsanten Unterton formuliert. Ein Beispiel für seine humorvollen Spitzen: In einem Kapitel äußert sich der Autor zum Magerwahn unter weiblichen Models. Seiner Meinung nach seien die meisten Designer schwul, missgönnen den Frauen ihr Geschlecht und versuchen aus ihnen kleine, abgemagerte Knaben zu machen um ihnen die Weiblichkeit zu nehmen. Das kann man natürlich nicht ernst nehmen, seine Ansicht ist aber sehr erfrischend und - wie die gesamte Biografie - herrlich unkonventionell. Mit fortschreitender Seitenanzahl merkt man, dass eigentlich recht wenig aus "der Szene" in den Mainstream gewandert ist, vieles immer noch totgeschwiegen wird.
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