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Frl. Ursula
 
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Frl. Ursula [Gebundene Ausgabe]

Heiner Link
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Rowohlt, Reinbek; Auflage: 4 (2003)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 3498039164
  • ISBN-13: 978-3498039165
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 561.516 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Heiner Link
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 22.07.2003
Eher zwiespältig bewertet der Rezensent Hans-Peter Kunisch diese wahrscheinlich letzte Veröffentlichung des bereits verstorbenen Autors Heiner Link. Nach Meinung des Rezensenten gehen die im Buch auftretenden zwei Ebenen "Herrenwitz und Vorstadtskizze" eine allzu enge Beziehung ein, "in der die Vorstadtskizze der Umarmung schließlich erliegt". Trotzdem räumt er ein, dass durchaus lesenswerte Abschnitte vorhanden sind, bei denen Heiner Links "wichtigstes Stilmittel", die Ironie, gut zur Geltung kommt. Den Vergleich mit Houellebecq findet der Rezensent aber eher unverständlich und sehr gewagt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Pressestimmen

"Radikale Selbstironie verleiht seinen Texten ihre außergewöhnliche Aura. Heiner Link hat das konsumversaute Spaßspießertum und die Hybris unserer Hysterischen Pseudokultur zwar durchschaut. Die Menschen hat er trotzdem nie verachtet." (Norbert Niemann)

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Kundenrezensionen

14 Rezensionen
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ein Schmankerl für alle ruhelosen Männer, 5. März 2004
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Frl. Ursula (Gebundene Ausgabe)
Das Manuskript für dieses Buch hat ein Freund von Heiner Link in dessen Nachlass entdeckt, hat es lektoriert und herausgegeben, denn Heiner Link ist jung an Jahren mit seiner Harley Davidson Anfang 2002 tödlich verunglückt.

Es ist ein sehr witziges, gleichwohl äußerst deutliches Buch. Das ist nichts für zimperlliche Gemüter, die das nicht ertragen wie es in gewissen Macho Kreisen zugeht. Es geht nämlich immer nur um das "Eine".

Also "Frl. Ursula" ist eine bildschöne Verkäuferin in einem Supermarkt und der Erzähler, ein Student, verliebt sich in sie am Ölsardinenregal. Die nächsten fünfzehn Jahre bringt er damit zu, sie "rumzukriegen". Inzwischen ist er aber längst versackt in seinem Reihenhäuschen und in seiner etwas langweiligen Ehe. Und als er 40 Jahre alt wird bekommt er eine Sinnkrise,wie das eben so ist, und flüchtet in einen Golfclub. Da sind dann die Herren Zahnärzte, Rechtanwälte, Unternehmer unter sich, und ziehen tüchtig vom Leder, was die Weiber betrifft. Dabei geht es sehr deftig zu, aber nie zotig, das ist das Wunder, denn Heiner Link erzählt all diese amourösen Abenteuer und Rückschläge mit einer beinahe "Beamtensprache", also ganz nüchtern, ganz korrekt. Dadurch wirkt das alles ungeheuer komisch. Er schildert erotische Abenteuer so wie man eine Fahranleitung für ein Auto oder eine Gebrauchsanweisung für ein Gerät anlegt. Also, welchen Knopf man wann und wo drehen muss, damit das Auto fährt oder das Gerät ausgeht - wahlweise damit die Dame vor Wollust aufstöhnt. Letztlich lieben ja diese Herren bekanntlich ihre Autos viel mehr als die Frauen.

Und in diesem Golfclub sind zum Beispiel dann auch Klosprüche. Das sind nicht irgendwelche Klosprüche wie wir die alle kennen, das sind Zitate aus dem feinsinnigen Werk von Peter Handke. Das hat ja irgendwie auch etwas von Woody Allen.Das sind lahm gelegte Männer, die sich in ihren so genannten besten Jahren langweilen, die nur noch auf Busen und weibliche Oberschenkel und Hinterteile starren. Sie benutzen ihr Schwarzgeld dazu einer Dame ein Appartement zu finanzieren, weil ja die eigene Gattin nicht mehr so recht will.

Auch Frl. Ursula will lange nicht, der ganze Golfclub muss erst geschlossen nach Havanna fahren, damit etwas passiert.

Das ganze ist sehr drastisch, sehr arnachisch, sehr komisch, wie das eigentlich immer nur die Bayern können. Heiner Link war ja auch Bayer und er steht da in einer Tradition von Gerhard Polt, Karl Valentin, Oskar Maria Graf, Herbert Achternbusch - es ist von allem ein bißchen vorhanden. Er hat einen ganz eigenen ironischen Ton. Es ging ihm nie um das Lustige, es geht ihm um das Tragik-Komische, das schreibt sein Freund der Schriftsteller Norbert Niemann auch in einem rührend schönen Nachwort zu diesem Buch.

Die arrivierten Reihenhausmänner haben wirklich Sehnsucht, sie suchen wirklich das Glück, so sehr,dass einer von ihnen sich eines Tages eine Kugel in den Kopf schießt, weil er sein spießiges Dasein nicht mehr erträgt. Aber sie kommen aus dem blutleeren Gespensterreigen ihres Alltags und aus ihren ganz und gar ekelhaften Witzen und aus ihrer verkorksten Sexualität nicht mehr unbeschadet raus.

Hier durchschaut ein Schriftsteller Lügen, Spießertum und Anpassung ohne ein einziges Mal zu werten. Er verachtet die Menschen nicht die er beschreibt und das ist beeindruckend und enorm unterhaltend.

Heiner Link zwingt das Banale in das Korsett einer korrekten Sprache. Das macht es so grotesk und druchaus lesenwert.

Heiner Link hat sieben Bücher geschrieben, man findet sie noch in den Buchhandlungen oder im Internet, aber vielleicht sollte man ihn mit diesem, seinem letzten Buch entdecken.

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39 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das Flair der großen weiten Welt, 16. August 2003
Von 
Der Buch-Vorleser "André Hanke" (Sachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Frl. Ursula (Gebundene Ausgabe)
Mit seinem letzten Roman „Frl. Ursula" (Rowohlt Verlag) hat der vor einem Jahr tödlich verunglückte Literat Heiner Link nochmal ein wunderbares, ganz großes Buch geschrieben; schmal zwar mit gut 200 Seiten aber doch so kraftvoll, lebendig und reich an prächtigem Witz. Das Leben ist es mit seinen Abenteuern und Amouren, das Link beschreibt, erzählend vom ersten Mal, von Leidenschaft, Wonne, Erfolg, Liebe und Tod. Pennäler träumen, Reiche golfen, Erfolglose werden gefeuert und wer nicht achtgibt, kommt unter die Räder. Dann noch ein bißchen Havanna und ein Flair von weiter Welt und zu Ende geht ein Stück perfekter Unterhaltung, ergänzt durch ein interessantes Nachwort von Norbert Niemann. Unbedingt besorgen.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Golf und Frauengeschichten, 23. Februar 2004
Von 
zueribueb (Zürich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Frl. Ursula (Gebundene Ausgabe)
Die ersten zwei Drittel von Heiner Links Roman "Frl. Ursula" fand ich sehr spannend, leider fällt die Geschichte im letzten Drittel etwas ab. Darum gebe ich nur 3 statt 4 Sterne. Sprachlich, stilistisch und vom Unterhaltswert her sind 5 Sterne angezeigt, weshalb "Frl. Ursula" ein empfehlenswerter Lesespass ist.
Es geht um einen Icherzähler, der in der Gesellschaft gut etabliert ist. Akademiker, guter Job, Haus, Ehefrau, Geliebte. Insgesamt erfährt man eigentlich nichts Konkretes über seine Person und sein Leben. Regelmässig spielt er mit seinen Akademiker-Kollegen (Anwälte, Zahnärzte) Golf. Bevorzugtes Thema neben dem Spielplatz sind ihre Frauengeschichten. Parallel dazu erzählt der Icherzähler, wie er vor 20 Jahren dieses Frl. Ursula kennen gelernt hat, nämlich in einem Supermarkt, wo ihr Namensschild mit "Frl. Ursula" beschriftet war, und wie sich ihre Beziehung im Laufe der Zeit entwickelte. Ein stetiges Auf und Ab, lange nichts, dann ein Liebesverhältnis, schliesslich nur noch Freundschaft. Frl. Ursula bleibt als Person seltsam blass, unfassbar und identitätslos, mehr Phantom als reale Figur. Wenig ist von ihr bekannt. Frl. Ursula scheint mehr eine Projektion des Icherzählers von einer Traumfrau zu sein.
Besonders witzig ist eine Episode, in der der Icherzähler in beinahe kindlicher Unbedarftheit beginnt, im Klo des Clubhauses mit einem Filzstift kecke Sprüche zu schreiben. Das ist schon richtig gehend subversiv, was die etablierten Golfspieler extrem nervt. Als ob sie keine anderen Probleme hätten, als den unbekannten Schmierfink zu finden. So einfach kann das das festgefahrene Weltbild des Establishment erschüttert werden.
Im letzten Drittel des Buches verlagert sich die Handlung etwas unmotiviert nach Kuba, statt dass die Geschichte um Frl. Ursula weiter entwickelt würde. Der Icherzähler macht dort Ferien mit Frl. Ursula und seinen Golfkumpanen, dem so genannten Havanna-Club (wie die Rum-Marke). Das Leben in der Hitze spielt sich irgendwie zwischen Golf, Rum und Prostituierten ab. Frl. Ursula scheint gar nicht real in Kuba zu sein, denn sie spielt praktisch keine Rolle, vielmehr scheint sie nur als Wunschvorstellung des Icherzählers zu existieren. Vielleicht ist das Kuba-Kapitel auch eine Anspielung auf Max Frischs "Homo Faber", wo auch ein älterer Herr in der Sinnkrise sich durch Havannas Bars trinkt und mit blutjungen Mädchen nochmals seine Jugendlichkeit beweisen will.
"Frl. Ursula" ist vor allem ein sehr gut geschriebenes Buch. Der Icherzähler erzählt aus einer etwas seltsam distanzierten und wunderbar selbstironischen Optik. Seine Betrachtungen werden staubtrocken und lakonisch vorgetragen. Witzig ist, wenn Heiner Link gewisse Themen (Golf, Wirtschaftsleben) blendet imitiert und somit auch parodiert. Durch "Frl. Ursula" öffnet sich den Lesern ein sehr spezieller und entlarvender Blick auf die Herren der besseren Gesellschaft, deren Sinnessuche sich nur zwischen Geld, Alkohol und Frauen im Kreis dreht.
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