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Burschells Biographie ließt sich flüssig und unterhaltsam. Natürlich ist aufgrund des Umfangs manches weggelassen, vor allem nähere Informationen zu den einzelnen Werken darf man nicht erwarten. Abhilfe bieten hier Rüdiger Safranski, Peter-André Alt und Norbert Oellers. Natürlich sind auch die bibliographischen Angaben (Stand von 1958) mittlerweile veraltet. Als kompakte Einführung ins Leben Schillers ist dieser Band trotzdem eine gute Wahl.
Positiv ist, dass sich Burschell absolut an das ursprüngliche Muster der rowohlt monographien hält und Friedrich Schiller "mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten" darstellt. Die Selbstzeugnisse sind erfreulich ausführlich zitiert, insbesondere auch der Briefwechsel mit Körner und Goethe. Die Bilddokumente umfassen zahlreiche Porträts (u.a. das Ölgemälde Charlotte Schiller von Simanowiz) und Handschriften (u.a. Schillers einziges erhaltenes Rezept, das er als Regimentsmedikus ausstellte).
Leider werden wichtige Hintergründe und Aspekte, wie z.B. Schillers Auseinandersetzung mit der Philosphie, nicht berücksichtigt. Burschell selbst gesteht ein: "In dieser kurzgefaßten Biographie, die sich im wesentlichen auf Selbstzeugnisse des Dichters stützt, ist es nicht möglich, näher auf Schillers Auseinandersetzung mit Kant und den sich daraus ergebenden ästhetischen Schriften einzugehen." Der zu diesem Zeitpunkt 71jährige Autor von Die "Einfalt des Herzens (1919)" konzentriert sich auf den Blick auf die Kulissen.
Goethe wird viel zu unkritisch behandelt und in Bezug auf Schillers Verhältnis zu den Frauen wird allzu schnell den Frauen mit jovial-gönnerischen Worten eine Schwäche angedichtet.
Wer einen kritischen und originellen Blick hinter die Kulissen werfen will, sollte auf aktuellere Darstellungen (z.B. Safranski) zurückgreifen. Für einen ersten Überblick ist die ansonsten solide vorgetragene monographie allerdings brachbar.
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