Ich hatte das Glück, eine Promoversion des Albums zu hören, und Ensieferum zeigen mit "from Afar" eine deutliche Weiterentwicklung und eröffnen ein ungeahntes Feuerwerk an stilistischen Mitteln, Präzision und Elementen, wie man es auf den vorherigen Werken noch nicht kannte.
Die mächtige Basis der Musik bilden natürlich immer noch die altbekannten Ensiferum-Merkmale: sehr melodiöser, stark Leadgitarren orientierter, schneller Viking-Metal.
Jedoch finden sich in diesem neuen Meisterwerk ebenso starke Einflüsse von symphonisch-orchestralen Elementen a la Nightwish, walzendem Melo-Death Marke Wintersun sowie einer guten Portion Turisas-Fanfaren-Bombast.
Selbstverständlich existieren die markanten Folk-Parts mit klassischen finnischen Instrumenten, Flöten oder Akustikgitarren, die Ensiferum schon auf dem Vorgänger "Victory Songs" perfekt und sehr gezielt eingesetzt haben.
Allgemein lässt sich sagen, dass sich Ensiferum zum einen weiterentwickeln konnten, andererseits auch unvergleichlich die melodiöse Härte der früheren Zeit mit dem folkloristischen Vorgänger-Silberling verbinden.
"By the dividing Stream" ist das knapp 4 minütige Intro dieser Wahnsinnsplatte und eröffnet dem Hörer sofort wo die nächste Dreiviertelstunde hingeht.
Einer der beiden Marathon-Tracks ist das 11 minütige "Heathen Throne", dass mit Elementen, Riffs, Stil- und Tempowechseln so reich bestückt ist, dass es für drei oder vier Songs gereicht hätte. Es erinnert stark an das Material von Moonsorrows "Kivenkantaja".
"Twilight Tavern" zeigt uns erstmal genau, was eine Leadgitarre ist. Bassdrumgewalze, Gitarrenfeuerwerke bei 240bpm und ein perfeckter Mitgröl-Refrain Marke "Lai Lai Hei" oder "Ahti".
Jetzt schon Kult ist der instrumentale Mittelteil des Songs "Stone Cold Metal". Fast nicht in Worte zu fassen mischen Ensiferum eine Mixtur aus Klavier, sanften Chören, Akustischen Gitarren, Mandolinen, Flöten, einsamem Prärie-Sound und einem dezenten Hall zusammen, dass etwas an den "Iron" Opener "Ferrum Aeternum" erinnert. Gänsehaut pur und unfassbar episch.
"Elusive Reaches" könnte man als Mischung aus "Windrider" und "Blood is the Price of Glory" beschreiben: schnell, kurzweilig, fantastisch.
Zum Schluss möchte ich noch "Smoking Ruins" erwähnen, dass meiner Meinung nach eines der schönsten Gitarren/Folk Intros dieses Genres enthält. Vergleichbar mit dem Gitarrenzusammenspiel bei Blind Guardians "bard's Song", nur schneller.
"From Afar" ist bombastisch, episch, und einfach ein unglaublich dichtes, eindringliches Werk. Die Band fegt meiner Meinung nach mit ihrem neuen Album die Kunkurrenz so richtig aus dem Weg und walzt ein riesige Schneise in die nordischen Wälder.