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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Konsens schütz nicht vor nonsense" - ein geniales Zeugnis politischer Unkorrektheit, wie es sonst nur Henryk M. Broder gelingt, 1. August 2008
Selten habe ich zwischen dem Inhalt eines Buches und seines Covers eine derart kongruente Übereinstimmung erlebt wie bei diesem vorliegenden neuen Buch des Duos Maxeiner & Miersch.
An einem wunderbaren Sandstrand liegen zwei nackte Paare in den Dünen auf dem Bauch, eine weiteres nacktes Paar geht mit dem Rücken zum Betrachter an den Liegenden vorbei. Die Szene strahlt Körperlichkeit, Erotik und Freude am Leben und Genießen auch der Natur aus. Ihnen entgegen kommt, die Nackten keines Blickes würdigend, ein überkorrekt angezogener älterer Mann, der ein Plakat an seinem Körper trägt mit der Aufschrift "The end is in sight".
Die beiden nackten Frauen beachten ihn jedoch ebenso wenig. Sie gehen ihren Weg, und lassen sich von der kruden Botschaft des Mannes nicht beirren. Er ist der Meinung, die Welt werde untergehen, und auf Moral und Anstand achte ja sowieso schon längst niemand mehr. Im Leben und Berufsleben dieser beiden Autoren gab es Stationen, da schrieben sie so ähnlich. Anfang der neunziger Jahre leiteten die beiden das Umweltmagazin Nature" und veröffentlichten eine Katastrophenstory nach der anderen.
Doch die vorhergesagten Katastrophen mochten sich partout nicht einstellen. Und so verließen die beiden das Umweltmagazin und widmeten sich fortan in einer kongenialen Kehrtwendung der Beschreibung des Zukunftsoptimismus: "Die Welt wird besser. Ob Krieg, Hunger, Analphabetentum, politische Unterdrückung oder Umweltverschmutzung: Alle großen Übel dieser Welt schrumpfen erfreulicherweise schon seit längerem."
Sie publizierten Bücher, unter anderen das Buch "Öko-Optimismus" und erfreuten fortan die Leser der Welt" mit ihrer Kolumne. Aus diesen Kolumnen stammt auch die vorliegende Sammlung von Texten, die den amüsierten Leser aus dem Lachen, aber auch aus dem Nachdenken nicht herausbringen. Maxeiner und Miersch haben sich schon lange von der alten political correctness verabschiedet, der sie sich freiwillig schon lange vor ihrer Phase bei Nature" unterworfen hatten. Und sie haben auch viele andere Einstellungen verändert, wie sie in einer Aufstellung auf ihrer im übrigen sehr empfehlenswerten Website schreiben:
Was uns gefällt Was uns nicht gefällt
Freie Gedanken Political Correctness
Aufklärung Medienhype
Vernunft Ideologie
Kritik Larmoyanz
Eigenverantwortung Bevormundung
Menschenrechte Werterelativismus
Frieden Pazifismus
Kapitalismus Fürsorgestaat
Wohlstand für alle Umverteilung
Wettbewerb Subventionen
Weltoffenheit Nationalismus
Globalisierung Protektionismus
Gleichberechtigung Frauenquoten
Wissenschaft Esoterik
Technischer Fortschritt Maschinenstürmer
Umweltschutz Ökoreligion
Zukunftsoptimismus Untergangspropheten
Erfindungsreichtum Vorsorgeprinzip
Energieeffizienz Klimapanik
Naturschutz Heimattümelei
Tierschutz Tierrechte
Fahrräder Fahrradbeauftragte
Liberale Drogengesetze Kriminalisierung von Privatangelegenheiten
Individuelle Freiheit Kollektivismus
Und entlang dieser Tabelle beschreiben sie den deutschen Alltag, wie sie ihn wahrnehmen. Sie demontieren mit spitzer Feder das statische Weltbild der Kulturpessimisten und Endzeitpropheten. Sie geißeln scharf die staatliche Regulierungswut und immer wieder sprechen sie sich aus für den Wandel und einen ihn begleitenden Optimismus auf die Zukunft. Konsens schützt nicht von nonsense" ist ihre Maxime, die sie in diesen Texten immer wieder unter Beweis stellen.
Klar, mit derselben kritischen Brille, wie die Autoren sie gegenüber den von ihnen auf die Schippe genommenen Phänomenen haben, sollte man auch ihre eigenen Texte lesen. Sie spitzen zu, übertreiben nicht selten, obwohl es ihnen, das spürt man bei jedem Text, nicht um die Provokation geht, sondern sie wollen ihre Leser sensibilisieren. Deshalb kommen sie nie im Gestus der Weltverbesserer daher, diese Phase haben sie hinter sich, was sie mit selbstkritischen Bemerkungen immer wieder einräumen. Sie treffen ihre Themen meistens direkt auf den Kopf.
Deshalb sind ihre Texte eine angenehme, auch anspruchsvolle Lektüre, weil man eben gegen den Strich denken muss, sie sind eine unterhaltsame Reise durch einen deutschen Alltag, der längst nicht so schlecht ist, wie viele rechts und links von der genauso schrägen Mitte uns weis machen wollen.
Dass Angela Merkel "gefällt, was die beiden so schreiben", kann man sich gut vorstellen.
Ein geniales Zeignis politischer Unkorrektheit, wie es sonst in Deutschland vielleicht nur Henryk M. Broder zu geben in der Lage ist.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Welt geht nun doch nicht unter! , 23. März 2009
Unmöglich, den Inhalt des Buches in einer Rezension zusammenzufassen, das Themenspektrum durchwühlt alle Register. Dennoch ein Versuch:
Unter dem Titel Wie konnten wir das überleben?" finden sich allerlei Katastrophen, die einst an die Wand gemalt wurden, die die Menschheit aber ohne nennenswerte Verluste überlebt hat: BSE, Waldsterben, Vogelgrippe; heute hat der Zeitgeist für uns Genfood, Geburtenrückgang, Klimakatastrophe und andere dämliche Schlagwörter als Apokalypse bereitgestellt. In ein paar Jahren mag man dann wieder beruhigt feststellen: Die Welt ist doch nicht untergegangen. Dann fängt das Bedrohungs-Prozedere von neuem an.
Selbstgerechte Mitteilungsbedürftige, die sich auf den medialen Marktplatz stellen, werden auf die Schippe genommen: Politisch korrektes Blabla verkündende Umweltminister, die sich als moralische Anstandstanten aufspielen, abgehobene Wohlstandstheoretiker wie die vermeidlich hellseherischen Koryphäen des Club of Rome, die, jenseits der rationalen Erklärbarkeit und ohne sich auf profane Zahlen einzulassen, bereits 1972 Gesellschaft und Wirtschaft nach ihrer Theorie umbauen wollten und für ihre radikalen Rezepte Lügen gestraft werden. Und dann ist da noch die arrogante akademische Linke, die ihren Bildungsgrad als Beweis betrachtet, über höhere Einsichten zu verfügen und über den Rest der Bevölkerung, immerhin sind die meisten davon Motoren der Wertschöpfung, bestimmen möchten.
Kritischer, eigenständiger Journalismus ist heute immer noch die Ausnahme; hier finden sich geschwätzige 200 Seiten jenseits der massenmedial geprägten Meinungen, sorgsam gepflegten Vorurteilen und ausgeschlachteten Behauptungen. Wer seine eigene intellektuelle Unabhängigkeit vom politisch korrekten Mainstream zu wahren vermag, findet in diesem Buch Unterstützung. Die Autoren bedienen sich dabei einer brillanten Ausdrucksweise, die manchen Gutmenschen mit seinem konstruierten Gesellschaftsbild mitten in sein Unschulds-Gesicht trifft.
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3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
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Frohe Botschaften, 9. Februar 2009
Unbedingt weiter zu empfehlen.Für alle die sich gerne informieren und auf dem Laufenden bleiben wollen.Humor und Ernst liegen dicht beisammen.
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