Mit "Open Water" und dessen zweitem Teil hat es begonnen. Filme mit nur einer kleinen Location als Dreh- und Angelpunkt, und dem Spiel mit den Urängsten des Menschen. Keine Monster oder sonstiges Übernatürliches Gefleuch, was einem ans Leder will, nur ganz normale natürliche Bedrohungen. Waren es in "Open Water" das weite Meer und die Haie darin, dachte sich Regisseur Adam Green hier etwas ganz anderes, aber nicht minder wirksames, aus.
Das Studentenpärchen Parker und Dan, sowie deren Freund Lynch wollen ein Ski-Wochenende in New England verbringen. Leider vergisst man sie des Nachts im Sessellift, hoch über dem Boden. Zuerst sind die drei nicht sonderlich beunruhigt, bis sie merken, dass eine Rettung ausgeschlossen erscheint. Es wird kälter, und nicht nur ein Rudel hungriger Wölfe unter ihnen schmälert die Chance lebend ins Tal zurückzukommen.
Ich war sehr skeptisch, ob der Film in dieser Art funktionieren kann. Nur drei Darsteller für eineinhalb Stunden im Lift. Das kann in die Hose gehen. Nicht so bei Adam Green, der vom Fun-Splatter ("Hatchet") wegging um zu beweisen, dass es auch ohne drastische Bluteffekte geht. Er hat es geschafft, dass man tatsächlich von Beginn an mit den drei Protagonisten mitfiebert, und dies hält auch bis zum bitteren Ende an! Hierzu tragen natürlich die sehr guten Leistungen der Darsteller enorm bei. Die wenigen blutigeren Szenen hätte es nicht einmal gebraucht, da man sich auch so schon mitten in die ausweglose Situation der Drei hineinfühlen kann. Dabei steht es dem Streifen auch gut, dass eine Szene, die etwas drastischer ausfiel lediglich in den Extras komplett zu bewundern ist, und im Film selbst nur in einer ganz kurzen Form angedeutet wird.
Für mich eine echte Überraschung, und eine definitive Empfehlung! Wem hier nicht kalt wird beim Sehen, dem ist nicht mehr zu helfen.
An Extras bietet die Scheibe neben den erwähnten Deleted Scenes noch ein ausführliches Making-Of, den Trailer auf deutsch und englisch, sowie eine Trailershow.