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Eine Beethoven-Gruppe steht am Anfang des Programms. Es zeugt von einem gewissen Mut, ausgerechnet mit "Adelaide", einem sehr schwärmerischen und nicht zuletzt auch sehr langen Lied zu beginnen. Wunderlichs Stimme sitzt aber von der ersten Sekunde an perfekt. Sehnsucht gepaart mit Leichtigkeit, Schwärmerei mit Tiefgang: Bei Fritz Wunderlich braut sich alles zu einer herrlichen Mixtur zusammen. Nach der zurückhaltenden "Resignation", zieht der große Tenor beim extrem dramatischen "Wachtelschlag" alle Register seines Könnens: Fürchte Gott!, liebe Gott!, danke Gott! -- die Rufe einer Wachtel, werden so zur eindringlichen Weisung. Das "Mailied" ist einfach nur wunderschön, während "Der Kuss" mit feinstem Humor vorgetragen wird.
Mit einer fast zynischen Leichtigkeit wird mit "Der Einsame" die Schubert-Gruppe eröffnet. Bei Mayrhofers "Nachtstück" schauderts einem: Von überwältigender Innigkeit und verblüffender Natürlichkeit wird diese Todessehnsucht von Fritz Wunderlich zelebriert. "An die Laute" hellt alles wieder ein bisschen auf. Nach dem abermals schwermütigen "Lied eines Schiffers an die Dioskuren", beschließen Fritz Wunderlich und Hubert Giesen mit "An Sylvia" und "Die Forelle" den Schubert-Teil mit etwas leichteren Liedern.
Und dann die "Dichterliebe": Diese 16 Gedichte von Heinrich Heine, geschrieben 1822 nach einer gescheiterten Beziehung, von Schumann 1840 vertont, gehören zum Formvollendetsten was es gibt. Mit Fritz Wunderlich als Interpreten, wird dieser Zyklus zum ergreifenden Erlebnis. Alles Überflüssige wird weggelassen, keine Effekthascherei. Hubert Giesen spielt zurückhaltend aber er lässt sich nie zurückdrängen. Fritz Wunderlich taucht mit Haut und Haar in die "Dichterliebe" ein, hat seine Emotionen aber immer unter Kontrolle. Das ist einfach Kunst. --Rudolf Kamm
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
65 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Legendäres Tondokument,
Von
Rezension bezieht sich auf: Fritz Wunderlich - Der Letzte Liederabend / The Last Recital (Audio CD)
Wunderlichs letzter Liederabend in der Usher Hall ist leider nur in einer Bandaufnahme erhalten, deren technische Qualität miserabel ist. Was die Technik nun für diese CD daraus gemacht hat, grenzt an ein Wunder. Auch wenn Hubert Giesen ein wenig "jault" - Fritz Wunderlich singt so strahlend und klar, wie immer. Seine Stimme leuchtet, wie wir es gewohnt sind. Nein - gerade bei "Ich hab im Traum geweinet" hat sie eine bisher nicht gekannte Innigkeit, die einem - gerade, wenn man die anderen Aufnahmen kennt - noch heute die Kehle schnürt.Ein Muss für alle Wunderlichfans! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
30 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Liebe für's Leben...,
Rezension bezieht sich auf: Fritz Wunderlich - Der Letzte Liederabend / The Last Recital (Audio CD)
Es gibt CDs die der Klassikliebhaber kauft, hört, und danach zu den anderen in den Schrank stellt. Dort steht sie dann neben einer ganzen Reihe anderer Einspielung des gleichen Werkes und je nach Stimmung, Lust und Laune wird mal die eine, mal die andere Interpretation hervorgeholt und auf den Plattenteller oder in den CD-Spieler gelegt.Und dann gibt es Aufnahmen eines bestimmten Werkes, die so vollendet sind, daß man für den Rest seines Lebens keine weitere mehr kaufen wird, weil man weiß, daß man mit ihr die große Liebe gefunden hat und glücklich leben wird bis daß der Tod uns scheidet. Eine dieser überaus seltenen Aufnahmen ist der letzte Liederabend von Fritz Wunderlich mit einer Dichterliebe die so wunderbar ist, daß man auf die Knie sinken möchte und einem noch mehr als 40 Jahre nach dem jähen Tod des Jahrhundertsängers die Tränen in die Augen treten können ob dieses Verlustes. Die verführerische Frage "Was wäre wenn..." schwebt wieder einmal im Raum. Was wäre wenn dieser Sänger, der mit 36 Jahren bereits so vollendet war wie es nur wenigen Künstlern jemals vergönnt ist, länger hätte leben dürfen? Wie hätte das weitere künstlerische Leben eines Sängers und Vollblutmusikers ausgesehen, der bereits in solch jungen Jahren für jede musikalische Gattung, jeden Stil, jeden Komponisten den richtigen Ton, die richtige Stimme finden konnte, und der immer singt "als ob singen das einfachste auf der Welt sei" wie es Kollege Rolando Villazón einmal formuliert hat. Bis heute ist Wunderlich im lyrischen Fach das Maß aller Dinge. Seine Fähigkeit noch aus dem schlichtesten Schlager ein Kunstwerk zu machen ist unerreicht. Sein Geheimnis ist, neben einer berückend schönen Stimme und einer stupenden Musikalität, vielleicht das völlige Fehlen von Arroganz. Er nimmt einen Operettenschlager ebenso ernst wie eine Bach-Arie, und deshalb ist er allem gewachsen. Viele Tenöre deutscher und fremder Zunge wurden in den letzten 40 Jahren zum neuen Wunderlich" ausgerufen, kein einziger ist es gewesen. Es ist das geschehen, was Musikkritiker bereits unmittelbar nach jenem verhängnisvollen Treppensturz im September 1966 befürchtet haben: Fritz Wunderlich ist ohne Nachfolger geblieben. Sein letzter Liederabend endete ausgrechnet mit Schuberts "An die Musik": Oft hat ein Seufzer, deiner Harf entflossen, Ein süßer, heiliger Akkord von dir Den Himmel beßrer Zeiten mir erschlossen, Du holde Kunst, ich danke dir dafür! Wir sind es, die auch 44 Jahre später noch zu danken haben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderlich - ein Wunder!,
Von jgri "jgrimm19" (New York, NY, USA) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Fritz Wunderlich - Der Letzte Liederabend / The Last Recital (Audio CD)
Als ich das erste mal in diese CD (im Laden) hereinhörte war ich innerhalb der ersten 40 Sekunden von "Adelaide" begeistert und geradezu ergriffen - und blieb es für den Rest der CD (wann immer ich sie höre). Ich habe ganz selten eine solch perfekte Stimmbeherrschung gehört und eine solche herrliche Stimme! Welch ein Jammer und Unglück der Tod dieses Meister auch für die Musik war wird jedem Hörer dieses Recitals schnell klar. Die Aufnahme ist vom 4. September 1966 und daher technisch nicht mit modernen Aufnahmen zu vergleichen, dennoch empfand ich das (wohl gut bearbeitete) Rauschen nicht störend, es paßt zum Charme der Aufnahme. Zugreifen!!
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