Frank Goosen hat Recht: "So authentisch, so präzise beobachtet und noch dazu so ungemein witzig hat sein Nick Hornby kaum einer über Fußball geschrieben", lautet sein Kommentar zu Ben Redelings Buch.
Goosens guter Freund und VfL-Kumpel Ben Redeling schreibt in der Tat unglaublich authentisch, ist mittendrin statt nur dabei, ist ebenso genauer Beobachter "der" Fans und des VfL wie wunderbarer Erzähler der kleinen Geschichten aus dem Freundeskreis und seinem Ehe- und Gefühlsleben. Seine Scudetto-Abende ziehen sich wie der rote Faden durch das Buch - mit extrem unterhaltsamen Gastauftritten wie von Schiedsrichter Ahlenfelder, Rentner Schafstall oder Legende Neuruhrer. Anekdoten aus dem schrägen, aber so herrlich realen Freundeskreis, charmante Liebserklärungen an Gattin Nadine, Empfindungen nach durchzechter Nacht und während der schrecklichen Zeit der Winterpause, abgedrehte Erlebnisse von Auswärtsfahrten: Immer bleibt Ben Redelings großes Kind und noch größerer Fan.
Ob Harald Braun, Arnd Zeigler oder Christoph Biermann: alle verdiente Autoren, wundervolle Geschichtensammler. Aber allein mit Ben Redelings würde ich am liebsten das Fiege trinken, so vertraut, nah und echt ist kaum einer. Einfach ehrlich, einfach sympathisch.
Wäre ich nicht schon Fan eines ähnlich (wenn nicht schlimmer) gebeutelten Vereins (Fortuna Düsseldorf), würde ich glatt zum VfL gehen. Mit Ben, Gerry, Henk, Ulle und den anderen "Vögeln". Wunderbar.