Wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, lege ich mir einen Adventskalender zu. Seit einigen Jahren kenne ich die Hörkalender des Audiobuchverlags mit kurzen Geschichten und Gedichten. Für die 24 Tage vom 1. Dezember bis Weihnachten jeweils ein kurzer Vortrag: in diesem Falle von den Sprechern Konrad Beikircher, Siegfried Lenz, Ulrich Matthes, Eva Matthes und Doris Wolters vorgetragen. Die Front des Hörkalenders, eine Zeichnung von Silke Leffler, zieren 24 kleine Fensterchen zum Öffnen, wie man sie auch von den ganz normalen Papier-Adventskalendern kennt.
Auch diesen Hörkalender finde ich gut zusammengestellt: Gedichte und Geschichten von Wilhelm Busch bis Kurt Tucholsky und von Heinrich Heine bis Theodor Storm aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Kürzere und längere Titel wechseln einander ab. Der längste Vortrag dauert 7:12 min, der kürzeste 39 sec. Das fand ich für so eine abendliche Adventsbesinnung ein wenig kurz. Auch hat sich leider gar keine Frau zwischen die Dichter verirrt. Man könnte den Eindruck bekommen, es gäbe keine. Zwei meiner Lieblingsgedichte sind enthalten: "Die Brück' am Tay" von Theodor Storm und "Der erste Schnee" von Theodor Fontane.
Der erste Schnee
Herbstsonnenschein. Des Winters Näh'
Verräth ein Flockenpaar;
Es gleicht das erste Flöckchen Schnee
Dem ersten weißen Haar.
Noch wird - wie wohl von lieber Hand
Der erste Schnee dem Haupt -
So auch der erste Schnee dem Land
Vom Sonnenstrahl geraubt.
Doch habet Acht! mit einem Mal
Ist Haupt und Erde weiß,
Und Liebeshand und Sonnenstrahl
Sich nicht zu helfen weiß.
Vom Audiobuchverlag kenne ich außerdem folgende Hör-Adventskalender:
Alle Jahre wieder, der mir sehr gut gefällt und
Sternenzauber, den ich auch gelungen finde.