FRIEDRICH GOLDMANN - Komponist und Dirigent, 1941 - 2009.
Friedrich Goldmann wurde am 27. April 1941 in Chemnitz geboren. Seine musikalische Ausbildung begann 1951 als Mitglied des Dresdner Kreuzchors. Im Alter von 18 Jahren erhielt er ein Stipendium der Stadt Darmstadt und nahm 1959 an den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik bei Karlheinz Stockhausen teil. Ab 1959 studierte Friedrich Goldmann Komposition an der Dresdener Hochschule für Musik und legte sein Examen bereits 1962 ab. Von 1962 bis 1964 war er Meisterschüler von Rudolph Wagner-Régeny an der Berliner Akademie der Künste. Zugleich arbeitete er als freier musikalischer Assistent am Berliner Ensemble, wo er u.a. Heiner Müller, Luigi Nono, Ruth Berghaus, BK Tragelehn und Luca Lombardi begegnete. Paul Dessau wurde zu dieser Zeit ein enger Freund und Mentor. Von 1964 bis 1968 studierte er Musikwissenschaft an der Humboldt Universität zu Berlin. Seit 1968 lebte er als freischaffender Komponist in Berlin. Er schrieb auch weiterhin Bühnenmusiken und vertonte zahlreiche DEFA-Filmproduktionen.
Sein Werk umfasst zahlreiche kammermusikalische Kompositionen, vier Sinfonien, mehrere Solokonzerte (für Klavier, Oboe, Posaune und Violine) und Orchesterwerke sowie die Oper "R.Hot bzw. die Hitze". Zu seinen bedeutenden Aufträgen gehören Werke für Ensemble Modern, Arditti Quartett, Scharoun Ensemble, zahlreiche Werke für das Konzerthaus Berlin, Komische Oper Berlin, den 20. Jahrestag des Mauerfalls (Staatsakt Brandenburger Tor), den Deutschen Pavillon bei der Expo 2000 in Hannover, das 425-jährige Bestehen der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden, die Semperoper Dresden und das Pélerinages Festival in Weimar. Friedrich Goldmann erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, u.a. den Hanns-Eisler-Preis, den Kunstpreis und den Nationalpreis.
Als Dirigent leitete er führende Orchester und Ensembles, darunter die Berliner Philharmoniker [CD: Stockhausen: „Gruppen“, Deutsche Grammophon], das Gewandhausorchester Leipzig, die Staatskapelle Berlin [Schönberg: Moses und Aron], das SWR Sinfonieorchester sowie die Gruppe Neue Musik „Hanns Eisler“. Er gastierte in zahlreichen europäischen Ländern sowie Russland, den USA, Japan und Südkorea. Er unterhielt seit den Tagen seiner Gründung eine enge Arbeitsbeziehung mit dem Ensemble Modern. Diese Zusammenarbeit umfasste u.a. eine Russland-Tournee, die deutschen und französischen Uraufführungen von Luigi Nonos „Prometeo“, wie auch zahlreiche Aufführungen und Einspielungen von Goldmanns Kompositionen.
Seit 1988 war er ständiger Dirigent des Boris Blacher Ensembles in Berlin. Aufnahmen seiner Dirigate eigener und fremder Werke (u.a. Rihm, Stockhausen, Henze) wurden von Nova, Wergo, Deutsche Grammophon, Academy, Edel Classics, BMG und anderen veröffentlicht. Mitte der 90er Jahre war er gezwungen, seine Dirigiertätigkeit aus gesundheitlichen Gründen einzustellen. Dirigenten, die seine Werke zur Aufführung brachten sind u.a. Pierre Boulez, Daniel Barenboim, Sir Mark Elder, Ernest Bour, Kurt Masur und Ingo Metzmacher.
Seit 1980 unterrichtete er Meisterschüler an der Berliner Akademie der Künste. 1991 folgte er dem Ruf für die Professur für Komposition an der Hochschule der Künste, Berlin (jetzt Universität der Künste). Dort war er von 2003 bis 2005 Leiter des Instituts für Neue Musik. Er unterrichtete auch Meisterklassen in Seoul (Südkorea), Los Angeles (USA) und Tokio (Japan).
Zu seinen Studenten zählten u.a. Enno Poppe, Helmut Oehring, Nicolaus Richter de Vroe, Steffen Schleiermacher, Chatschatur Kanajan, Johannes Wallmann, Arnulf Herrmann, Charlotte Seither, Paul Frick und Sergej Newski.
Er war Mitglied der Akademien der Künste in Berlin und Dresden, des Deutsch-Französischen Kulturrats und des Deutschen Musikrats sowie Juror zahlreicher Preise im In- und Ausland. Von 1990 bis 1997 war er Präsident der Deutschen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM).
Friedrich Goldmann verstarb in Berlin am 24. Juli 2009 im Alter von 68 Jahren.
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