Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass eine Rezension objektiv und sachlich gehalten sein sollte, doch es wird bestimmt nicht einfach sein dieses Album von Nick Cave zu beschreiben, ohne in euphorisches Schwelgen zu geraten.
Beim ersten Reinhören entpuppen sich die Songs von "From her to eternity" als dissonante Geräuschattacken, die man kaum als Musik bezeichnen möchte. Erst bei mehrmaligem, genauem Durchhören offenbaren sich die 10 Tracks als bis ins letzte Detail durchkomponierte Meisterwerke.
Cave und seine Bad Seeds versprühen ihre glühend düsteren Musikfunken mit besessener Hingabe, sodass man meinen könnte, dass sie direkt aus der finsteren Unterwelt ertönen.
Die dazugehörigen Lyrics sind zweifellos von einzigartiger, düster-poetischer Kraft, und die Weise wie sie von Nick Cave vortgetragen werden, sind in ihrer intensiven und panischen Vollendung wahrlich nie mehr erreicht worden. Flehend, weinend, vor Schmerz und Angst vibrierend, verleiht er den einzelnen Titeln mit seinem facettenreichen Gesang wahre Gänsehautatmosphäre. Selbst die ruhigeren Passagen erzeugen, getragen von Cave's dämonischem Gesangsorgan, eine unheilvoll anmutende Atmosphäre.
Den Coverversionen -Avalanche- und -In the Ghetto- verleiht er erwartungsgemäß außergewöhnlich dunklen Flair, sodass sie dem Original an Intensität mehr als gerecht werden.
Man wird nach mehrmaligem Hören regelrecht süchtig nach dem dunklen Gift, dass einem dieses Meisterwerk der Musikgeschichte in die Ohren streut.
Fans der neueren Alben ist dieses Album nur bedingt zu empfehlen, da die Musik extrem dunkel, hart und unmelodisch daherkommt, und keine Spur von den bittersüßen, melancholischen Liebesballaden späterer Werke wie "The Boatman's Call" zu finden ist.
Für alle Fans von avantgardistischer Musik ist dieses Album jedoch die absolute Offenbarung, und wird ohnehin schon in fast jeder Plattensammlung vorhanden sein.
In Summe gesehen liegt hier ein Fall von absolutem Kaufzwang vor! ;-)