Es ist ein äußerst spannender und literaturwissenschaftlich hochinteressanter Briefwechsel, der hier erstamals in einer gesonderten Edition vorgelegt worden ist, so dass sich der Leser ganz auf die beiden - auf Friedrich Schiller und August Wilhelm Schlegelund ihr Verhältnis zueinander - konzentrieren kann.
Es begann mit einer Zusammenarbeit... Schlegel war daran interessiert, an der Zeitschrift "Die Horen" mitzuarbeiten, später sollte er auch Beiträge zum "Musen-Almanach" schreiben. Nicht zuletzt war es Caroline Schlegel, die den Dichter Friedrich Schiller nicht leiden konnte und bei ihrem Mann gegen ihn intrigierte. August Wilhelm - man muss es wohl so sagen - fällt nicht nur darauf herein und zusammen mit seinem Bruder Friedrich Schlegel Schiller in den Rücken.
Freude hat der endgültige Bruch bei beiden Partnern nicht ausgelöst. Der Schaden war irreparabel. "Erhalten Sie mir Ihre gütigen Gesinnungen: es wird immer mein Bestreben seyn, Ihren Beyfall zu verdienen.", schrieb Schlegel im ersten Brief. Am Ende musste er sich "von einem Verhältnis frey zu machen, dasfür eine offene Denkungsart und eine zarte Gesinnung nothwendig lästig seyn muß.".
Dies und mehr: Privates, Literarisches und auch ein wenig Klatsch erfahren wir aus den von Norbert Oellers sorgfältigst edierten und kommentierten Ausgabe. Deshalb für alle, die an der Weimarer Klassik, an Schiller und Schlegel und an der deutschen Romantik interessiert sind, einen lohnende und schöne Lektüre.