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Friedrich der Zweite: Ein Sizilianer auf dem Kaiserthron
 
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Friedrich der Zweite: Ein Sizilianer auf dem Kaiserthron [Gebundene Ausgabe]

Olaf B. Rader
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Friedrich der Zweite: Ein Sizilianer auf dem Kaiserthron + Mann aus Apulien: Die privaten Papiere des italienischen Staufers Friedrich II., römisch-deutscher Kaiser, König von Sizilien und Jerusalem, Erster ... Menschen und der Tiere, geschrieben 1245-1250 + Der Falke von Palermo
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Olaf B. Rader
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Heiland oder Antichrist? Wie kein zweiter Herrscher hat Friedrich II. (1196-1250) die Gemüter erhitzt. Noch im 20. Jahrhundert wurde er zum genialen Staatsmann, Vorläufer der Moderne und deutschen Idealherrscher stilisiert. Olaf B. Rader porträtiert Friedrich vor allem als Sizilianer und zeichnet so ein neues, überraschendes Bild des Kaisers, der uns bis heute auch als Wissenschaftler, Bauherr und Dichter beeindruckt.

In Italien geboren und aufgewachsen, verbrachte Friedrich, das 'Kind aus Apulien', auch nach seiner Kaiserkrönung die meiste Zeit im Mittelmeerraum. Hier lag der Schwerpunkt seiner Herrschaftsinteressen, hier führte er endlose Kämpfe zu Land und zur See. Seine Schriften über die Falkenjagd, seine Gespräche mit Gelehrten und sein Dichterkreis zeugen von einem für das Mittelalter ganz außergewöhnlichen Interesse an Kunst und Wissenschaft. Schon zu Lebzeiten galt Friedrich als 'Staunen der Welt'. Bis in die neueste Zeit wurde er von Legenden umrankt und politisch vereinnahmt.

Olaf B. Rader legt in seiner meisterhaften Biographie die historische Figur des Kaisers hinter den Mythen frei. Das 'Staunen der Welt' wird so zum Staunen des Lesers über einen Sizilianer, der den Lauf der Weltgeschichte veränderte.

Über den Autor

Olaf B. Rader, geboren 1961, lehrt als Privatdozent an der Humboldt-Universität zu Berlin Kulturgeschichte und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter bei den Monumenta Germaniae Historica an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Zahlreiche Veröffentlichungen vor allem zur Geschichte und Kultur des Mittelalters.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Stupor Mundi Biographie 6. November 2010
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Sein junger Leib ward mächtig und ward groß,
wie hoch empor er schoß! Bald ist er Riesen ein Genoss'"
(Walther von der Vogelweide über das "Chint von Pulle")

Olaf B. Rader macht auf Seite 41 deutlich, dass er durchaus in die Quellen (!) bei Virgil hineingeschaut hat. Die zwischen 29 - 19 v. Chr. enstandene "Aeneis" setzt sich tatsächlich nicht aus Eklogen, sondern aus Büchern zusammen. Das siebte Buch der Aeneis berichtet von der Landung des Aeneas in Latium, seiner Verlobung mit Lavinia, den beginnenden Kämpfen und wird dadurch zum Gründungmythos des Römischen Reiches, als dessen Erneuerer Friedrich II. gesehen wurde. Die aus den "Eclogae" oder "Bucolica" Virgils stammende 4. Ekloge enstand bereits 40 v. Chr. In diesem "Hirtengedicht" wird die Geburt eines Weltenheilands und der Beginn eines neuen Zeitalters prophezeit. Als dieser angekündigte "Messias" wurde sowohl Jesus, als auch später Friedrich II. gesehen. Die Verwechslung, bzw. Vermengung der beiden verschiedenen Quellen zu einer nicht existenten "4. Ekloge der Aeneis" sollte jedoch kein Grund sein, nach "pars pro toto" die gesamte Biographie abzuwerten....

....die Olaf B. Rader in geradezu bestechender Weise in die drei Teile "Herrschaften - Leidenschaften - Feindschaften" gegliedert hat. Die Überschriften des Prologs, der einzelnen Kapitel und schließlich auch des Epilogs veranschaulichen einmal mehr die verschiedenen Charakterzüge, Eigenschaften und Taten, die dem als "Staunen der Welt" bezeichneten mittelalterlichen Imperator zugeschrieben werden.Vom Gesetzgeber, Liebhaber, Dichter, Falkner über Kriegsherr, Seefahrer, Kreuzpilger bis zum Tyrannen und Antichristen, um nur einige dieser Facetten zu nennen. Das Leben und Wirken des Kaisers in seiner Zeit wird dadurch zu einer wichtigen Epoche europäischer Geschichte. Bereits der von Rader gewählte Untertitel "Der Sizilianer auf dem Kaiserthron" ist ein erster Hinweis auf diese historische Dimension.

Der auch für Einsteger in die Thematik flüssig und mit einer gewissen Spannung zu lesende Text wird durch 58 (reich kommentierte) Abbildungen und drei Landkarten zusätzlich aufgelockert. Beeindruckend ist auch der beinahe sechzigseitige Anhang mit einer weiteren Landkarte, einer Stammtafel (von Friedrich I. und Roger II. bis hin zu Konradin und Kontanze) und Zeittafel
(1130 - 1318), sowie einem Abkürzungsverzeichnis. Vierzig Seiten mit Anmerkungen/Fussnoten und Quellenhinweisen folgt noch ein Personenregister.

"Friedrich II." ist eine packende Biographie und ein spannendes Geschichtsbuch, das sich auch hervorragend als flankierende Lektüre zu historischen Romanen wie "Der Falke von Palermo" R. M. Bordihn, "Wie ein Lamm unter Löwen: Historischer Roman" von Tilman Röhrig oder Peter Berlings "Die Kinder des Gral" empfehlen lässt. Die aktuellste Biographie eines der wohl faszinierendsten Herrscher des Mittelalters wird als Standardwerk ihren Platz neben dem zum Teil überholten Klassiker "Kaiser Friedrich der Zweite. Hauptband" von Ernst Hartwig Kantorowicz (1927) und Horst Sterns literarischen "Mann aus Apulien" (1986) finden.

5 Amazonsterne für eine gelungene wissenschaftliche Arbeit .
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wer ein Buch über Friedrich II. schreibt, braucht Courage. Gewaltig ist die Sekundärliteratur vieler Jahrhunderte über den Kaiser. Hat überhaupt ein anderer Herrscher des Heiligen Römischen Reiches die Phantasie der Menschen so sehr bewegt wie der schwäbische Sizilianer? Schon die Zeitgenossen, dann die Nachgeborenen, alle Autoren, die vom Staufer fasziniert waren, haben, so führt Olaf Rader in seiner neuen Biographie aus, den Monarchen nach ihren jeweiligen Bedürfnissen gemodelt. Dieser Fürst ist seit mehr als siebenhundert Jahren ein Politikum, so braucht man Kenntnisse und geistige Unabhängigkeit, um es mit dem Thema aufzunehmen.

Über all das verfügt Olaf Rader. Seine spannend zu lesende Biographie, gediegen ausgestattet und interessant bebildert, führt den historisch interessierten Laien ebenso an das Thema heran, wie es Friedrich und seine Zeit dem Kenner in Erinnerung ruft und ihn zudem mit zahlreichen neuen Aspekte des Themas bekannt macht. Man wünscht daher diesem Buch eine breite Leserschaft. Der Autor findet den angemessenen Ton: Feierlich, gemessen und nicht selten humorvoll kommt dieses Werk daher, und es kann auch darum klassisch genannt werden.

Rader's Fridericus nimmt in seinem Erzählduktus den Atem der großen Geschichtsbücher auf und eignet sich hervorragend zur Einführung in ein komplexes Thema. Auf dem Bücherbrett der Europäer wird der Band zwischen der Monumentalbiographie von Alfred Kantorowicz zu stehen kommen, die bei all ihrer Bedeutung doch, ohne indes Staub angesetzt zu haben, nicht wenig der historischen Situation, in der Kantorowicz sie schrieb, dem Zerbrechen des Reiches, verpflichtet ist, und Horst Stern's biographie romancée »Mann aus Apulien«. Beide genannten Werke sind nach der Lektüre von Rader's Biographie besser verständlich. Mit Kantorowiczens Werk verglichen ist Rader's Biographie das Buch einer Zeit, die sich in unheroischem Behagen wiegen darf. Mit dem Abstand des Studiosus-Reisenden können wir die erste Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts an uns vorbeiziehen lassen, einer der prächtigsten und grausamsten Epochen des Reiches.

Während die Sizilianer den Kaiser Federico il svevo nennen, (überall in Sizilien, auch auf Straßenmärkten, sieht man Bücher mit diesem Titel), stellt Rader Friedrich den Sizilianer in den Mittelpunkt seiner Biographie. Rader zeigt FII als einen modernen Menschen, seiner Zeit weit voraus, der Unterschiedlichstes in sich vereinte; darin inspiriert vom Befund Jacob Burckhardt's. Besondere Bedeutung kommt Rader's Werk auch darum zu, weil der Biograph mit dem Kaiser durchaus kritisch umgeht und ihn in seiner ganzen schöpferischen Zerstörung zeigt.

Liebevolle Schilderungen süditalienischer Landschaften, aber auch kunsthistorische Analysen von Friedrich's Burgen und den Grabmalen der Zeit runden den wertvollen und lesenswerten Band ab. Ein herrliches Buch und schönes Geschenk!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wohltuende Einordnung 30. Dezember 2010
Von Myschkin
Format:Gebundene Ausgabe
Was ich an Raders Biografie sehr mag, ist die vorsichtig-behutsame Einordnung der Geschehnisse, die ständige Überprüfung und Nennung der beurteilenden Quellen, den immer vorhandenen Hinweisen, dass man die Dinge auch anders interpretieren kann, ja das sie im Laufe der Geschichte, je nach Motivlage, auch anders interpretiert worden sind. Auch die nach Themenkomplexen eingeordnete Struktur finde ich gelungen und sehr vorteilhaft.

Und das ist auch der Hauptpluspunkt dieses Buches: Es ist ein Korrektiv für alle, die sich schon ein wenig mit dem Stauferkaiser beschäftigt, schon eine Biografie oder schon über die geschichtlichen Zusammenhänge in jener Epoche etwas gelesen haben. Rader sortiert die Faktenlage und ordnet sie wohltuend unemotional und sachlich ein, ohne Friedrich zu glorifizieren und ohne ihn zu verschmähen. Er unterscheidet exakt zwischen dem, was man über die Person des Kaisers nach heutigem Stand wissen kann, und dem, was in diese Person von wem und warum auch immer, hinein interpretiert wurde. In einem größeren Zusammenhang lernt man, mystifizierende Anhaftungen von geschichtswirkenden und gerade charismatischen Menschen nüchterner zu beurteilen.

An einer Stelle wird es aber doch emotional: Der nachgezeichnete Kampf um das Wort zwischen den päpstlichen und den kaiserlichen Schreiber liest sich wie ein spannender Krimi. Eine literarische Meinungsschlacht um die Propagandahoheit. Da kann der Autor seinen Genuß daran -und seine Hochachtung für Petrus von Vinea, Friedrichs Protonotar und Kanzler- nicht verschweigen.

Für jemanden, der sich völlig neu mit dem Stauferkaiser beschäftigt, ist das Buch allerdings schwierig zu lesen, da lauern doch viele Verständnisschwierigkeiten und da gewinnt auch die Gestalt des Protagonisten, eben durch die unchronologische Erzählweise, kein Fleisch und Blut.
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