Frostfeuer 1 - Herzzapfen
Kai Meyer ist in der deutschen Fantasyliteratur eine Institution. Über 50 Bücher hat er schon geschrieben. Der Erfolg führte auch zu Umsetzungen in Comicform. Bei Ehapa erschien 2007 der erste Band von 'Die Wellenläufer', und bereits ab 2008 erschien die Serie "Die Wellenläufer" bei Splitter.
Nun wird ebenfalls bei Splitter das Buch "Frostfeuer" umgesetzt, für das Kai Meyer 2005 die Auszeichnung Corine (internationaler Buchpreis) in der Kategorie "Bestes Kinder- und Jugendbuch" bekam.
Adaptiert wurde das Buch, wie schon bei der Wolkenvolk-Trilogie und Die Wellenläufer von Yann Krehl.
Zur Handlung:
Es ist das Jahr 1893.
Tief im den verlassenen, eiskalten Land im Norden steht die Festung der Schneekönigin. Seit ewigen Zeiten herrscht sie über Eis und Schnee. Ihr Herz hat die Schneekönigin vor langer Zeit aus der Brust gerissen, und bewahrt es gut verschlossen auf. Doch das Herz wird von der Zauberin Tamsin Spellwell gestohlen. Klar, daß die Herrscherin alles daran setzt, ihr Organ wieder zu erlangen.
Dazu quartiert sie sich im Hotel Aurora im russischen St. Petersburg ein. Das ist der Moment, in dem die Hauptfigur, das Mädchen "Maus" in die Handlung schlittert. Die Waise wurde im Hotel großgezogen, und verdient sich nun ihr Essen und ihr Bett aufgrund ihres Aussehens als Zimmerjunge und Schuhputzer. Vor der Welt außerhalb des Hotels hat sie große Angst, und will das Hotel unter keinen Umständen verlassen. Verspottet von den anderen Hotelburschen und verfolgt vom Rundenmann, der sie für eine Diebin hält, hat Maus im Hotel nur einen einzigen Freund: Kukuschka, den ehemaligen Lehrer, der ihr oft aus der Patsche hilft.
Als Maus zum Zimmerservice zur Schneekönigin gerufen wird, spürt diese an ihr etwas besonderes, was sie nicht deuten kann. Das gleiche Gefühl hat auch Zauberin Tamsin Spellwell, die sich ebenfalls im Hotel einquartiert hat.
Beide Damen haben Interesse daran, daß Maus für sie arbeitet. Wem wird das kleine, schüchterne Mädchen helfen?
Fazit:
Ein einfühlsames, leises Märchen, nicht nur für Kinder, wird hier von Kai Meyer präsentiert. Dabei greift er auf bekannte Figuren wie die Schneekönigin von Hans-Christian Andersen (vielen bekannt durch den alten Trickfilm aus der Sowjetunion) oder Väterchen Frost zurück, und webt seine eigene Geschichte. Die Stadt St. Petersburg an der Newa ist natürlich wie geschaffen für eine märchenhafte Geschichte in Eis und Schnee.
Ebenso wie geschaffen dafür ist die Zeichnerin Marie Sann. Diese machte bislang mit von Mangas beeinflußten Arbeiten bei Tokyopop auf sich aufmerksam. Die großen Kulleraugen hat sie nicht abgelegt, wie ein Blick auf Hauptdarstellerin Maus zeigt, aber viele andere Zeichnungen gehen auch als verspielte Version im frankobelgischen Stil durch. Sehr gelungen ist die Koloration, eine Mischung aus Aquarell und Computereffekten, welche die melancholische Stimmung wirksam unterstützt. Ein Stück von Marie Sann steckt zweifellos auch in der Optik von Zauberin Tamsin Spellwell.
Eine spannende neue Serie, die Splitter wie immer im gut verarbeiteten Hardcoveralbum präsentiert, und die auf 3 Teile ausgelegt ist.
Obwohl viel von der Handlung im Hotel Aurora spielt, wird die Handlung niemals eintönig, und der Leser will wissen, wie es mit Maus weitergeht.
Frostfeuer - märchenhaft schön!
(project:equinoX)