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Fuchsjagd: Roman
 
 
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Fuchsjagd: Roman [Gebundene Ausgabe]

Minette Walters , Mechtild Sandberg-Ciletti
3.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (65 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Geheimnisse, Getratsche und mysteriöse alte englische Gesetze: Verschiedene Handlungsstränge kombiniert die Meisterin des fesselnden Unterhaltungsromans zu einer packenden Story. Ein kleines Dorf, ein reicher Gutsbesitzer, dessen Frau offenbar ermordet wurde, und eine Handvoll Menschen, die etwas ganz anderes sagen, als sie denken...

Fast so etwas wie ein Jubiläumsroman ist es: Minette Walters zehnter Roman. Diese Frau, ausgezeichnet mit vielen internationalen Preisen, verblüfft immer wieder: Ihre Erzählweise ist so ruhig, stetig, gleichmäßig, überhaupt nicht nervös oder springend. Aber das alles nur an der Oberfläche: Im Inneren, zwischen den Zeilen, hinter jedem Wort, da brodelt, lauert und gärt es. Walters Stil entspricht dabei ganz der anfänglichen Handlung: Zaghaft, manchmal nur in Nebensätzen oder im letzten Absatz eines Kapitels offenbart sich, was hinter einer angeblich heilen Welt irgendwo draußen auf dem Land im englischen Dorset vor sich geht.

Schon in vorangegangenen Romanen hat Minette Walters ihr Talent bewiesen, nicht nur eine auffällig flotte Hand für den einen oder anderen Mord zu haben, meisterhaft bettet sie ihre Handlung ins soziale Milieu ein. Details und Hintergründe des Lebensumfeldes ihrer Akteure sind ihr genauso ein Anliegen wie der ausgeklügelte Mordfall.

Da treffen Tierschützer auf passionierte Jagdfreunde, Reiche auf Sozialhilfeempfänger, Landbesetzer auf Widerständler und immer ist es dieselbe Frage: "... seit wann ist Macht auch im Recht?". So wird der Titel des Buches zum Teekesselchen, Fuchsjagd, doppeldeutig, und mit wahrer Fabulierfreude bewegt sich Minette Walters zwischen den Ebenen. Eine erstklassige Geschichte mit 32 Kapiteln, die über 480 Seiten die Zeit vergessen lassen. --Barbara Wegmann

Pressestimmen

"Minette Walters lotet die dunkelsten Winkel des menschlichen Herzens aus. Dabei versteht sie es auf unvergleichliche Weise den Leser zu packen mit dem Unheil und dem Grauen, das sie heraufbeschwört. 'Fuchsjagd' hat eine meisterhaft geführte Handlung und sehr lebendige Figuren - und wirft ein beunruhigendes Licht auf die Schattenseite der menschlichen Seele." (Daily Mail )

"Was alle Romane von Minette Walters auszeichnet, ist das mitreißende Tempo. Und es ist die unglaubliche Spannung, die die Autorin erzeugt. 'Fuchsjagd' macht da keine Ausnahme." (The Observer )

"… Seite um Seite spannt die Autorin den Spannungsbogen ein wenig stärker. … Wieder einmal zeigt Minette Walters, dass das Böse mitten unter uns lauert, und das erzählt sie in bewährter Opulenz. …" (Kölner Stadt-Anzeiger vom 29./30.11.2003 )

Kölner Stadt-Anzeiger vom 29./30.11.2003

"… Seite um Seite spannt die Autorin den Spannungsbogen ein wenig stärker. … Wieder einmal zeigt Minette Walters, dass das Böse mitten unter uns lauert, und das erzählt sie in bewährter Opulenz. …" Kölner Stadt-Anzeiger vom 29./30.11.2003

Kurzbeschreibung

Shenstead, ein kleines Dorf in England unweit der malerischen Küste von Dorset: Hier residiert der alte Colonel James Lockyer-Fox gemeinsam mit seiner Frau Ailsa in einem stattlichen Herrenhaus, das seit Generationen im Besitz der angesehenen Familie ist. An einem kalten Wintermorgen wird die ländliche Idylle jedoch jäh erschüttert - denn James entdeckt Ailsa tot auf der Terrasse ihres Anwesens. Sie ist nur mit einem Nachthemd bekleidet, und in ihrer unmittelbaren Nähe finden sich Blutspuren auf dem Boden. Von diesem Tag an kommen die bösen Zungen nicht zur Ruhe, die den Colonel des Mordes an seiner Frau bezichtigen. Doch James Lockyer-Fox schweigt beharrlich - keinen einzigen Versuch unternimmt er, dem Spuk ein Ende zu bereiten. Hat er doch etwas zu verbergen?

Als Mark Ankerton, Anwalt und Freund der Familie, nach Dorset reist, um James Lockyer-Fox zur Seite zu stehen, stellt er bald fest, dass sich hinter der pittoresken Fassade von Shenstead ein wahrer Hexenkessel verbirgt ...


Klappentext

"Mit 'Fuchsjagd' erweist sich Minette Walters auf dem Gipfel ihres Könnens!"
The Times

"Minette Walters lotet die dunkelsten Winkel des menschlichen Herzens aus. Dabei versteht sie es auf unvergleichliche Weise den Leser zu packen mit dem Unheil und dem Grauen, das sie heraufbeschwört. 'Fuchsjagd' hat eine meisterhaft geführte Handlung und sehr lebendige Figuren - und wirft ein beunruhigendes Licht auf die Schattenseite der menschlichen Seele."
Daily Mail

"Was alle Romane von Minette Walters auszeichnet, ist das mitreißende Tempo. Und es ist die unglaubliche Spannung, die die Autorin erzeugt. 'Fuchsjagd' macht da keine Ausnahme."
The Observer

Über den Autor

Minette Walters arbeitete lange als Redakteurin in London, bevor sie Schriftstellerin wurde. Seit ihrem Debüt "Im Eishaus", das 1994 auf Deutsch veröffentlicht wurde, zählt sie zu den Lieblingsautoren von Millionen Leserinnen und Lesern in aller Welt. Alle ihre bisher erschienenen Romane wurden mit wichtigen internationalen Preisen ausgezeichnet und in über dreißig Länder verkauft. Minette Walters lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Dorset, England. Für ihren Roman "Chickenfeed" wurde sie mit dem "Quick Reads Award" ausgezeichnet.

Auszug aus Fuchsjagd von Minette Walters, Mechtild Sandberg-Ciletti. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Juni 2001

Lautlos schlich der Fuchs durch die Nacht, auf der Suche nach Futter. Nur die weiße Schwanzspitze, die hin und wieder in der Dunkelheit aufblitzte, verriet ihn. Mit bebenden Nüstern nahm er die Witterung eines Dachses auf und schlug einen Bogen um das Stück des Weges, wo dieser seine Reviermarke gesetzt hatte. Er war ein scheues, kluges Tier, und so vermied er es wohlweislich, einem gefräßigen, angriffslustigen Gegner in die Quere zu kommen, dessen Maul voll todbringender Zähne stak.
Der Duft brennenden Tabaks mahnte ihn nicht zu solcher Zurückhaltung. Er verhieß vielmehr Brot und Milch zur eigenen Stärkung und versprach ein wenig gebratenes Huhn für seine Fähe und ihre Jungen - eine leichtere Beute als die mühsam erjagten Wühl- und Feldmäuse, für die man sich die ganze Nacht um die Ohren schlagen musste. Doch da sein Misstrauen niemals ganz schwand, blieb er zunächst einige Minuten reglos stehen, um lauschend und spähend zu prüfen, ob sich irgendwo etwas Ungewöhnliches rührte. Da war nichts. Der Raucher, wer immer er sein mochte, war so still und leise wie er. Arglos näherte er sich endlich dem vertrauten Geruch, er wusste ja nicht, dass der Qualm von einer selbst gedrehten Zigarette aufstieg und nicht aus der Pfeife, die er kannte.
Die Falle, ein unerlaubt aufgestelltes Gerät mit scharfen Metallzähnen, schnappte mit der Unerbittlichkeit eines mächtigen Dachsgebisses zu. Sie riss das Fleisch seines zarten Vorderlaufs in Fetzen und brach den Knochen. Laut jaulend vor Schmerz und Zorn schlug der Fuchs in die Leere der Nacht auf der Suche nach dem vermeintlichen Gegner. All der ihm nachgesagten Schlauheit zum Trotz hatte er nicht erkannt, dass die Gestalt, die reglos an einem Baum lehnte, keine Ähnlichkeit mit dem geduldigen alten Mann hatte, der ihn regelmäßig zu füttern pflegte. Sein verzweifeltes Geheul machte den Wald schlagartig lebendig. Vögel flatterten auf, nächtliche Nager huschten ins nächste Versteck. Ein anderer Fuchs - vielleicht seine Füchsin - schlug von jenseits der Wiese bellend Alarm. Als die Gestalt sich herumdrehte und einen Hammer aus der Jackentasche zog, bemerkte der Fuchs die von ausrasierten Schneisen durchzogene Haarmähne. Er ahnte wohl, dass er es mit einem Feind zu tun hatte, dem er an Größe und Körperkraft nicht gewachsen war, denn er hörte auf zu klagen und wand sich in wimmernder Unterwürfigkeit auf dem Bauch. Doch der Hammer zertrümmerte ohne Erbarmen seine spitze kleine Schnauze, ehe die Falle geöffnet und ihm mit einem Rasiermesser die Lunte vom noch lebendigen Leib abgetrennt wurde.
Sein Peiniger spie die Zigarette aus und mahlte sie mit dem Absatz seines Schuhs in den Boden, ehe er den Fuchsschwanz einsteckte und das Tier beim Kragen packte. So lautlos wie zuvor der Fuchs glitt er zwischen den Bäumen hindurch bis zum Waldrand, wo er in den Schatten einer Eiche tauchte und stehen blieb. Fünfzehn Meter weiter, auf der anderen Seite des Grenzgrabens, stand der alte Mann auf der Terrasse. Er spähte zu den Bäumen hinüber und richtete in Schulterhöhe eine Flinte auf den unsichtbaren Beobachter. Im Licht der offen stehenden Terrassentür war sein zornentbranntes Gesicht zu sehen. Der alte Mann kannte das Klagen eines leidenden Tieres, er wusste, die plötzliche Stille bedeutete, dass man ihm die Schnauze zertrümmert hatte. Er wusste es aus Erfahrung. Es war nicht das erste Mal, dass ihm der verstümmelte Körper eines Tieres vor die Füße geschleudert wurde.
Den schwarzgekleideten Arm, der ihm den sterbenden Fuchs zuwarf, sah er nicht, aber er gewahrte das weiße Aufleuchten der schlaffen Läufe im Licht. Mit kalter Wut im Herzen zielte er und feuerte aus beiden Rohren in die Dunkelheit.

Dorset Echo, Samstag, 25. August 2001
New-Age-Anhänger fallen massenhaft in Dorset ein

Im welligen Hügelland des Ridgeway in Dorset ist über Nacht die größte illegale Wohnwagensiedlung in der Geschichte der Grafschaft entstanden. Polizeischätzungen zufolge haben sich in dem malerischen Ort Barton Edge mehr als 500 Zigeuner und New-Age-Anhänger in ungefähr 200 Wohnwagen eingefunden, um an diesem verlängerten Wochenende eine große Rave-Party zu veranstalten.
Bella Preston, allein erziehende Mutter aus Essex, ist als eine der Ersten hier eingetroffen. Durch die Scheiben ihres in psychedelischen Farben angemalten Busses blickt man auf die atemberaubend schöne Küste Dorsets, die demnächst zum Weltkulturerbe erklärt werden soll: links auf die majestätischen Kreidefelsen der Ringstead Bay, rechts auf Portland Bill, die schroffe Felsenspitze, und dazwischen erstreckt sich das blendende Blau des Ärmelkanals.»Hier hat man die wundervollste Aussicht in ganz England«, sagt die 35-Jährige, und drückt ihre drei Töchter an sich. »Die Kinder sind begeistert. Wir versuchen, wenn möglich jeden Sommer hier zu verbringen. Die Idee zu diesem Rave ist im Juni aufgekommen, als wir zur Sonnwendfeier in Stonehenge waren. Die Sache hat sich schnell herumgesprochen, aber so viel Zuspruch hatten wir nicht erwartet.«
Die Polizei von Dorset wurde in Alarmbereitschaft versetzt, als gestern Morgen ungewöhnlich viele Wohnwagen und ähnliche Fahrzeuge in die Grafschaft strömten. Um dieser Invasion Einhalt zu gebieten, errichtete man an allen Zufahrtsstraßen nach Barton Edge Verkehrssperren. Die Folge waren Staus von bis zu acht Kilometern Länge. Die Dorfbewohner und Touristen, die in Barton Edge festsaßen, reagierten darauf mit Wut und Empörung. Angesichts der Tatsache, dass die Fahrzeuge der Landfahrer auf den engen Landstraßen des Gebiets unmöglich wenden konnten, wurde beschlossen, die geplante Zusammenkunft schließlich doch zu genehmigen.
Landwirt Will Harris, 58, dessen Felder von den Neuankömmlingen widerrechtlich besetzt wurden, ist verärgert über die Tatenlosigkeit der Polizei und der Gemeindebehörde, denen angeblich die Hände gebunden sind. »Man hat mir erklärt, dass ich mit einer Verhaftung rechnen muss, wenn ich diese Leute provoziere«, berichtet er wutentbrannt. »Sie machen meine Zäune und die Ernte kaputt. Aber beschweren darf ich mich dagegen nicht. Soll das vielleicht Gerechtigkeit sein?«
Sally Macey, 48, die von Seiten der Gemeindebehörde mit den Campern verhandelt, sagte gestern Abend, dass die Leute in aller Form aufgefordert worden seien, das Gelände zu räumen. Sie räumte allerdings ein, dass diese amtlichen Aufforderungen nicht viel brächten. »Diese New-Age-Leute, die ständig von einem Ort zum nächsten ziehen, wissen genau, dass die übliche Räumungsfrist sieben Tage beträgt«, sagt sie. »Meistens fahren sie weg, kurz bevor die Anordnung rechtskräftig wird. Wir können in der Zwischenzeit nichts anderes machen, als sie zu bitten, sich friedlich zu verhalten und ihren Müll unbedingt an den bezeichneten Stellen zu entsorgen.«
Mr. Harris hält nichts von diesen Maßnahmen. Er weist auf die an der Einfahrt zu seinem Hof deponierten Müllsäcke und sagt: »Wenn sich die Füchse über die Säcke hermachen, fliegt der ganze Dreck morgen überall herum. Und wer bezahlt dann das Aufräumen? In Devon hat es einen Bauern 10000 Pfund gekostet, den Dreck wegzuschaffen, und dabei war das Lager dort nur halb so groß wie das hier.«
Bella Preston zeigt Verständnis für ihn. »Wenn ich hier wohnte, würde mir das auch nicht gefallen. Als wir das letzte Mal einen Rave in dieser Größenordnung veranstaltet haben, sind 2000 Jugendliche aus den umliegenden Dörfern dazugestoßen, um mitzumachen. Ich bin sicher, hier wird es genauso werden. Die Musik spielt die ganze Nacht, da wird es ganz schön laut.«
Ein Polizeisprecher bestätigt das. »Wir warnen schon jetzt die Einheimischen, dass die Lärmbelästigung das ganze Wochenende anhalten wird. Leider können wir in solchen Situationen kaum etwas tun. Unsere Hauptaufgabe ist es, Konfrontationen zu vermeiden.« Auch er hielt einen starken Zustrom von Jugendlichen aus Bournemouth und Weymouth für wahrscheinlich. »Ein Openair-Rave, der keinen Eintritt kostet, zieht massenhaft Leute an. Die Polizei wird zur Stelle sein, aber wir rechnen fest mit einem friedlichen Verlauf.«
Mr. Harris ist weniger optimistisch. »Wenn's nicht friedlich bleibt, sitz ich auf meinem Hof mitten in einem Kriegsgebiet«, sagt er. »Es gibt gar nicht genug Polizisten in Dorset, um diese Bande in Schach zu halten. Da müssen sie schon das Militär holen.«

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