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Fast so etwas wie ein Jubiläumsroman ist es: Minette Walters zehnter Roman. Diese Frau, ausgezeichnet mit vielen internationalen Preisen, verblüfft immer wieder: Ihre Erzählweise ist so ruhig, stetig, gleichmäßig, überhaupt nicht nervös oder springend. Aber das alles nur an der Oberfläche: Im Inneren, zwischen den Zeilen, hinter jedem Wort, da brodelt, lauert und gärt es. Walters Stil entspricht dabei ganz der anfänglichen Handlung: Zaghaft, manchmal nur in Nebensätzen oder im letzten Absatz eines Kapitels offenbart sich, was hinter einer angeblich heilen Welt irgendwo draußen auf dem Land im englischen Dorset vor sich geht.
Schon in vorangegangenen Romanen hat Minette Walters ihr Talent bewiesen, nicht nur eine auffällig flotte Hand für den einen oder anderen Mord zu haben, meisterhaft bettet sie ihre Handlung ins soziale Milieu ein. Details und Hintergründe des Lebensumfeldes ihrer Akteure sind ihr genauso ein Anliegen wie der ausgeklügelte Mordfall.
Da treffen Tierschützer auf passionierte Jagdfreunde, Reiche auf Sozialhilfeempfänger, Landbesetzer auf Widerständler und immer ist es dieselbe Frage: "... seit wann ist Macht auch im Recht?". So wird der Titel des Buches zum Teekesselchen, Fuchsjagd, doppeldeutig, und mit wahrer Fabulierfreude bewegt sich Minette Walters zwischen den Ebenen. Eine erstklassige Geschichte mit 32 Kapiteln, die über 480 Seiten die Zeit vergessen lassen. --Barbara Wegmann
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die Dicke von Blut und Wasser,
Von Sabrina (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Fuchsjagd: Roman (Gebundene Ausgabe)
Als vor 28 Jahren die 17jährige Tochter der angesehenen Lockyer-Fox Familie im südenglischen Shenstead schwanger wird, gibt es für die Familie nur einen Ausweg: Das Kind wird zur Adoption freigegeben und die Sache unter den Tisch gekehrt. Jetzt ist ein Anwalt im Namen des alten Colonel Lockyer-Fox unterwegs, um das damals ungewollte Kind aufzuspüren. Doch Nancy Smith, die "verlorene" Enkeltochter, ist gar nicht an ihrer leiblichen Familie interessiert und unbeeindruckt vom wohlklingenden Familiennamen. Erst als sie einen Brief von ihrem Großvater bekommt, in dem er kryptische Andeutungen über den Rest der Familie macht, ist ihre Neugier geweckt. Sie beschließt, dem Familiensitz einen Überraschungsbesuch abzustatten, nicht ahnend, dass sie damit zur Bedrohung für die Pläne eines Emporkömmlings und Ränkeschmiedes wird.Die Geschichte von Nancy und ihrem leiblichen Großvater ist nur eine von vielen in "Fuchsjagd". Außerdem gibt es zum Beispiel noch die Geschichte von Wolfie, einem kleinen Jungen, dessen gewalttätiger Vater mit ihm im Wohnwagen durch Südengland zieht und die Geschichte zweier Ehepaare in der Midlifecrisis, die im dörflichen Shenstead versuchen, die Leere in ihrem Leben und ihren Beziehungen auf höchst fragwürdige Weise zu füllen. "Fuchsjagd" ist nicht so schockierend wie "Schlangenlinien" und nicht so fesselnd wie "Der Nachbar". Die ersten 100 Seiten des Buches sind zwar interessant, wirken aber irgendwie unzusammenhängend, da alle Personen zuerst in ihrer aktuellen Umgebung vorgestellt werden. Mit fortschreitender Seitenzahl wird dann klar, worauf das ganze hinausläuft, die verschiedenen Erzählstränge laufen zusammen und das Buch gewinnt an Spannung bis man es gegen Ende gar nicht mehr aus der Hand legen mag. Einige der Entwicklungen konnte man vorausahnen, bei anderen wiederum lässt man sich gerne in die Irre führen, um am Ende festzustellen, dass doch alles ganz anders war und auch gar nicht anders sein konnte. Bis auf das eher mittelmäßige "Wellenbrecher" und die enttäuschende Novelle "In Flammen", war ich von allen Büchern von Minette Walters bisher begeistert. "Fuchsjagd" ist vielleicht nicht ihr bestes, das ist meiner Meinung nach immer noch "Schlangenlinien", den anderen Büchern aber steht es in nichts nach. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fabelhafte Dramaturgie,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Fuchsjagd: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mit Fuchsjagd hat Minette Walters ihre beeindruckenden Reihe psychologischer Gesellschaftsbeschreibungen einen weiteren Gipfel gesetzt. Was hier immer wieder fasziniert, ist das nicht in erster Linie der Mord und die Schritte zu seiner Aufklärung im Vordergrund stehen, sonder das Bild einer Gesellschaft gezeichnet wird, die ihren eigenen Spiegel wohl kaum wird sehen wollen. Die obligatorische Liebesgeschichte darf dabei natürlich nicht fehlen, so vorsichtig wie hier zwischen den Zeilen angedeutet war sie aber nie zuvor. Vieles bleibt der Phantasie des Lesers überlassen. Manches aber möchte man sich lieber gar nicht vorstellen. Das Buch ist nicht nur für Gegner der Fuchsjagd unbedingt lesenswert, es ist vor allem für alle Anhänger des englischen Landlebens eine heilsame Lektüre.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Große Klasse!,
Von ck9384 "ck9384" (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Fuchsjagd: Roman (Gebundene Ausgabe)
Fuchsjagd ist mal wieder ein echter Seitenfresser geworden. Ich hab das Buch spät abends angefangen, so dass ich es nicht am gleichen Abend zu Ende lesen konnte, und griff dann gleich am nächsten Morgen danach..Die Handlung: Der Colonel sucht nach seiner damals zur Adoption freigegebenen Enkelin, weil er seinen Sohn des Mordes an seiner Frau verdächtigt und seinen Kindern auch sein Geld nicht zukommen lassen will. Zusammen mit seinem Anwalt Mark findet ihn diese Enkelin in erschreckendem Zustand, da er jede Nacht Telefonterror ausgesetzt ist und jemand sterbende Füchse auf seiner Terrasse zurücklässt. Unter Verdacht stehen neben seinem Sohn auch eine Horde Landfahrer, die einen Wald neben dem Haus des Colones besetzen. Mehr will ich nicht verraten, ich empfehle selber lesen :-) Wie immer gibt einem Minette Walters von Anfang an das Gefühl, dass es so viele Unterströmungen und - noch - fehlende Informationen gibt, so dass man sich die ersten Schlussfolgerungen gleich wieder aus dem Kopf schlägt um eiligst weiterzulesen, eine Kunst die sie unter den aktuellen Krimi-Schriftstellern besser als alle anderen beherrscht. Die Auflösung und Verknüpfung aller Informationen am Ende gefiel mir diesmal nicht so, da man sich bei manchen Punkten doch fragte, ob das nun wirklich plausibel ist. Gibt aber keinen Punktabzug, da die Spannung und Unterhaltung die man von einem ihrer Bücher erwartet, voll und ganz gegeben sind (und besser als bei einigen der letzten Geschichten). Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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