Kurzbeschreibung
Jeder Mann weiß es: Eine Geburt ist wie Spazierengehen. Frau Schnidt weiß, es ist ein produktiver Schmerz und einfach ein schönes Gefühl. Etwa so, als ob man versucht, eine große Wassermelone rauszupressen. Nach der Geburt wird für Frau Schnidt alles noch viel schöner: da warten der tollpatschige Kindsvater und zwei reizende Zimmergenossinnen; ehemalige Freunde schauen vorbei, esoterisch angehauchte Mütter und undurchschaubare Ärzte.
Mit schrägem Witz und viel Sinn für die Absurditäten des Lebens beschreibt Susanne Fröhlich fünf Tage im Leben von Frau Schnidt. Fünf Tage, die sie nach der Entbindung im Krankenhaus verbringt. Fünf Tage voller Turbulenzen, Erinnerungen und Einsichten in das Leben von Männern, Frauen und Kindern.
Mit schrägem Witz und viel Sinn für die Absurditäten des Lebens beschreibt Susanne Fröhlich fünf Tage im Leben von Frau Schnidt. Fünf Tage, die sie nach der Entbindung im Krankenhaus verbringt. Fünf Tage voller Turbulenzen, Erinnerungen und Einsichten in das Leben von Männern, Frauen und Kindern.
Über den Autor
"Die taz bezeichnete sie als »präzise Mischung aus Sharon Stone und Hella von Sinnen«. Susanne Fröhlich ist Rundfunk- und TV-Moderatorin. Im Hörfunk sorgte sie vor allem durch ihre Moderation des Ausgehspiels »Wer mit Wem?« für Furore, im Fernsehen stand sie zuletzt beim ZDF in der Talkrunde »Wir vier« vor der Kamera. Susanne Fröhlich lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt. "
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Taschenbuch
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Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
5 "Und jetzt wollen wir mal schön feste pressen, gell, Frau Schnidt." Das kleine Arschloch, das sich anmaßt, mit mir gemeinsam pressen zu wollen, heißt Dr. Wiedmann und ist an sich so ziemlich der unsympathischste und unleckerste Kerl, der mir in den letzten Jahren über den Weg gelaufen ist. Dummerweise befinde ich mich in einer Art Unterleibsabhängigkeit von ebendiesem Oberlehrertyp mit der Ausstrahlung einer alten Socke. Er riecht leider auch ähnlich. Aber wie soll einer, der jahrzehntelang im Dienste der Menschheit Medizin studiert hat, bei all dem Streß auch noch Zeit für die Körperpflege finden. Im Kopf notiere ich - Geschenk für Wiedmann, wenn er dieses Etwas aus mir rausholt, Deo. Ganz was Feines. Ein richtiges Antitranspirant. Coole, tolle Frauen, uns allen aus Frauenzeitschriften und Hera-Lind-Romanen bekannt, würden den kleinen Assistenzarzt mit dem Sockenaroma jetzt durch einen schlagfertigen, treffenden - aber niemals gemeinen - Satz locker in seine Schranken verweisen. Dummerweise scheint meine Schlagfertigkeit unter dieser Presserei doch ein bißchen zu leiden. Ich fühle mich, als müßte ich eine Wassermelone scheißen, und wer dabei noch amüsante Konversation machen kann - den möchte ich gerne mal kennenlernen; allerdings erst, wenn das hier erledigt ist. Ich habe mir das Ganze doch ein wenig anders vorgestellt. Was stand da in meinem Geburtsvorbereitungsbuch: "Wer gelassen an die Sache rangeht, für den wird die Geburt das schönste Erlebnis überhaupt." Wenn das das schönste Erlebnis überhaupt ist, möchte ich niemals ein schlimmes haben. Christoph wischt mir mit irgendeinem kalten Feudel über die Stirn - es sollte wohl die Stirn sein; vor Aufregung hat er mir das rechte Brillenglas gleich mit eingenäßt. Natürlich trage ich normalerweise keine Brille - ja, aus Eitelkeit, aber bei der Presserei müssen die Kontaktlinsen raus. Leuchtet ein, denn natürlich will ich nicht, daß mir im "schönsten" Moment meines Lebens (haha) die Haftschalen rausfliegen, ich das mühsam Erpreßte nicht mal sehen kann und noch dazu 300 Mark pro Auge irgendwo in einem Kreißsaal plattgetreten werden. "Wir habens gleich, wir habens gleich": Dr. Wiedmann gerät in eine Art ekstatischen Zustand, und Christoph, übrigens mein Lebensgefährte, hat mit seinem Wischläppchen jetzt auch noch das andere Brillenglas erwischt. Wenn der Mann doch sonst auch so treffsicher wäre. Die einzige Person, die noch bei Verstand ist in diesem Raum, nennt sich Angie und war schon bei Hunderten von Geburten dabei. "Kindschen, für mich ist das so wie Spazierengehn, ganz was Normales." Würde es mich beim Spazierengehen jedesmal so zerreißen, ich schwörs: Keinen Meter würde ich mehr gehen. "Nicht in den Kopf pressen, nur nicht in den Kopf", Wiedmann, der Müffeldoktor, guckt streng, als wäre das echt was Neues, daß Kinder nicht durch den Kopf rauskommen. Wenn ich den nicht hätte; das hätte ja böse enden können - so ne Kopfgeburt.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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