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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ein Einstieg ins Thema, nichts wesentlich Neues...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Friedrich der Große (Gebundene Ausgabe)
... ist Tillmann Bendikowskis neue Biographie "Friedrich der Große", die zu den zahlreichen Büchern gehört, die in Vorgriff des bevorstehenden 300. Geburtstags des wohl bekanntesten Preußenkönigs am 24. Januar 2012 in diesem Jahr erschienen sind.Bendikowski hat mehr als nur die reine Lebensbeschreibung Friedrich II. abgeliefert, die etwas mehr die Hälfte des Buches ausmacht, er geht darüber hinaus intensiv auf die Nachwirkung des Preußenkönigs im Laufe der Zeit und des Stellung in der deutschen Geschichte in den verschiedenen politischen Systemen Monarchie, Demokratie, Diktatur und zweier deutscher Staaten nebeneinander, in den Friedrich unterschiedlich betrachtet aber auch ein Thema der Auseinandersetzung war. Nach meiner Bewertung ist dieser zweite Teil der weitaus stärkere Teil des Buches. Bendikowski pflegt im gesamten Buch einen flotten, sehr unterhaltsamen und gut lesbaren Schreibstil, allerdings beschränkt sich der biographische Teil rein darauf, die wichtigsten früheren Biographien und deren Aussagen heranzuziehen und ohne selbst Quellen heranzuziehen und eigene, tiefgehende Interpretationsansätze zu leisten, ist dieser Teil zwar ein recht guter Überblick über das aktuelle Bild Friedrichs in der historischen Forschung, aber auch nicht mehr. Daher wird der Leser, der einige dieser Biographien kennt, auch nichts Neues entdecken, für einen Leser der sich das erste Mal mit Friedrich dem Großen beschäftigt, stellen die hundertfünfzig Seiten dagegen einen guten, wenn auch nicht zu tiefgehen, Einblick in die Thematik da. In der zweiten Hälfte des Buches agiert der Autor schon ein wenig eigenständiger in Schlussfolgerung und Interpretation des Bildes Friedrichs, das sich im Laufe der Zeit immer wieder gewandelt hat. Jede Generation hat "ihren Friedrich" so interpretiert, wie es in der Zeit notwendig und nützlich erschien, das hervorgeholt und so gebeugt, wie es für die Situation passend war, Friedrich der Große mutierte vom Wegbereiter der deutschen Einigung, die er keinesfalls war, in der Zeit des Kaiserreiches, zum ersten Nationalsozialisten in der Zeit des III. Reiches, wo man seine Person vor allem in Filmgestalt nutzte, um den bedingungslosen Durchhaltewillen zu stärken und die Opferbereitschaft als höchstes Gut darzustellen. In der DDR versuchte man sich nach einer Zeit des Vergessens, als Erbe der positiven preußischen Eigenschaften darzustellen und Friedrich so auch den in die sozialistische Geschichtsschreibung passend zu interpretieren, in der Bundesrepublikanischen Nachkriegsgesellschaft von Historikern zunächst als einer der Begründer des Deutschen Sonderweges mit all den schrecklichen Folgen verfemt, vollzog sich auch hier ein Wandel und die vielgerühmten preußischen Tugenden als Erbe Friedrichs wurden hervorgeholt. Bendikowskis Verdienst ist es, über die reine Lebensbeschreibung hinaus, gerade die unterschiedlich historische Interpretation und Wirkung Friedrich II. im Laufe der Jahre sehr detailliert dazustellen und so dessen Bedeutung zu erläutern. Dies gelingt ihm nicht nur auf eine sehr unterhaltsame und spannende Weise, sondern er setzt auch eigene Akzente. Abschließend wagt Bendikowski eine Betrachtung zur Frage, ob man Friedrich nun den Großen nennen darf oder nicht. Im Summenzug fällt das Urteil durchwachsen aus, daher drei Sterne, aus meiner Perspektive beginnt Bendikowski ein wenig schwach mit der oberflächlichen und nichts Neues enthaltenden Lebensdarstellung, steigert sich im zweiten Teil mit Friedrichs unterschiedlicher Rolle in der Betrachtung aber erheblich und gewinnt an Format. Durchaus als Einstieg in den Themenkomplex Friedrich der Große zu empfehlen, sollte aber mit weiterer Lektüre ergänzt werden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Preußen aufs Neue,
Von
Rezension bezieht sich auf: Friedrich der Große (Gebundene Ausgabe)
Friedrich der Große ist eine der Gestalten der preußisch-deutschen Geschichte, die sicherlich mit am Breitesten in Wort und Bild 'verewigt' worden sind. Zahllose Biographien, Filme, Reportagen, Würdigungen, Ausstellungen sind im Lauf der Jahrzehnte, Jahrhunderte über ihn zusammen gekommen. Nun, im Angesicht seines 300. Geburtstages werden eine Reihe von Veröffentlichungen sich wiederum des Preußenkönigs annehmen.Ob nicht doch schon alles gesagt ist? Nicht nur scheinbar nicht, denn es macht die Person Friedrichs ja gerade aus, dass er sich einer klaren Einordnung entzieht, dass sein Leben und seine Haltungen, vor allem aber seine geschichtliche Rezeption viele Facetten aufzuweisen hat, die immer wieder einer näheren Betrachtung wert sind. Obwohl auch Bendikowski auf seinen (gerade mal) gut 280 Seiten natürlich kein umfassendes und alles einbringendes Bild des Königs vor Augen zu führen vermag, finden sich in dieser neuen Biographie des Journalisten und Historikers doch einige interessante Kapitel über jenen Friedrich, der 'das Publikum immer noch in seinen Bann (schlägt), weil er polarisiert'. Jene Polarisation ist es auch, der Bendikowski gut die Hälfte der Biographie widmet. Wie Friedrich als Denkmal Preußens schon zu Lebzeiten, vor allem aber kurz nach seinem Tod installiert wird. Wie Hitler sich des Nimbus 'des Großen Preußen' bedient und Symbolträchtig in seine eigene, mythische Geschichtsdarstellung einbindet. Wie Friedrich 'den Sozialismus reitet' (eher wohl von den Oberen der ehemaligen DDR 'geritten wird'). Und natürlich, wie mit Friedrich auf der anderen Seite der Mauer, in der alten Bundesrepublik, Umgang gepflegt wurde ('Friedrich den Großen zu feiern? Unmöglich heute' (Zitat Friedrich Meinecke von 1948 im Buch). Der Versuch, in der geschichtlich offiziellen Betrachtung der Bundesrepublik Friedrich zu 'zähmen' und damit nur in bestimmten Teilen darzustellen, um einen 'bundesrepublikanischen König' zu kreieren, ist im Buch durchaus anregend und interessant dargestellt, wie überhaupt die Schilderungen der 'Vereinnahmungen' zu den leicht lesbaren und anregenden Teilen des Buches gehören. War aber denn nun Friedrich 'ein Großer' oder 'nur der II.' oder gar überhaupt überbewertet? Im letzten Kapitel wendet sich Bendikowski einer abschließenden Bewertung zu. Die, mit Verlaub, nicht abschließend letztlich ist. Natürlich stimmt es, dass die Nachfolger des Preußenkönigs ihm einen vorherrschenden Rang in der Geschichte nicht streitig machen können, aber Relativität macht ja kein absolutes 'der Große' aus. Höchstens einen 'Größeren'. Und ob Fleiß, Disziplin und Durchhaltevermögen ein solches Alleinstellungsmerkmal darstellen, um eine Person in der Geschichte weit über den großen Rest zu erheben, darf auch bezweifelt werden. Die militärischen Erfolge haben durchaus bei nüchterner Betrachtung mit Glück zu tun (auch dies stellt Bendikowski heraus. Die Frage nach der 'Größe' des Preußenkönigs verbleibt somit ein wenig im Diffusen und wird weiterhin Gegenstand der Diskussion sein, je nach Bewertung und Standpunkt des Betrachters. Somit erhält Friedrich, dies legt Bendikowski überzeugend dar, seine 'Größe' letztlich aus dem Auge des Betrachters Im Gesamten erzählt Bendikowski flüssig und verständlich, leger in der Sprache (und auch in seinen Betrachtungen) und legt den Schwerpunkt seiner Darstellung eher auf die geschichtliche Rezeption der Person denn auf die reine Lebensgeschichte (hier gerät einiges doch arg kurz und oberflächlich). Ein angenehm zu lesender Einstieg zur Person, kein unbedingt großer Wurf. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Darf man Friedrich II. an seinem 300. Geburtstag feiern?,
Von Thorsten Wiedau (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Friedrich der Große (Gebundene Ausgabe)
Dies ist nun das vierte Buch (welches ich gelesen habe) zum Thema Friedrich II. von Preußen und seinem 300. Geburtstag - plötzlich überall Friedrich II. Bücher, die Friedrich - Mania scheint ausgebrochen und jeder will was sagen, jeder hat eine Meinung und ein jeder weiß es besser?! Das Buch FRIEDRICH DER GROSSE von Tillmann Bendikowski gibt sich den Anschein einer Streitschrift - das der Preußenkönig gefeiert werden an seinem 300. Geburtstag? War er zu bewundern oder zu verteufeln - Philosoph oder Kriegstreiber? Der König war ein Ausnahmetalent, ein philosophischer Virtuose auf dem Thron und das er immer noch in aller Munde ist - zeugt für seine Präsenz von 1712 bis 2012 - ein Abschluss ist nicht in Sicht, warum auch...Bei so vielen Friedrich Büchern wird es schwer die Unterschiede herauszuarbeiten - aber es muss welche geben, sonst wären nicht so viele Bücher über das Thema neu auf dem Buchmarkt, oder? Na ja, zumindest die Buchcover sind unterschiedlich, aber das klingt nun doch ketzerisch. Was bietet das Buch FRIEDRICH DER GROSSE von Tillmann Bendikowski denn Neues? Egal ob man ihn liebt oder verteufelt, er gehört zum Deutschen Erbe, ob man das will oder nicht - heraus schneiden aus der Geschichte kann man ihn nicht. Das ist erst einmal ein unumstößliches Faktum. Er hat Fehler gemacht, aber wenn wundert den dies - er war nebenher ja auch noch Mensch und nicht das Überwesen des Universums, ein wenig ketzerisch - ich weiß. Er war Liberal aber auch Absolutistisch, Unbeugsam, war von einem starken Durchhaltewillen beseelt und aggressiv wie intellektuell - wie soll man so eine Person fassen und in welche Schublade soll sie den passen - je nachdem was man will kann man ihn also dämonisieren oder glorifizieren... FRIEDRICH DER GROSSE von Tillmann Bendikowski zeigt nicht nur Historisches zu Friedrich dem Großen, sondern auch seinen Einfluss auf das Dritte Reich und die DDR, selbst heute noch wird manchmal der alte Fritz zitiert und man fragt sich unwillkürlich wann das denn ein Ende hat. War er Europäer oder eher Absolutist? Feinsinnig ja, ein Liebhaber der Philosophie ebenfalls - aber nur um zu eigener Größe zu gelangen - ebenso seine Korrespondenz mit Voltaire - zum Eigennutz - war dies verwerflich? Das Buch FRIEDRICH DER GROSSE von Tillmann Bendikowski zeigt interessante Facetten und stellt schlaue Fragen, die in der Frage nach einem bundesrepublikanischem König gipfelt - könnte dies tatsächlich Friedrich der Große sein? Uns gelüstet es nach einem König a la Artus, edel, rein und mit klarem Blick für die Zukunft - doch Friedrich hatte Fehler, wie wir selbst auch - ein verklärter König ist ein Problem, ein falscher König auf dem Thron eine Katastrophe... Das Buch FRIEDRICH DER GROSSE von Tillmann Bendikowski gibt zu all diese Fragen und Ideen hinreichendes Material zum nachdenken und handeln. Sehr empfehlenswert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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