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Fußnoten [Gebundene Ausgabe]

Karl Theodor Freiherr zu Guttenberg
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Seewald Verlag (1971)
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B001G66W2M
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 618.512 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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98 von 125 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Uwe-Jens Has TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Das Vorwort ist von Friedrich Torberg. Ich weiß nicht, ob es
das noch einmal gibt: Politiker-Erinnerungen mit Vorwort eines Literaten?

Karl Theodor Freiherr zu Guttenbergs Fußnoten-Erinnerungen
gehen von 1934 bis 1971. Tagebuchartig, aber bestens ausgedrückt
umkreisen sie private Momente mit seiner Familie und berühren
die großen Konflikte seiner Zeit, zu denen er aus der persönlichen
Bekanntschaft mit vielen Akteuren etwas zu sagen weiß:

Adenauer, Erhard, Kiesinger, Helmut Schmidt, De Gaulle, Kennedy, Nixon,
Mc George Bundy, Tschiangkaischek, Rudolf Augstein, Golo Mann, Herbert
Wehner.

Im Zweiten Weltkrieg war Guttenberg Offizier, mit dem Widerstand verwandt
und verschwägert und entging nur durch günstige Umstände dem Schicksal das
die meisten Beteiligten traf.
Im SPIEGEL-Archiv findet man diesen Guttenberg-Satz:

'Onkel Stauffenberg war der Vetter des Manns der Schwester meines Vaters'.

Im Krieg möchte ihn ein Offiziers'Kamerad' provozieren und rühmt sich mit
Schandtaten an Juden. Welche das waren, kann man sich vorstellen.
Guttenberg antwortet darauf:

'Ich hätte an Ihrer Stelle lieber auf die SS als auf die Juden geschossen'.

Für so einen Ausspruch gab es zu der Zeit eigentlich schärfste Strafen.
Guttenberg entging diesem Schicksal , weil der leitende Offizier der die Sache
zu regeln hatte , dem Widerstand zuzurechen war. Ohne Arrest ging es aber nicht ab.

Die episodenhaften Betrachtungen beginnen etwa so:

Frühjahr 1961
Ich sitze in Herbert Wehners Schreibzimmer.

Das war für einen CSU-Abgeordneten zu der Zeit schon fast Parteienverrat.
Er mochte Wehner übrigens und der ihn auch.

Im Frühjar 1965 schreibt er:

Meine Gegner sind großzügig, sie haben mir immer die Wahl überlassen,
was ich bin:

Ein Abendländer
oder ein Deutsch-Nationaler.
Ein Faschist
oder ein Landesverräter.
Ein Nationalist
oder ein Karolinger.
Ein Erzreaktionär
oder ein roter Baron.
Ein moralischer Rigorist
oder ein bloßer Antikommunist.

(Einen Kommunisten besonderer Art konnte Guttenberg schon
in der Kriegsgefangenschaft beim Soldatensender Calais kennenlernen:
Karl-Eduard von Schnitzler.)

Weniger großzügig war Theo Sommer. Als ich ein Buch
geschrieben hatte, das die ZEIT besprechen wollte,
aber nicht besprach, fragte ich ihn nach dem Grund.
Seine Antwort war einleuchtend:
'Ihr Buch liegt seit langem auf meinem Schreibtisch.
Aber Sie sind ja so raisonable'.

Am Schluß ist ein Briefwechsel mit Alexander Mitscherlich
abgedruckt, der Guttenberg als seinen 'Todfeind' bezeichnet
hatte und sich dann damit entschuldigte, das sei im privaten Kreis
geäußert worden. Guttenberg darauf: Umso schlimmer.
Außerdem ein Briefwechsel mit Wolfgang Böckenförde.
Und drei sehr schöne Hochzeitsreden unter anderem zur Hochzeit seines Sohnes
Enoch mit Christiane Gräfin zu Eltz.
Da war der derzeitige Verteidigungsminister wohl schon in der
strategischen Planung.

Fußnote Februar 2011:

'Betreten der Baustelle verboten.
Eltern haften für ihre Kinder'.
Aber Großväter haften postum nicht für ihre Enkel.
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