Reggae boomt. Und so winken große Verträge, wenn die Musik nur breitentauglich genug ist. Buju Banton, der Barde unter Jamaicas Barden, zeigt schon länger einen Hang zu Balladen und Gospel. Und so raspelt seine einzigartige Reibeisenstimme auf "Friends For Life" meist an milden Tönen, und die Flocken kitzeln sanft das Trommelfell. Egal, ob im Hintergrund Gitarren plänkeln oder mal R`n`B-, mal Reggae-Bässe wummern. Harter Dancehall, Bujus ursprüngliche Domäne, brummt auf diesem Album nur selten.
Unter dem Strich eine melodische, vielseitige Angelegenheit. Auch wenn man das nun Pop schimpfen will - diesen Vorwurf muß er sich hier zu Lande sowieso anhören. Denn wer auf den Roots-Reggae steht, der hört auch keinen R`n`B, noch weniger Ragga. Dabei besitzen einige von Buijus Lover - und Roots - Tunes immer noch genügend Druck und Eindringlichkeit; und die Dancehall-Tracks grooven gut. Buju, das Reibeisen, kratzt eben kaum noch. Er hat sich mehr auf's Streicheln verlegt.