daß dieses Buch eine Neuauflage erfahren hat. Liegt es nun an einer Nostalgiewelle des 1. Weltkrieges im deutschsprachigen Raum oder an der Faszination an der Kriegführung im Gebirge, in den letzten Jahren kam eine ganze Menge Literatur über den Krieg in den Alpen auf den Markt. Darunter nimmt "Die Front in Fels und Eis" allerdings in meinen Augen eine Sonderstellung ein, da es bereits in den 30er Jahren von einem Teilnehmer dieses Krieges auf österreichisch-ungarischer Seite geschrieben und immer wieder überarbeitet wurde. Glücklicherweise ging bei diesen Überarbeitungen weder die sprachliche Substanz verloren (die etwas unmoderne Sprache unterstreicht die Authentizität der Berichterstattung) noch wurde versucht, irgendwelche moralinsaure Wertung aus heutiger Sicht einzufügen. So werden bei Herrn Langes die Leistungen beider Gegner als solche sowohl beschrieben als auch anerkannt.
Verstanden sollte dieses Buch also nicht als wissenschaftlich-akademische Abhandlung werden sondern als Sammlung von Berichten aus einzelnen geographischen und zeitlichen Abschnitten der Kämpfe in den Bergen Südtirols. Es erübrigt sich eigentlich dabei zu bemerken daß diese sowohl militärhistorisch korrekt als auch äußerst spannend geschrieben sind. Zusammen mit den vorhandenen Bildern gibt dieses Buch einen hervorragenden Einblick in Leben, Leistung und Leiden der Soldaten beider Seiten an dieser Front.
Fazit:Für den 'Kriegsgeschichtler' und den Alpinisten ebenso zu empfehlen wie für den heutigen Gebirgssoldaten, der aus den Gefechtsbeschreibungen auch noch heute seine Lehren für Ausbildung, Führung und Taktik ziehen kann.