Kurzbeschreibung
Seit ihrer Kindheit wird Paulina von schrecklichen Träumen und Visionen heimgesucht. Als man bei Deich-Sanierungsarbeiten ein Skelett findet, scheinen diese Alpträume Wahrheit zu werden. Und dann verschwindet auch noch Paulinas jüngere Schwester Ellen, die sich einer geheimnisvollen Sekte angeschlossen hat, welche, wie sich bald herausstellt, auch vor Mord nicht zurückschreckt. Zum Glück findet Paulina Hilfe in Jeanette, einer Autorin, die nach Ostfriesland gekommen ist, um ihr neues Buch vorzustellen, und bei Daniel, für den sie mehr als nur freundschaftliche Gefühle hegt. Die Frage ist nur, ob sie es schaffen werden, Ellens Leben zu retten, zumal sie sich selbst auf einmal in tödlicher Gefahr befinden. Der Fluch ‚So viele Muscheln es am Strand gibt, so viele Schmerzen sollst du erleiden’, ist bereits einmal zur grausamen Realität geworden...
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Die Polizisten versuchten, die Gaffer zu vertreiben, die sich in Windeseile am Schauplatz zusammengefunden hatten. Aber nur die wenigsten folgten der Aufforderung weiterzugehen. Die meisten traten nur ein paar Schritte von den Absperrungen zurück und starrten dann erneut zu der Baustelle hinüber, vor die man jetzt eine Plane gespannt hatte. Als die Polizisten zu Jeanette kamen, zückte sie ihren Ausweis. Die Beamten warfen nur einen kurzen Blick darauf, ehe sie weitergingen. Jeanette wartete, bis sie mit anderen Passanten beschäftigt waren, dann schlüpfte sie unter dem Flatterband hindurch und gesellte sich zu den Reportern, die inzwischen auch eingetroffen waren. Sie war nicht der Typ, der im Blut waten musste. Deshalb lauschte sie einfach die Informationen ab, die die Kollegen von der Presse per Handys an ihre Redaktionen weitergaben. Es dauerte nicht lange, da wusste Jeanette, dass man bei den Abbruchabeiten einen menschlichen Schädel gefunden hatte und dass man im Augenblick auf die Forensiker wartete, die nach weiteren Knochen suchen sollten. Ein Kombi mit Staatsnummer näherte sich. Die Polizisten machten eine Gasse frei, damit das Fahrzeug passieren konnte. Es hielt in der Nähe der Baugrube. Gleich darauf sprangen drei Männer heraus, die zu der Plane eilten, drunter durch schlüpften und sich so den weiteren Blicken der Gaffer entzogen. Jeanette blickte zur Straße zurück. Auf einem Sandhügel stand eine junge Frau, die mit scheinbar leeren Augen zu ihr herübersah. Sie kam Jeanette bekannt vor. Dieses aparte Gesicht mit dem streng zurückgekämmten Haar hatte sie schon einmal ge-sehen... Ja, natürlich! Die Frau war ihr bereits in den Zwil-lingsmühlen aufgefallen. Sie hatte mit einem jungen Mann gesprochen, der ganz offensichtlich mehr an ihr interessiert schien als es ihr angenehm war. Auf jeden Fall hatte ihre Körpersprache Abstand signalisiert. Jetzt zeigte ihre Haltung eine andere Empfindung. Jeanette hatte das Gefühl, dass die junge Frau in Gedanken weit, weit weg war. In einem anderen Land, einer anderen Zeit?
