...leider ist sie hier (fast) die Einzige!
Was habe ich mich gefreut: Endlich ein neues "Schätzchen" aus den 30ern und dann das.
Ich weiß, 2 Sterne sind ein hartes Urteil, aber es ist einfach so, wenn man einen Film sieht und sofort denkt, hoffentlich kann ich das Ding wieder gut loswerden.
Etwas zuvor, ich mag Otto Gebühr und habe die "großen" Filme: "Der große König", "Fridericus" und mit gewissen Abstrichen auch "Der Choral von Leuthen" und sogar die alte VHS "Das Flötenkonzert von Sanssouci" wirklich genossen, wobei sich von selbst versteht, daß ich sehr wohl zwischen Historie und Spielhandlung zu unterscheiden weiß, ich messe die Streifen nicht an ihrem Wahrheitsgehalt als Quasi-Doku, sondern ich will gut unterhalten werden, wobei es enem Film gut tut, wenn er sich wenigstens halbwegs an der historischen Persöhnlichkeit des Königs orientiert.
Der Hauptfilm "Die Tänzerin von Sanssouci" gibt in dieser Hinsicht nicht nur nichts her, er ist m.E. mit das Schlechteste, was man Friedrich antun kann: Eine eher mißlungene Komödie mit einfach schauderhaften Operetteneinlagen und einem "Alten Fritz" als Charmeur, der geradezu erotische Qualitäten entwickelt (Preussens Weiberfeind als stürmischer Beinaheliebhaber - ich könnte brechen !).
Zwar ist mir durchaus klar, das der Preussenkönig auch mal jung war und wohl auch ein Liebesleben hatte, aber mir ist der alte Zyniker einfach lieber.
Nein dieser Film ist ein typisches, altmodisches Singspiel und ein reines Lil Dagover-Stück, in dem Otto Gebühr halt
auch mitspielen darf, um etwas historische Tiefe zu vermitteln und darauf pfeif ich! Wenn ich schon Otto Gebühr in seiner Paraderolle sehen darf, dann will ich auch etwas von ihm haben und zwar so wie es dem gängigen Bild entspricht: Diszipliniert, sarkastisch, steif, ironisch, soldatisch und gebildet und -trotz alledem- sehr, sehr beeindruckend, respektabel und schon fast liebenswert; alles andere kann mir gestolen bleiben.
Lieber schau ich mir noch 10mal den "Großen König" an (auch wenn er als NS-Durchhalte-Streifen bekrittelt wird) als diesen Schmalz!
Nett fand ich dagegen 3 Kurzfilme im Bonusprogramm, ua. einem Interview mit dem großen Carl Heinz Schroth als Friedrich II., worin sich viele Anspielungen auf die Adenauer-Zeit verstecken; sowie zwei Episoden aus 1936, die scheinbar aus den bekannten o.a. Filmen gestrichen wurden.
Das Interview mit Dr.Michael Gebühr war nicht so erhellend, wie es hätte sein sollen und die Bildergalerie ist auch nichts dolles.
Das Büchlein dagegen finde ich durchaus hilfreich bei der Einordnung des Gezeigten und war informativ und interessant zu lesen.
Alles dies ist für eine DVD "Friedrich II. und der Film", die zum großen Jubiläum herauskommt, einfach zu wenig und es ist auch nur eine, nicht wie in der Überschrift angegeben 2.
Kurz gesagt, kann man sich,das Teil wenn man sehr auf 30er-Jahre-Filme steht, ruhig mal anschauen, aber zum Kaufen und in die Sammlung stellen, langt es einfach nicht, tut mir leid!