Donna Leons Brunetti ist in Friends in High Places wieder zur alten Form aufgelaufen. Die Geschichte beginnt langsam und gemütlich, alles scheint erst einmal ein Problem mit der Wohnung der Brunettis darzustellen. Aber mit dem Kontakt mit der Baubehörde ist nur der Auftakt zu einer Geschichte geschaffen, die das innerste Treiben und Leben Venedigs beschreibt und dabei auch übliche städtische Probleme wie die Drogensucht mit einbezieht. Der Roman entwickelt sich aber nicht nur durch Brunettis Ermittlungen, die eigentlich nur durch ein ungutes Gefühl Brunettis beim Tod eines städtischen Beamten beginnen, sondern auch durch Zufälle, die aber glaubhaft erscheinen. Etwas störend ist das recht abrupte Ende, bei dem sich auf wenigen Seiten plötzlich neue Varianten von Tatmotiven entwickeln. Trotzdem kann man sich nicht dem Zauber der Geschichten in Venedig entziehen, weil sich hier Vorgänge und Handlungen durch die Eigenheiten der Lagunenstadt eigenständig fortentwickeln wie es in keiner anderen Stadt möglich wäre.