Der Spieler kann zu Beginn zwischen zwei Schwierigkeitsstufen wählen und sich dann wahlweise Einführungshinweise einblenden lassen oder nicht. Auch hat man im Startmenü die Möglichkeit, weitere Accounts zu erstellen und seine gesammelten Auszeichnungen zu begutachten.
Doch nun zum Spiel: Das Ganze beginnt mit einem ansprechend gemachten Filmchen, der in der gebotenen Kürze zusammenfasst, wie unser Protagonist in seine gegenwärtige Situation gelangt ist. Die Grafiken des Filmes sind zwar gut gemacht und bringen auch schon eine zur Thematik passende, schaurig düstere Atmosphäre rüber, können aber nicht ganz mit den detailverliebten Grafiken des Spieles mithalten. Dabei sind es vor allem die Wimmelbildszenen, die durch ihre Qualität auffallen. Etwas gewöhnungsbedürftig fand ich persönlich den Akzent, mit dem Dracula seine Sätze rezitiert. Aber störend ist es mit Sicherheit nicht.
Durch bereits erwähnte Einführungshinweise fällt es auch einem ungeübten Spieler nicht sonderlich schwer, sich mit der Steuerung vertraut zu machen. Die Rätsel und Aufgaben sind zu Anfang auch noch auf einem mehr als machbaren Level, sodass man ein Gefühl dafür bekommt, wonach man Ausschau halten muss, um versteckte Hinweise und Gegenstände zu finden, die einen im Spiel weiter bringen. Das Niveau steigert sich natürlich im Laufe der Geschichte, sodass es beim Spielen nicht langweilig wird, da man vor immer neue und anspruchsvollere Aufgaben gestellt wird, die den Ehrgeiz des Spielers herausfordern und ihn dazu ermuntern, am Ball zu bleiben. Die Rätsel und Knobeleien, die immer wieder im Spiel auftauchen, sind wunderbar abwechslungsreich und fordern das logische Denken des Spielers heraus. Obwohl die Rätsel grundsätzlich zwar knifflig, aber durchaus lösbar sind, ist mir aber doch aufgefallen, dass das eine oder andere dann überraschend schwierig ist und sogar ich hatte bei zweien so meine Probleme, die Lösung zu finden. Zwar gibt es für solche Probleme die Möglichkeit, nach einer gewissen Zeit das Rätsel zu überspringen und im Spielgeschehen fortzufahren, will man aber alle Auszeichnungen freischalten, muss man alle Rätsel eigenständig lösen. Ich bin zwar beim zweiten Durchlauf schließlich doch auf die Lösungen aller Rätsel gekommen, es dämpft aber das Spielvergnügen ein wenig, wenn man so übertrieben lang an einer Aufgabe rumtüftelt und der Lösung keinen Schritt näher zu kommen scheint. Da dies aber wirklich im Hauptspiel nur bei einem oder zwei Rätseln der Fall ist, ist es eher ein kleines Manko, vor allem da sie ja übersprungen werden können.
Auch die Wimmelbilder haben es teilweise in sich, da sie wirklich sehr gut gemacht sind und einige Gegenstände so gut in die Szene integriert sind, dass ich teilweise minutenlang auf den richtigen Fleck gestarrt habe, ohne den gesuchten Gegenstand zu erkennen.
Etwas schade fand ich, dass man doch ziemlich zügig durch ist. Ich habe es an einem Abend in etwas über drei Stunden einmal komplett durchgespielt und muss sagen, es waren zwar unterhaltsame, spannende drei Stunden, aber dennoch etwas zu wenig Zeit für meinen Geschmack. Aber für die relativ kurze Spielzeit wird man nicht nur mit einer Auszeichnung belohnt, sondern ' was mir persönlich sehr gut gefallen hat ' mit einem Bonusspiel, das sich direkt an die Hauptgeschichte anschließt und dem Hauptspiel in nichts nachsteht. Die Rätsel sind nach meinem Empfinden noch einen Tick schwieriger, aber wenn man genug Geduld mitbringt sicher zu lösen.
Wirft man einen Blick auf die zu erlangenden Auszeichnungen, so fällt auf, dass man, um alle zu erhalten, das Spiel einmal im einfachen und einmal im schweren Modus durchspielen muss. Eigentlich eine gute Idee, die leider in der Umsetzung dann doch etwas enttäuscht, da es keine nennenswerten Unterschiede vom Spielaufbau gibt und man das Spiel dann ' gesetzt den Fall man hat beim ersten Mal den leichten Modus gewählt ' einfach noch einmal mit weniger Hilfen durchspielt. Da sogar die Rätsel überwiegend identisch sind, wird das Spiel beim zweiten Mal dann doch etwas langweilig. Hier hätte ich mir im idealsten Fall andere, aber zumindest doch etwas kniffligere Rätsel gewünscht. Auch dass die gesuchten Gegenstände wieder an denselben Orten zu finden waren, war schade.
Gut hingegen hat mir gefallen, dass man zum Verwenden der Spezialfähigkeiten erst einmal seinen Blutvorraut auffüllen musste. Auch dass dem Spieler bei den verschiedenen Gelegenheiten, in denen Menschen als potenzielle Opfer aufgetaucht sind, eine Entscheidungsmöglichkeit geboten wurde, ob die betreffende Person nun gebissen werden sollte oder nicht, fand ich gut.
Positiv aufgefallen ist mir auch, dass man zwar die Möglichkeit hatte, sich helfen zu lassen ' sei es beim Suchen nach Gegenständen, bei den Wimmelbildszenen oder den Rätseln ', aber dennoch seinen Kopf selber anstrengen musste; will man sich wirklich alle Auszeichnungen verdienen, müssen die Rätsel gänzlich ohne Hilfe gelöst werden. Das bietet einen wirklich starken Anreiz, es erst einmal auf eigene Faust zu versuchen, ehe man aus Bequemlichkeit den Hinweisbutton bemüht.
Fazit
Alles in allem ist 'Dracula: Tödliche Liebe' ein sehr gelungenes, wenn auch etwas kurzweiliges Spiel, das vor allem dank der grafischen Ausarbeiten für eine vampirisch-düstere Atmosphäre sorgt. Wer Wimmelbilder und knackige Rätsel sucht und dabei mit Dracula quer durch die Welt reisen will, der sollte dieses Spiel einmal genauer unter die Lupe nehmen.