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Fritz Haber
 
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Fritz Haber [Taschenbuch]

Dietrich Stoltzenberg
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 669 Seiten
  • Verlag: Wiley-VCH; Auflage: 1 (Oktober 1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3527295739
  • ISBN-13: 978-3527295739
  • Größe und/oder Gewicht: 23,2 x 15,8 x 4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Dietrich Stoltzenberg
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Literatur

Chemie und Krieg

Es war einer der umstrittensten Nobelpreise der naturwissenschaftlichen Disziplinen: 1918 erhielt ihn der deutsche Chemiker Fritz Haber für die «Synthese von Ammoniak aus seinen Elementen», die ihm 1908 gelungen war. Umstritten war aber nicht Habers wissenschaftliche Leistung, umstritten war vielmehr sein Einsatz während des Ersten Weltkriegs – denn Haber war massgeblich an der Entwicklung von Giftgas für die deutsche Armee beteiligt. Umstritten ist Fritz Haber bis heute: ein besessener Wissenschafter, ein geschickter Wissenschaftsmanager avant le terme (er machte aus dem Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie und Elektrochemie in Berlin eine berühmte Forschungseinrichtung, die heute seinen Namen trägt) – aber auch ein jüdischer Preusse, ein skrupelloser Patriot, ein wissenschaftlicher Phantast (er wollte aus Meerwasser Gold destillieren, um sozusagen eigenhändig die deutschen Kriegsschulden zu bezahlen).

In seiner umfangreichen Biographie, die jetzt als Taschenbuch erschienen ist, geht Dietrich Stoltzenberg allen Aspekten der Figur Haber nach. Stoltzenberg, selber Chemiker, verfolgt Habers Werdegang von Breslau, wo er 1868 in einer assimilierten jüdischen Familie geboren wurde, über Heidelberg und Berlin, wo er studierte und sich wissenschaftlich etablierte, bis zu der kurzen Gastdozentur in Cambridge, als er aus dem Berliner Institut und aus Deutschland vertrieben worden war. Auf dem Weg von England nach Israel starb Haber 1934 an einem Herzinfarkt in Basel. Stoltzenberg ist fasziniert von dem Erfinder und Wissenschafter, aber er übersieht nicht Habers irregeleiteten patriotischen Eifer und seinen fragwürdigen Ruf als Begründer der chemischen Kriegführung. Mit Rückgriffen auf nicht oder wenig bekannte Dokumente, mit Zitaten und unzähligen Details zeichnet Stoltzenberg ein Leben nach, in dem sich Wissenschaftsgeschichte und Zeitgeschichte auf dramatische Weise treffen. Denn Zyklon B, das Haber für die Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung Anfang der zwanziger Jahre entwickelt hatte, setzte die SS schliesslich in Auschwitz ein, um Juden zu ermorden.

Stefana Sabin

Kurzbeschreibung

Die lange erwartete preisgünstige Softcover-Ausgabe der umfassenden Biographie des genialen und zugleich umstrittenen Chemikers. Dieses Buch ist ein 'Muß' für Historiker und Naturwissenschaftler sowie für alle, die sich für die Geschichte Deutschlands im frühen 20. Jahrhundert interessieren. Inhalt Die Vorfahren/ Kindheit und Jugend/ Lehr- und Wanderjahre/ Die Karlsruher Glanzzeit/ Die Fixierung des Stickstoffs/ Der Aufbau des Kaiser-Wilhelm-Instituts und die ersten Arbeiten in Berlin/ Der erste Weltkrieg/ Demobilmachung und Habers Einfluß auf die weitere Entwicklung chemischer Waffen/ Familiäres und Privates/ Der Nobelpreis und die Nachfolge Emil Fischers/ Das Habersche Institut und die wissenschaftlichen Arbeiten 1919 bis 1933/ Habers Beitrag zur Förderung der Wissenschaften in den zwanziger Jahren und bis zu seiner Emigration/ Emigration und Tod

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hero, Villain and Victim 9. November 2010
Von DB
Format:Gebundene Ausgabe
I'm a professional chemist and an armchair historian, and I work for a Germany-based multinational, so it's perhaps not a surprise that I have a great interest in the history of the chemical industry (and in particular the German chemical industry) and in how chemistry has impinged on history in general. And arguably the chemist who has had the biggest effect on world history is Fritz Haber.

His remarkable story is known a little in Germany, but hardly at all elsewhere, which is scandalous. It should be filmed by somebody like Steven Spielberg. Haber was Jewish, but a fervent German nationalist. Even before 1914 he was aware (unlike most of the General Staff) that Germany would be unable to fight an extended war against Britain without a synthetic source of nitrate or ammonia (from which nitrate is easily made.) Up until then virtually all nitrate, for fertilisers and explosives, came from dung, mineral nitrate from Chile or guano from Peru, and the Royal Navy could cut off the latter two sources. Haber and his partner Bosch (a hero of mine) succeeded just in time to make ammonia from nitrogen and hydrogen. Without the Haber process Germany would probably have had to sue for peace in 1916 and twentieth century history would have taken a completely different course. (This is the case even if we ignore the political implications - the world could only support a population a quarter of today's if we relied on natural fertilisers alone!).

That's the heroic side. But he was also responsible for introducing gas warfare (he thought it would shorten the war.) His first wife, Clara Immerwahr - a fascinating character in her own right - committed suicide as a result of this.

And then the Nazis decided to strip this national hero of all his positions. He left the country and died a broken man.

I've given the book five stars because it was aimed at someone like me. But to be honest it would be quite tough-going for someone without a chemical background. Nevertheless it's an impressive piece of work. There is an abridged English translation, but if you can read German, go for the original.
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