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Friedrich Schiller - Der Atem der Freiheit
 
 
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Friedrich Schiller - Der Atem der Freiheit [Audiobook] [Audio CD]

Volker Hage , Eva Mattes , August Diehl


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Hörbuch-Rezension

Am 9. Mai 2005 vor 200 Jahren starb Friedrich Schiller, der oft und von vielen missverstandene deutsche Klassiker. Für eine Neuentdeckung des Autors von Dramen wie Die Räuber, Don Carlos, Wallenstein oder Wilhelm Tell kann dieses Hörbuch von Volker Hage ohne Zweifel sorgen. Der Literaturredakteur vom Spiegel zeigt weniger bekannte Seiten von Friedrich Schiller, er präsentiert den glühenden Verteidiger von Freiheit, den Kämpfer gegen den Despotismus in deutscher Kleinstaaterei, den Kosmopoliten und auch den Schürzenjäger. In den Stimmen von Heiko Deutschmann, August Diehl, Ulrike Grote, Peter Jordan, Walter Kreye, Eva Mattes, Dietmar Mues und Nina Petri wird hier ein anderer Schiller vor unseren Augen lebendig. Ein Mensch aus Fleisch und Blut, dessen moralistische, idealistische und tugendhafte Anwandlungen man so viel besser verstehen kann. Und den das Bekenntnis zu den Rechten des Individuums, sein eigentlicher Freiheitsbegriff, mehr als alles charakterisierte.

Mit seinem Debütdrama Die Räuber in Mannheim 1782, das ihn zum Rebellen stempelte, löste der Absolvent der schwäbischen Militärakademie Herzog Carl Eugens und Regimentsmedicus einen Aufruhr aus, der nicht zuletzt auch eine deutliche Kritik an den politischen Zuständen beinhaltete. In der Folge setzt sich Schiller gegen den Herzog durch und damit ist sein Weg festgelegt: Schiller wird weiter literarisch tätig sein -- und zwar ohne finanzielle Absicherung vom Hof -- und sich im Ausland, im Kreis zwischen Mannheim, Leipzig, Dresden und Weimar aufhalten.

Schiller und die Frauen, ein Kapitel, dem dieses Hörbuch besondere Aufmerksamkeit schenkt. In Freundeskreisen galt der „schwäbelnde Rebell“ als Draufgänger. Bevor er 1790 heiratete, hatte er Verhältnisse mit vielen verheirateten Frauen und Schauspielerinnen und seinen Traum von der Ménage à trois mit den beiden Schwestern von Lengefeld verwirklichen wollen. Doch Lotte, der jüngeren und nicht verheirateten Schwester, gelang es offensichtlich, in ihrer Ehe, dem unsteten „Genie“ so viel Ruhe und Sicherheit für seine literarische Tätigkeit und seine Geschichtsprofessur in Jena zu schenken, dass dieser die ältere Caroline von Beulwitz bald vergaß. Immerhin veröffentlichte sie 1830 die erste umfassende Biografie von Schiller; ihre nie endende Liebe zu ihm hat sie darin allerdings ausgeblendet.

Die Freundschaft zu Goethe, der dritte Pfeiler dieses Schiller-Porträts, bezeichnete er selbst als „das wohltätigste Ereignis seines Lebens“. Die letzten zehn Jahre hatte Schiller mit dem früher beneideten „Konkurrenten“ freundschaftlichen Umgang. Die beiden schrieben sich Briefe, besuchten und inspirierten sich gegenseitig, und es kam zu einem deutlichen Ausgleich: Goethe war nicht mehr der strahlenden Sieger und Schiller, inzwischen geadelt und erfolgreicher Berufsschriftsteller, beileibe nicht mehr der Verlierer.

Fazit: Keine Frage: Zum 200. Todestag Schillers ist Der Atem der Freiheit ein spannender Beitrag. Die Auszüge aus Schillers Texten, aus Dramen, Poesie und Briefen, ergänzt durch Briefe von Freunden und Bekannten, vorgetragen von ausgezeichneten Sprechern erwecken die Neugierde auf den als „verstaubten Klassiker“ abgeurteilten Dichter.

Lesung, Spieldauer: ca. 78 Minuten, 1 CD. -- culture.text

Kurzbeschreibung

"Die Türschwelle ist die Grenze meiner Wanderungen", sagte Schiller von sich, ganz anders als Goethe, der "in die Welt hineingeworfen" sei, lebe er zwischen "papiernen Fensterscheiben". Dabei gab es einen Bereich, in dem er sich wirklich gut auskannte: Der Moralist, der Tugendmensch, der Freiheitsfreund, der sperrige Idealist Schiller war ein um seinen Ruf kaum besorgter Womanizer, ein Frauenheld, ein Schürzenjäger, der von weiblicher Unterordnung viel hielt. Die Frauen liebten ihn trotzdem. Und er liebte sie, auf seine Weise, besang ihre Würde - "Die Würde der Frauen" - und kränkte sie mit dem nächsten Wort.
Die M nage-ß-trois war sein Traum vom Glück, "Euch vor Augen, eures Besitzes mir bewußt , erklärte er am 15. November 1789 den Schwestern von Lengefeld in ein- und demselben Brief seine Liebe. Sie warfen ihn nicht raus. Im Gegenteil!

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