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Frucht der Sünde: Ein Merrily-Watkins-Krimi [Taschenbuch]

Phil Rickman , Karolina Fell
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (30 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

2. Mai 2009
Apfelbäume, überall Apfelbäume … … sie sind nicht wegzudenken aus Ledwardine, dem kleinen Ort im Westen Englands, in den die junge Witwe Merrily Watkins mit ihrer Tochter Jane zieht. Dort soll sie die Pfarrstelle übernehmen. Doch schnell ist es vorbei mit der ländlichen Ruhe: Bei einer nächtlichen Feier im Apfelgarten kommt es zu einem grausigen Todesfall, und ein Skandalautor will in der Kirche den Tod eines vor Jahrhunderten als Hexer verfolgten Geistlichen inszenieren. Merrily und ihre Tochter werden derweil in dem großen alten Pfarrhaus von düsteren Visionen geplagt. Und dann verschwindet ein Mädchen … «Eine der besten Krimiserien überhaupt.» SPECTATOR

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Frucht der Sünde: Ein Merrily-Watkins-Krimi + Mittwinternacht: Ein Merrily-Watkins-Krimi + Die fünfte Kirche: Ein Merrily-Watkins-Mystery
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Produktinformation

Leseprobe: Jetzt reinlesen [264kb PDF]
  • Taschenbuch: 608 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 1. (2. Mai 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499249057
  • ISBN-13: 978-3499249051
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (30 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 96.721 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Interview mit Phil Rickman
 
Auf der Insel längst eine Kultserie, erobern die Merrily-Watkins-Romane nun auch den deutschen Sprachraum: Soeben ist mit „Frucht der Sünde“ der erste Band der Reihe erschienen. Im Amazon.de-Interview stellt Autor Phil Rickman seine Heldin vor und erklärt, warum diese ermittelnde Pfarrerin in keine Schublade des Krimigenres passt. Und auch die mystische Bedeutung des Apfels wird beleuchtet…

Frage: Ihre Ermittlerin Merrily Watkins ist in Großbritannien schon ein echter Star. Wie würden Sie Ihre Heldin bei den deutschsprachigen Lesern einführen?

Phil Rickman: Nun, sie ist nicht gerade so, wie man sich eine typische Pfarrerin in Diensten der Church of England vorstellt. Sie ist alleinerziehende Mutter, raucht und bedient sich oft einer Sprache, die nicht unbedingt biblisch zu nennen ist. Sie ist nicht frömmlerisch, sie hält sich mit Urteilen über andere Menschen zurück, und sie ist fehlbar. Letztlich ist sie ein normaler Mensch, der allerdings einen ungewöhnlichen, schwierigen und oft gefährlichen Job übernimmt.

Frage: In „Frucht der Sünde“ hat Merrily nicht nur die Alltagsprobleme einer modernen Frau und einige Todesfälle zu gewärtigen, sie bekommt es auch mit paranormalen Phänomenen zu tun. Welche Rolle spielen diese innerhalb der Geschichte? Und wie würden Sie ganz allgemein Ihre Haltung zu solchen Phänomenen beschreiben?

Phil Rickman: Es gibt für einen Autor kein riskanteres Thema als paranormale Phänomene. Geht man zu weit, gilt man als Verfasser von Horror-Romanen – was ich nicht sein wollte. Ich wollte mich dem Unerklärten auf eine authentische, ambivalente Weise nähern – wie einem dünnen Lichtschein, der durch eine nur leicht geöffnete Tür in einen Raum dringt. Es ging mir darum zu schreiben, wie diese Phänomene im wirklichen Leben vorkommen – und ich glaube tatsächlich, dass sie vorkommen. Und ich bin froh darüber, denn ich glaube, dass es Unerklärliches geben muss, damit wir bei Verstand bleiben.

Aber ich schreibe nicht wie Stephen King. Die Merrily-Watkins-Romane sind Krimis, die mir den Zugang zu Bereichen ermöglichen, in denen sich Paranormales und Psychologie begegnen. Ich wollte eine besondere Krimi-Reihe schaffen, eine wie es sie auf dem Markt noch nicht gibt. Zu meinen Lesern gehören Christen ebenso wie Heiden und bekennende Atheisten – und sie alle scheinen meine Bücher zu mögen.

Frage: Man kann durchaus den Eindruck gewinnen, dass nicht Merrily, sondern der Obstgarten von Ledwardine der eigentliche Star des Buches ist. Ohne zu viel zu verraten: Warum ist er so bedeutsam?

Phil Rickman: Das Buch beginnt mit Äpfeln. Ein Apfel gehört zum Emblem des Bezirks Herefordshire, in dem die Krimis der Reihe spielen. Der Anbau von Äpfeln und die Produktion von Cider spielen hier schon seit der Römerzeit eine große Rolle, und bis heute gibt es Hunderte von Gärten mit Apfelbäumen. Mich hat die besondere Folklore, die sich um Äpfel entwickelt hat, fasziniert. So gibt es sicher nicht viele, die wissen, dass im Zentrum eines Apfels, den man quer in zwei Hälften teilt, ein fünfstrahliger Stern, ein Pentagramm also, zum Vorschein kommt. Irgendwie ist ein Apfel auf eine Weise mystisch, auf die es Orangen und Bananen einfach nicht sind. Und bevor ich mit der Arbeit an diesem Buch begann, hatte ich keine Ahnung, was für ein eigentümlicher und faszinierender Ort ein Garten mit Apfelbäumen sein kann…

Frage: Auch das 17. Jahrhundert und die „Tradition“ der Hexenverfolgung spielen eine wichtige Rolle in Ihrem Buch. Inwiefern wirkt diese Vergangenheit in der Gegenwart der Bewohner Ledwardines weiter?

Phil Rickman: Ledwardine sieht – wie viele Dörfer entlang der walisischen Grenze – immer noch ziemlich genauso aus wie vor drei- oder vierhundert Jahren. Und da die Besiedlung in dieser Gegend, verglichen mit anderen ländlichen Regionen Großbritanniens, immer noch recht dünn aus, verschwindet die Vergangenheit auch nicht. Es gibt Familien, die hier schon seit vielen Generationen leben, und alte Fehden bestehen bis heute weiter. Außerdem findet man hier auch Außenseiter, die in Gegenden wie diese ziehen, sich für die Vergangenheit interessieren und alte Traditionen wieder aufleben lassen möchten – und dabei Dinge zu Tage fördern, von denen die Einheimischen lieber hätten, dass sie vergessen blieben. Eine solche Begegnung kann, wie in diesem Roman, tödlich sein.

Frage: Sie schreiben, dass Sie eine „Welt der Ambivalenz, der Unsicherheiten und der Paranoia“ beschreiben wollten und daher auf eine Pfarrerin als Protagonistin kamen. Inwiefern ist das, was Merrily Watkins in ihrem Beruf erlebt, charakteristisch für unsere Zeit und insbesondere für die Religiosität von heute?

Phil Rickman: Krimihelden, ob männlich oder weiblich, sind meist Einzelgänger, die oft auch auf ihre Weise gegen das System kämpfen. Vor einigen Jahrzehnten hätte man sich in dieser Rolle wohl kaum einen Priester vorstellen können. Aber in der säkularen Gesellschaft von heute schrumpfen die Gemeinden, Priester stehen mit dem Rücken zur Wand. Hinzu kommen Konflikte innerhalb der Kirchen zu Themen wie der Ordination von Frauen, homosexuellen Bischöfen usw. Insofern kämpft Merrily an vorderster Front in einer Welt, in der – vielleicht zum ersten Mal überhaupt – Glaubenssysteme öffentlich auf den Prüfstand gestellt werden. Außerdem leben wir in einer Welt gefährlicher Extreme: Merrily bekommt es in meinen Romanen mit Fundamentalisten, Fanatikern und Freimaurern ebenso zu tun wie mit militanten Atheisten.  

Und dann gibt es da natürlich noch Merrilys Tochter Jane, die Teenager und eher zu den Heiden zu zählen ist. Einfach ist in diesem Haushalt gar nichts.

Aber bitte kommen Sie jetzt nicht auf die Idee, dies sei eine „religiöse“ Roman-Reihe! Ich schreibe relativ dunkle Krimis, in denen es auch um Religiöses und Paranormales geht.

Frage: Ob Sherlock Holmes, Miss Marple, Linley oder Barnaby – britische Ermittler erfreuen sich gerade auch in Deutschland größter Beliebtheit. Was, glauben Sie, macht den Erfolg britischer Krimis gerade hierzulande aus?

Phil Rickman: Schwer zu sagen. Vielleicht ist es ja so, dass Sherlock Holmes einfach der erste bedeutende Krimiheld war und das Muster, das Conan Doyle für seine Holmes-Geschichten geschaffen hat, bis heute das Genre bestimmt.

Bei britischen Krimis gibt es eine klare Unterscheidung zwischen realistisch geschilderten Polizisten auf der einen und eher ungewöhnlichen Ermittlertypen wie Sherlock Holmes oder Miss Marple auf der anderen Seite. Selbst Linley ist im Grunde ein extrem „unrealistischer“ aristokratischer Cop: Er scheint übers Land zu fahren und in einer Weise ermitteln zu können, wie man es seit ungefähr 50 Jahren nicht mehr gemacht hat.

Ich befürchte, Merrily passt in keine dieser Kategorien. Sie ist eigentlich noch nicht einmal irgendeine Art von Detektiv, durch ihre Rolle als „Erlösungsbeauftragte“ ihrer Diözese, oder sagen wir: Exorzistin, schlittert sie in die Ermittlungen hinein. Ich habe diesen Punkt gründlich recherchiert, mit einigen Exorzisten gesprochen, und die haben mir tatsächlich bestätigt, dass sie gelegentlich von der Polizei um Rat gefragt werden. Demgegenüber habe ich lediglich „erfunden“, dass Merrily dies mit einer gewissen Regelmäßigkeit passiert. Aber, wenn man ehrlich ist: Wie viele professionelle Ermittler haben es mit solch faszinierenden Mordfällen zu tun, wie sie den „Kollegen“ Morse oder Rebus unterkommen?

Frage: Werden Sie Merrily Watkins weiter treu bleiben? Worauf dürfen sich die Leser als Nächstes freuen?

Phil Rickman: Im Herbst wird die deutsche Ausgabe des zweiten Romans der Merrily-Watkins-Reihe erscheinen, in dem Merrily offiziell zur Exorzistin von Hereford ernannt wird. Und dann dürfen sich die Leser auf acht weitere Romane mit Merrily freuen. Und die nächste ganz neue Folge habe ich für 2010 geplant. Übrigens: Als ich damals an „Frucht der Sünde“ arbeitete, hatte ich nicht geplant, eine Serie anzulegen, es hat sich einfach so entwickelt. Und ich glaube, die Reihe hat nichts von ihrer Frische verloren – vor allem, weil es einfach nichts Vergleichbares gibt, ich habe also „freie Bahn“.

Die Leser identifizieren sich mittlerweile so sehr mit den Charakteren, dass ich die Reihe jetzt eigentlich nicht einstellen kann. Da Ledwardine einem wirklich existierenden Ort nachempfunden ist, hat sich entlang der walisischen Grenze ein regelrechter „Merrily-Tourismus“ entwickelt. Und gerade haben wir eine CD mit Liedern von Merrilys Freund, dem Sänger Lol Robinson, veröffentlicht. Auf ihr sind dann aber wirklich „echte“ Menschen zu hören.

Die Fragen stellte Carsten Hansen, Literaturtest.

-- Literaturtest.de

Der Verlag über das Buch

„Frucht der Sünde“ ist der erste Band einer Serie, die in der Heimat des Autors bereits eine riesige und ständig wachsende Fan-Gemeinde gefunden hat. In Großbritannien sind bisher zehn Bände erschienen; nun kommt Merrily Watkins auch zu uns. Die englische Presse überschlägt sich vor Lobesworten, und das ist auch kein Wunder, steht Phil Rickmans Serie doch ohne Vorbild da: So beschaulich die Szenerie, so brutal schlägt das Verbrechen auch im ländlichen Herefordshire zu. Und ob dabei alles mit rechten Dingen zugeht, kann eine Pfarrerin vielleicht am besten klären...

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschender Auftakt einer Serie... 18. Juli 2009
Format:Taschenbuch
Mit großem Interesse habe ich in der DB-Zeitschrift auf der Fahrt nach Berlin das Interview mit dem Autor Phil Rickman gelesen. Eine alleinerziehende, verwitwete und Kette rauchende sowie häufig fluchende anglikanische junge Pfarrerin, die Morde mit einem Schuss Übersinnlichem aufklärt - wie cool ist das denn? Also, gleich am Bahnhof in Berlin das Buch besorgt und angefangen zu lesen.

Und mit Spannung erwartet, dass dann auch etwas passiert... doch - diese Erwartung wird leider enttäuscht. Der Autor ergeht sich in einer sehr präzisen und interessanten Beschreibung des Alltags einer anglikanischen Dorfpfarrerin mit dem Namen Merily Watkins und deren Probleme in der neuen Gemeinde - soziale Kontrolle, Versuche, die Pfarrerin auf die eigene Seite zu ziehen, Neid, Missgunst, Ärger, dazu Probleme mit der Teenager-Tochter und - um einmal wieder zum "Kriminalroman" zurückzukehren - ominöse Andeutungen über den jahrhundertealten Apfelgarten am Rand des Dorfes Ledwardine. Das war es dann aber auch schon - abgesehen von Berichten über Teenagerfreundschaften und -feindschaften, ersten Erfahrungen der Tochter mit dem berüchtigten Cider, dunklen, esoterischen Geschichten über den Apfelgarten und eine Hexenverfolgung eines ehemaligen Pfarrers - Wil Williams - aus dem 16. Jh.. immer wieder eingebracht durch die skurrile und esoterisch angehauchte Verkäuferin Lucy Devenish usw. usw. - so lang und breit wie hier, so lang und breit schildert der Autor auch das Dorfleben und die ersten Gehversuche seiner "Heldin" Merily.

Zusammengefasst: Die erste Hälfte des Buches - immerhin 300 Seiten - geschieht gar nichts! So ging es mir wie anderen Rezensenten, man quält sich durch die Seiten und hofft, dass nun irgendwann einmal etwas passieren möge. Ach ja, gleich zu Beginn stirbt ein älterer Mann bei einer nächtlichen Versammlung von Dorfhonoratioren am ältesten Baum des Apfelgartens - gaaaanz ominös und dann eher im weiteren Verlauf beiläufig behandelt und zum Schluss en passant aufgeklärt... wow...

Dann, ab der zweiten Hälfte des Buches, wird es dann doch noch zu einem Kriminalroman. Eine Freundin von Jane, der Tochter Merilys verschwindet, und eine Kette von Ereignissen kommt in Gang. Der Autor holt jetzt nach, was 300 müde Seiten vorher fehlte: Morde bzw. Tote am Fließband... man dreht eine Seite nach der anderen um, liest und liest und am Ende wird die Auflösung aller Geschehnisse, Toten, Morde fix in einem Kapitel zusammengepresst...

Statt das Buch dann noch einmal "auslaufen" zu lassen und ein wenig Klarheit in die vielen Verflechtungen und Morde zu bringen, bricht es einfach abrupt ab. Einiges bleibt offen, aber (!) es ist ja der Beginn einer Reihe, daher hoffen wir mal auf die Weiterführung der Fäden in den nächsten Bänden.

Das, was für mich den Reiz ausmachte, dieses Buch zu kaufen, nämlich der Hinweis, dass über Agatha Christie hinaus, eben auch mysteriöse, an der Grenze von Vernunft und Glauben angesiedelte "unerklärliche" Ereignisse mitspielen und Merilys "Untersuchungen seltsamer Todesfälle" mit beeinflussen, kommt zwar vor. Jedoch aus meiner Sicht nicht so, dass ich nun gefesselt auf dem Sofa liege und atemlos Merilys Ausflüge in "andere Sphären" verfolge... ich finde gerade die Schilderungen dieser übernatürlichen Phänomene und Erlebnisse Merilys eher langweilig und - z.T. aufgrund zahlreicher Wiederholungen ähnlicher Erlebnisse - dann auch nervend.

Fazit: Ich hatte mir mehr versprochen, gerade auch aufgrund des interessanten Interviews mit dem Autor, das ich gelesen hatte. Was bleibt, ist der realistische Einblick in englisches Dorfleben, ein paar Morde, eine "hingehechelte" Auflösung und ein abruptes Ende... Wem`s gefällt, möge den zweiten Band lesen, ich werde ihn mir, wenn überhaupt, wohl nur noch ausleihen, um Geld zu sparen.. so long
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungener Auftakt einer Serie... 21. Juni 2009
Von Eskalina TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Beworben wird das erste Buch um Merrily Watkins mit der Beschreibung seiner unkonventionellen Heldin: Die Pfarramtsvertreterin der anglikanischen Kirche soll fluchen, rauchen und Umgang mit einem ungewöhnlichen Freundeskreis pflegen. Zudem sagt man der auf Exorzismus spezialisierten Mutter einer esoterisch angehauchten Tochter nach, das Wort "fromm" zu hassen. All das habe ich in dem ersten Band um Merrily und ihre Tochter Jane nicht wieder finden können. Vielleicht wird sich der Charakter der Hauptfigur in den nächsten Bänden dahin entwickeln, doch in diesem Buch findet sich eine sehr unsichere von Selbstzweifeln geplagte, sympathische Frau, die beim Antritt ihrer neuen Pfarrstelle sogleich vor schwierigen Aufgaben steht: Bei einer heidnischen Feier in einem großen Apfelgarten, geschieht in ihrem Beisein ein mysteriöser Mord und als dann kurze Zeit später die neue Freundin ihrer Tochter aus dem Ort spurlos verschwindet, gerät die ganze Gemeinde in Aufruhr.

Rickmann hat mit diesem Buch einen soliden Grundstein für den Aufbau einer Serie gelegt. Er schildert die einzelnen Personen des kleinen englischen Dorfes Ledwardine sehr detailliert und nimmt sich viel Zeit für den Ausbau der Charaktere. Dazu mischt er mythische Elemente, den Aberglauben der Bewohner, aber auch eine Krimihandlung zu einem dichten Stoff, der durch seine Protagonisten lebt. Leider verliert er sich zeitweise im Detail, baut zu viele Nebenschauplätze auf und das geht auf Kosten der Spannung. Die eigentliche Krimihandlung, der zu Beginn geschehene Todesfall, aber auch das Verschwinden von Janes Freundin gerät ein wenig ins Hintertreffen.
Trotzdem ist die Geschichte um das Dorfleben, die teilweise sturen Bewohner und das unheimliche Pfarrhaus, in dem Merrily und Jane leben, so dicht und angenehm geschrieben, dass man dies gern verzeiht. Wer atemlose Spannung, eine brutale Handlung und blutige Details mag, ist hier sicherlich nicht gut bedient, für Leser mit der Liebe zu Cozys ist "Frucht der Sünde" aber ganz sicher ein Highlight in diesem Jahr und der gelungene Auftakt zu einer viel versprechenden Serie. Ich werde mir auf jeden Fall den für Dezember angekündigten zweiten Band "Mittwinternacht" zulegen, denn der Stil von Rickmann und seine Liebe zu seinen Charakteren hat mir gut gefallen.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Happy End Bücher - Nicole TOP 50 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Nach dem tödlichen Autounfall ihres Mannes, der zusammen mit seiner Geliebten umkommt, hat die verzweifelte Merrily Watkins in einer kleinen Kirche eine Art Vision und fühlt sich von diesem Zeitpunkt an fürs Pfarramt berufen.
Sehr zum Verdruss und Unverständnis ihrer sich im Teenageralter befindlichen Tochter Jane, die nach dem Tode ihres Vaters selbst von Trauer und Unsicherheit heimgesucht wird.
Für Merrily bietet sich jedoch eine neue Zukunftsperspektive, als ihr, dank des selbstlosen Einsatzes ihres Onkels Ted, in der kleinen, sehr ländlichen Gemeinde Ledwardine eine Stelle als neue Pfarramtsvertreterin angeboten wird.
Da sie sich bereits vor Amtsantritt ein Bild ihrer neuen Schäfchen" machen möchte, schleicht sie sich heimlich und inkognito bei einem Dorftreffen, einer Veranstaltung eines eher heidnischen Rituals, dass die Dörfler nach langer Zeit wieder aufleben lassen wollen, ein.

Hier lernt sie drei Dinge- In Ledwardine werden Traditionen gepflegt, Apfelbäume sind mehr als nur einfache Apfelbäume, nämlich magisch; nimmt man einmal die Kommentare der alten, kauzigen Lucy ernst und allem Neuen gegenüber stehen die Dörfler alles andere als aufgeschlossen gegenüber.
Obwohl das Dorftreffen" tragisch mit einem Selbstmord eines alteingesessenen Bürger endet, nimmt Merrily die Herausforderung an und zieht einige Zeit später mit ihrer Tochter Jane nach Ledwardine um den ihr angebotenen Posten anzunehmen.

Womit sie nicht rechnet ist, dass sie sich kurz nach ihrer Ankunft gleich mit einem schwerwiegenden Problem konfrontiert sieht- einige Dörfler planen eine Art Cidrefestival, um dem Dorf zu altem Glanz und einer Menge neuer Touristen zu verhelfen. Aus diesem Anlass hat auch ein berühmt-berüchtigter Drehbuchautor angeboten, ein Stück über einen ehemaligen Bewohner von Ledwardine zu schreiben, der dort vor Jahrhunderten als Pfarrer lebte und der wegen Hexerei angeklagt wurde und kurz vor der Verhaftung Selbstmord beging.
Die Wellen der Empörung schlagen hoch, als bekannt wird, dass dieses Stück in der Kirche aufgeführt werden soll. Auf der einen Seite stehen die aufgeschlossenen Dörfler, die diesen Plan befürworten, auf der andere Seite die Traditionalisten wie auch James Bull-Davies, der reiche Gutsbesitzer, der scheinbar etwas zu verbergen hat.
An Merrily allein bleibt die Entscheidung, für oder gegen die Kirche als Aufführungsort des Stücks hängen und diese Entscheidung kann für sie weitreichende Folgen haben, die sogar zu ihrer Amtsenthebung führen können.

Neben dieser großen Sorge kommen noch weitere hinzu, als Janes Mitschülerin und Freundin eines Tages nach ihrer Geburtstagsfeier plötzlich wie vom Erdboden verschwunden ist, ein schüchterner Tatverdächtiger bei Merrily im Pfarrhaus Asyl sucht und sie und Jane von unerklärlichen Visionen heimgesucht werden.
Die alte Lucy macht für alle Geschehnisse den verwunschenen Apfelgarten neben der Kirche verantwortlich und Merrily muss lernen sich in ihrer neuen Gemeinde durchzusetzen, will sie diese Zeit der Einführung dort überhaupt bestehen...

Frucht der Sünde" ist der erste Teil einer im Original bereits 10 Teile umfassenden Serie, deren weibliche Heldin eine spät berufene Pfarrerin ist, die sich nicht nur mit unerklärlichen Phänomenen, Verbrechen und ihrer pubertierenden Tochter herumschlagen muss, sondern zudem auch mit sturen Dörflern.
Erfrischend anders ist die Vita der Heldin dieser neuen Serie. Sie ist keineswegs einfach nur eine einfach gestrickte, frömmelnde Pfarrerin, sondern eine ganz normale Frau, mit Ecken und Kanten, die genau wie auch andere Menschen ab und an von Selbstzweifeln geplagt wird.
Ihre zum Teil ironische, nüchterne Betrachtungsweise auf die Art der Dinge dürfte dem Leser gefallen und ihr zusätzliche Sympathiepunkte einbringen.

Ein großes Plus sehe ich zudem in der wunderbaren, feinsinnigen Charakterisierung aller Romanfiguren des Romans. Selbst die Nebenakteure sind sehr unterschiedlich geraten und realitätsnah vom Autor beschrieben worden, so dass man als Leser nach einer Weile das Gefühl bekommt, man würde diese fiktiven Personen persönlich kennen.
Dieser positive Aspekt führt leider auch zu einem kleinen Manko, denn Phil Rickman verstrickt sich oftmals zu tief in den vielen Dorfintrigen und Dialogen der Nebenfiguren und verliert das Wesentliche ein wenig aus den Augen.
Man weiß nicht so genau, wo man diesen Roman einordnen soll. Für einen Krimi wird zu wenig Spannung aufgebaut und der Mordfall gerät zu sehr ins Hintertreffen, auch wenn ich die Langsamkeit in Landhauskrimis" eigentlich schätze.
Selbst wenn ich den Roman als unterhaltsame Charakterstudie über Dörfler mit paranormalen Elementen gespickt, reduzieren würde, täte ich dem Autor doch ein wenig Unrecht.

Im Grunde vereint der Autor alle genannten Zutaten zu einem Roman- der keine Frage, trotz einiger Längen unterhaltsam und sieht man ihn einfach als Beginn einer neuen Serie, eine gelungene Einführung in die Welt von Merrily Watkins und ihrer Tochter Jane geworden ist.
Empfehlen würde ich diesen Roman und die Merrily Watkins Reihe allen Lesern, die keine Krimi-Schocker" erwarten, sondern eher amüsante Unterhaltung im Stile von englischen Häkel"-Krimis. Diesen Lesern wird Phil Rickmans Erstlingswerk, das in Großbritannien für viel Furore gesorgt hat, sicherlich genauso viel Freude bereiten wie mir. 4.5 von 5 Punkten. Eine Rezension von Happy End Bücher. (NG)
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Witzig, spannend, anders.
Ich wollte einmal einen anderen Krimi lesen - und das ist genau das richtige!
Man liest die ersten paar Seiten und kann nicht mehr aufhören.
Vor 4 Monaten von Avalonia veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Marrily Watkins ermittelt
Apfelbäume, überall Apfelbäume sie sind nicht wegzudenken aus Ledwardine, dem kleinen Ort im Westen Englands, in den die junge Witwe Merrily Watkins mit ihrer... Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Sonea veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Beschreibung passt nicht zum Produkt...
Eine junge, häufig fluchende und unkonventionelle Pfarrerin, alleinerziehende Mutter zudem, löst mysteriöse Mordfälle mit einem Schuss Esoterik in der... Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von basssopran veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Erwartungen nicht erfüllt
Hatte mir einen Mystik Krimi erwartet!Bekommen hatte ich aber ein für mich langweiliges "Jugend-Buch"!
Es liest sich über weite Strecken zäh und langweilig!! Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von K. daniel veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Ein Krimi?
Der erste Roman einer Serie um die Pfarrerin Merrily Watkins.
Ledwardine, ein kleines Kaff im Westen Englands, wo Watkins Ihre Stelle als Pfarrerin anfängt. Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von Busato Thomas veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen eine der großen Serien
Phil Rickman ist einer der Autoren, die einfach kein schlechtes Buch schreiben können, doch Fraucht der Sünde ist ein außergewöhnlich großartiger AUftakt... Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von C. Rouse veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen An apple a day keeps the murder away
Wie schön, dass es im heimischen Supermarkt immer wieder mehrere Stände mit "Ausschussbüchern" gibt. Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von Old McMetal veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Die Geschichte eines Apfelbaumes...
Leider hielt die auf dem Buch genannte Rezession in keiner Weise, was sie versprach.
Der ganze Plot ist ein aneinandergereihtes Durcheinander, in einfachster... Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von H. Mayer veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Phil Rickman - Frucht der Sünde
Apfelbäume sind ein wichtiger Bestandteil von Ledwardine, einen kleinen Ort im Westen Englands. Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von hasewue veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Für den Anfang ganz nett
Mir ging es auch so wie hier einigen anderen. Tolle Rezension in einer Zeitschrift gelesen, Buch gekauft und dann erst mal richtig gelangweilt. Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Tante Lotti veröffentlicht
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