Die Sängerin mit dem verruchten Auftreten und der rauchigen Stimme war nach dem schnellen Ruhm mit ihrem Song "Cost Of Freedom" und dem dazu gehörenden Album "This Is Marla" 1993 nicht ganz zurecht gekommen und veröffentlichte danach noch zwei mittelmäßige Alben, bevor sie sich für fünf Jahre gänzlich zurückzog. Mit "Friends" versucht sie einen Neuanfang, denn sie besitzt noch immer eine der fesselndsten Stimmen des Business. Doch leider wird diese von der flächendeckenden Produktion auf diesem Album fast erdrückt. Zwar ist es ihr bislang zugänglichstes, doch die Anleihen, die sie bei Funk, Soul oder Blues macht, wirken seltsam belanglos und alibihaft. So, als würde sie schon gerne, kann aber doch nicht so, wie sie will. Denn wenn sich nach einem guten Einstieg die Songs jeweils so weit steigern, dass im Refrain die Bläser und Streicher geballt auftreten und Marla Glens Stimme dabei untergeht, dann ist etwas schief gelaufen, dann wird ihr Kapital leichtfertig verspielt. Wie so oft wäre hier auch weniger an Bombast mehr gewesen.