Über E-Mails erfährt man als Normalmensch eigentlich nur das, was die
jeweilige Software-Bedienungsanleitung dafür beisteuert. Und das ist meist
wenig unterhaltsam. Außerdem weiß fast jeder inzwischen, dass E-Mails
Teufelszeug sein können. Aber lassen mag auch keiner davon. Fritz Jörn weiß,
so spürt man schnell, dagegen fast alles über die digitale Post, in all’
ihren Facetten. Und trotz seiner ausgewiesenen Technikliebe steht der Mensch
bei ihm im Mittelpunkt. Den nämlich nimmt er an die Hand und erklärt ihm
geduldig und wirklich verstehbar den Umgang mit getippter Kommunikation. Man
hört ihm gern zu, muss freilich nicht alles von vorn nach hinten
durcharbeiten. Auch der Direkteinstieg in Einzelkapitel hat bestem
Anleitungswert und tut seinen guten Dienst, wenn es beispielsweise darum
geht, den eigenen E-Mail-Client optimal zu konfigurieren oder zum
"Grabstein" aufgelistete E-Mail-Kopfzeilen irgendwie einzuordnen. Verstehbar
wird vieles aber erst, wenn man als Autor dabei ein paar Schritte zurück
geht und Entwicklungslinien nachzeichnet. Auch das tut Fritz Jörn gern, aber
nicht im Übermaß. E-Mails sind, so weiß man am Ende des Buches besser als
vorher, eigentlich ziemlich komplizierte Vermittlungsprozesse, die trotzdem
milliardenfach die Welt umrunden und uns einander näher bringen. Immerhin:
Soo genau, mag der ein oder andere dann sagen, wolle er - oder sie - es dann
doch nicht wissen. Muss auch nicht - wenn der E-Mail-Knigge von Fritz Jörn
im häuslichen Bücherregal steht. Denn die nächste Frage kommt garantiert.
Und dann ist es gut, einen ziemlich preiswerten Verbündeten zu haben. Für
alle Fälle.