Bei Fructose-Malabsorption ist die Aufnahme von Fruchtzucker aus dem Dünndarm gestört. Die Unverträglichkeit führt zu anhaltenden Verdauungsstörungen. Die beiden Autorinnen rechnen mit 30 von 100 Deutschen, die von Fructose-Malabsorption betroffen sein könnten. Betroffene sind nach der Diagnose häufig zusätzlich dadurch verunsichert, dass sie bestimmte Nahrungsmittel mal vertragen und mal nicht. Wer kaum Obst und Gemüse verträgt, befürchtet als Folge Nährstoff- und Vitaminmangel.
Doch Patienten, die die Zusammenhänge kennen, brauchen nicht mehr dauerhaft auf Obst, Gemüse und Desserts zu verzichten. Im Einführungskapitel erklären die beiden Oecotrophologinnen die Wirkung und Verträglichkeit unterschiedlicher Zuckerarten und Süßungsmittel. Sie unterscheiden speziell für Patienten mit Fructose-Malabsorption die Verträglichkeit probiotischer und präbiotischer Lebensmittel und erklären, wie Fructose sich durch die Kombination mit Traubenzucker dazu überlisten lässt, doch vom Darm transportiert zu werden. Die Ernährungsexpertinnen gehen auf das Thema Essen außer Haus, den Zusammenhang der Beschwerden mit Stress und weiteren Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und den bei Patienten mit Fructose-Malabsorption häufigen Zink- und Folsäuremangel ein. Auf wenigen Seiten erklären sie die Zusammenhänge anschaulich und begründen ihre Schlüsse plausibel. So können Patienten ihre eigenen Beobachtungen richtig einordnen.
Betroffenen, bei denen Fructose-Malabsorption diagnostiziert wurde, empfehlen Kamp/Schäfer eine Ernährungsumstellung in drei Phasen. Für die Karenzphase, die Übergangszeit und die Dauerernährung lassen sich geeignete Rezepte im Buch mit Hilfe der Tabelle im vorderen Buchdeckel heraussuchen. Die aufgeführten Rezept-Ideen bestehen aus wenigen Zutaten, sind übersichtlich präsentiert, ansprechend illustriert und mit zusätzlichen Tipps und Varianten ergänzt. Die empfohlenen Müslis, Brotrezepte, Desserts, Mixgetränke und Hauptgerichte machen endlich Schluss mit der bekannten Einheitskost der Fructose-Empfindlichen "nichts Rotes, nichts Gelbes, nichts Süßes und nur nicht in der Kantine essen". Die Tabelle im hinteren Buchdeckel verdeutlicht die Bedeutung des Verhältnisses zwischen dem Fructose- und dem Glucose-Gehalt für die Verträglichkeit eines Lebensmittels. Sie trägt so über das reine du darfst/du darfst nicht zum Verständnis der Verdauungsvorgänge bei. Quellenangaben, Adressen von Verbänden und spezielle Webseiten weisen den Weg zur weiteren Informationssuche.
Der aktuelle, leicht verständliche Ratgeber unterstützt Betroffene bei einer dauerhaften Ernährungsumstellung.