Dieser Film folgt keinem der üblichen Schemata, hat keine "Story" (das heißt aber nicht, das nichts geschieht), hat keine Heldin oder gar einen Helden (obschon Jennifer Aniston ein bißchen exponierter ist als ihre Co-Stars), und endet weder mit einer glücklichen Auflösung aller Konflikte noch mit einer herzzerreißenden Katastrophe, sondern mit einer leisen Pointe. Es ist eben ein "slice of life", ein Ausschnitt aus dem Leben von vier sehr verschiedenen Frauen um die Vierzig, eine Charakterstudie, die von einem intelligenten Drehbuch und hervorragenden Darstellern lebt. Der Film wirkt ein bißchen so, als würden die geschilderten Personen mal vorübergehend von einem Kamerateam begleitet, um ihren Alltag zu dokumentieren, und so entsteht der Eindruck von Banalität, Inkonsequenz und mangelnder Tiefe, den manche Rezensenten hier beklagen. Denn das Leben bewegt sich die meiste Zeit nicht in tiefen Gewässern, die Menschen ziehen sich nicht dauernd seelisch aus, es passieren nicht ständig bedeutende Dinge, es fügt sich nicht alles in eine glasklare Kausalkette ein. Und doch ist das Leben voll Sinn und Bedeutung, wenn man die Zeichen zu lesen versteht, die Untertöne klingen hört, das halb Ausgesprochene zu Ende denkt. Genau so ist dieser Film.
Wer daran keine Freude hat, wer unterhalten werden will, Spannung braucht, um wach zu bleiben, eine typische RomCom erwartet, weil Jennifer Aniston mitspielt, oder ein zu Herzen gehendes Drama, der wird natürlich enttäuscht sein. Es ist ein Hochglanz-Independent-Movie, das Hollywood-Schauspieler sich mal gönnen, wenn Sie nicht die übliche Massenware herstellen, sondern das Gefühl haben wollen, doch irgendwie Künstler zu sein.