Da sind wir wieder im schönen Norddeich und es ist irgendwie so, als käme man an einen vertrauten Ort zurück. Alles ist wieder da, die wundervoll skurrilen und doch so liebenswerten Menschen, die herb-schöne Landschaft, die heimelige Atmosphäre, die ein wohliges Grauen in sich birgt. Auch in ihrem zweiten Nordseekrimi gelingt es der Autorin, diese spannende Mischung beizubehalten, ja, sie wird sogar intensiver, packt den Leser und wird langsam zur Sucht. Auch in diesem Buch wird Sinnliches mit Übersinnlichem gemischt, die Spökenkiecker sind unterwegs und das Geheimnis der alten Villa hält uns bis zum Ende des Buches in Atem. Wer die Schickimicki Gesellschaft von Sylt sucht, der wird in diesem Buch nicht fündig werden, hier gehts um Bodenständiges, der Atem des Meeres, das spiegelnde Watt und die Menschen der Nordseeküste. Die Autorin weiß eine Landschaft in zarten Tönen zu malen, gemütliche Wohnstuben und feuchtfröhliche Feste täuschen den Leser darüber hinweg, dass draußen im Watt und in der alten Villa das Grauen umgeht. Wenn der Schrecken dann aber ausbricht, stehen uns die Haare zu Berge, denn in solchen Szenen wird dem Leser nichts geschenkt. Dennoch - und das ist das Sympathische an dieser Nordsee-Mischung - die Autorin hat Humor, friesich-herb und ein wenig bärbeißig kommt er daher, lässt uns mitten im Gruseligen schmunzeln und schafft es zwei Zeilen später gleich wieder, dass uns das Lachen im Halse stecken bleibt.
Friesentod ist eine gelungene Fortsetzung von "Friesenfeuer" des ersten Friesenkrimis der Autorin, wer noch kein Nordseefan ist, der wird es bei dieser Lektüre garantiert werden. Aber Vorsicht - diese Krimis machen süchtig. Ich zumindest warte schon ungeduldig auf den nächsten.