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Friedrich Engels: Der Mann, der den Marxismus erfand
 
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Friedrich Engels: Der Mann, der den Marxismus erfand [Gebundene Ausgabe]

Tristram Hunt , K.-D. Schmidt
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
  • Verlag: Propyläen Verlag (29. Februar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 354907378X
  • ISBN-13: 978-3549073780
  • Originaltitel: The Frock-coated Communist: The Revolutionary Life of Friedrich Engels
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14,6 x 5,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 71.678 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Tristram Hunt hat das Monument dieses ungewöhnlichen Menschen wieder auf die Erde geholt und ein faires, historisierendes und facettenreiches Bild gezeichnet, das in seiner wohltuenden Sachlichkeit überzeugt. Ein lesenswertes Buch." , Deutschlandradio Kultur, Rolf Hosfeld, 25.03.2012

"Hunt hat eine brillante Lebensbeschreibung von Friedrich Engels und eine detaillierte Theoriegeschichte des Sozialismus geschrieben, eingebunden in ein großes Gemälde des viktorianischen Zeitalters in England und des 19. Jahrhunderts in Europa. Ein Meisterwerk!" , Bonner General-Anzeiger, Dieter Kaltwasser, 27.03.2012

„Eine glanzvoll gelungene Biographie, ein großartig komponiertes, spannend erzähltes, mit erstaunlicher Faktenkenntnis geradezu brillierendes Buch.“ , Die Literarische Welt, Fritz J. Raddatz, 31.03.2012

Kurzbeschreibung

Wer Marx sagt, muss auch Engels sagen. Der Marxismus ist ohne Engels nicht zu denken. Dennoch stand er meist im Schatten des Freundes. In seiner großen Biographie gelingt es Tristram Hunt überzeugend, Friedrich Engels als eigenständigen Denker zu zeigen, dessen Werk demjenigen von Marx nicht nachstand, dessen Leben aber weitaus aufregender verlief. Von den beiden Autoren des »Kommunistischen Manifestes« und Begründern jener Ideologie, die die Welt mehr verändert hat als jede andere,war Engels zweifellos der Schillerndere, biographisch Interessantere: einerseits Bonvivant, Frauenheld, passionierter Fuchsjäger und erfolgreicher Unternehmer, andererseits Moralist, Vordenker des Kommunismus, scharfer Kritiker der kapitalistischen Produktionsweise und Verräter seiner Klasse. Engels war geradezu die Verkörperung der dialektischen Denkweise, die den Marxismus konstituierte. Aus einem reichen Quellenfundus schöpfend, präsentiert uns Hunt auf unterhaltsame Weise den großen Sozialisten in seiner ganzen Widersprüchlichkeit. Zugleich zeichnet er ein prägnantes Bild der Industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts, ohne die Leben und Werk von Engels wie Marx nicht zu verstehen sind.

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Tristram Hunts "Friedrich Engels: Der Mann, der den Marxismus erfand" ist in erster Linie eine großartig zu lesende Biographie. Hunts Schreibstil ist flüssig, sein erzählerischer Stil spannend. Ihm gelingt es problemlos Engels als eine eigenständige und facettenreiche Persönlichkeit darzustellen. Lob und Kritik sowohl an Engels' Charakter als auch an seiner Philosophie und Politik kommen dabei nicht zu kurz. Hunt ist ein meinungsstarker Autor, der zu klaren Bewertungen kommt.

Engels wird als ein Mensch voller Widersprüche dargestellt: wohlhabender Industrieller und Bourgeois und zugleich Revolutionär und Vorkämpfer für das Proletariat, im Dauerkonflikt mit seiner Familie und gleichzeitig in ihrem Unternehmen tätig und besorgt um Mutter und Schwester, eine starke Persönlichkeit und freiwillige Unterordnung unter Karl Marx. Auch fehlen nicht die Hinweise auf viele seiner Vorurteile, die aber nicht verhinderten, dass er in entscheidenden Situationen stets ein Feind von Kolonialismus und Unterstützer von Befreiungsbewegungen war.

Insgesamt wird Engels aber als sympathischer Lebemann dargestellt, was insbesondere durch die Kontrastierung zur Persönlichkeit von Marx entsteht. Engels war heiter, lebensfroh, freigiebig und voller Energie. Sonst hätte er die anstrengende Zusammenarbeit mit Marx wohl auch nicht ein halbes Leben durchgehalten. Hunt kommt so unterm Strich zu einem eher positiven Bild von Friedrich Engels.

Hervorzuheben ist allerdings wie der Autor es versteht das Leben und die Entwicklung seiner Figur mit den historischen, philosophischen, politischen und sozialen Entwicklungen seiner Zeit zu verknüpfen. So entsteht mosaikartig ein Gesamtbild des 19. Jahrhunderts. Der Leser wird eingeführt in hegelianische Philosophie, sozialistische Theorie, politische Ereignisgeschichte und die sozialen Konflikte der Industrialisierung. Friedrich Engels' Leben steht hier nicht nur für sich, sondern für eine ganze Zeit und eine der prägendsten Interpretationen dieser Zeit: dem Marxismus.

Vor diesem Hintergrund geht es Hunt auch besonders darum den wissenschaftlichen Anteil an der Entstehung des Marxismus herauszuarbeiten, welche Erkenntnisse, Ideen und Fakten er zu den gemeinsam verfassten Schriften beigetragen hat und mit welchen Kommentaren er die Popularisierung des Marxismus und damit das Bild dieser Weltanschauung in der breiten Öffentlichkeit geprägt hat.

Kritisch zu sehen ist an dieser Biographie allenfalls Hunts Hang zur lapidaren Erklärung. Ein Beispiel: In einer wenig produktiven Phase von Marx und Engels in den 1870er Jahren erklärt er ohne weitere Begründung, die Marx bewusst gewesene schwindende Überzeugungskraft des Kapitals zu einer Ursache ihrer kurzzeitigen Demoralisierung. Wie er auf diesen Gedanken kommt ist nicht nachvollziehbar, sodass der Leser hier nur Hunts antimarxistischen Standpunkt, den er an der ein oder anderen Stelle durchblicken lässt, als Grund dieser These vermuten kann.

Insgesamt aber hat Hunt eine fundierte und großartig zu lesende Biographie vorgelegt und damit auch eine Lücke in der Marx-Engels-Forschung erst einmal geschlossen. Auch wenn Engels nur die zweite Violine war, ohne ihn hätte es den Marxismus in dieser Form nicht gegeben und die Geschichte wäre anders verlaufen. Die Lektüre ist allen Interessierten sehr zu empfehlen!
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Was dem Luther einst der Melanchthon war, das ist der Engels dem Marx. Der eine hätte ohne den anderen niemals eine solch inspirierende Ideologie und weltverändernde Bewegung begründen können.

Vor 20 Jahren noch hätte diese Biografie vielleicht nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die ihm heute zu teil wird. Aber immer mehr Menschen wird bewußt, dass die kapitalistische Gesellschaftsordnung in der wir heute leben, eben nicht der Weisheit letzter Schluß ist. Es gibt auf der Welt bis zum heutigen Tag keine fertige Gesellschaftsordnung.

Friedrich Engels diente und dient gerade auch in der Gegenwart wieder neu als Sündenbock für alles was beim klassischen Marxismus und in seiner Folge schief gelaufen ist. Dies versucht Tristram Hunt mit seinem Buch geradezurücken. Außerdem unternimmt er den Versuch die Ideologie von Marx und Engels getrennt von dem zu sehen was wir gmeinhin bis 1989 immer als den Ostblock bezeichnet haben.

Hunt beschreibt uns einen Engels der aus seiner Welt der Reichen heraus Augen für das Andere hatte, aber der Autor weiß sehr wohl, dass wir Engels Handeln heute nur verstehen können, wenn wir auch seinen Kontext berücksichtigen und dies tut der Autor sehr gewissenhaft. Neu war mir bislang unter anderem wie religiös geprägt das Umfeld doch war aus dem Friedrich Engels stammte.

Gemeinsam mit Tristram Hunt auf Engels und seine Zeit zurückzuschauen ist gewinnbringend auch in der Gegenwart.
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Von Prof Dr Olaf-Axel Burow TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Von Amazon bestätigter Kauf
Warum soll man sich nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem Niedergang sozialistischer Staaten ausgerechnet mit Friedrich Engels, dem Partner von Karl Marx, beschäftigen? Hat sich der Marxismus nicht längst als ideologische Verirrung mit zum Teil dramatischen, ja verbrecherischen Folgen diskreditiert und im Übrigen auch überholt?

Tristam Hunt liefert uns mit seiner vorzüglich geschriebenen und packend zu lesenden Biographie überzeugende Gründe für eine Lektüre gerade heute. So erlaubt uns seine Nachzeichnung des faszinierenden Lebenswegs des Fabrikantensohns Friedrich Engels nicht nur einen intimen Einblick in die deutsche Geschichte und hier vor allem, in die Entwicklung sozialer Bewegungen sowie in die allmählichen Herausbildung von Formen demokratischer Beteiligung, sondern zeigt darüber hinaus Grundzüge des Engelsschen Denkens, die in weiten Teilen angesichts der derzeitig ungebremsten Expansion insbesondere des international agierenden Finanzkapitals erstaunlich aktuell wirken.

Startete Engels seine Karriere als wissenschaftlicher Autor mit seiner schon im Alter von 24 Jahren verfassten Darstellung der Lage der arbeitenden Klassen in England, so zeigt Hunt am Ende seiner lange Reise durch das bewegte Leben des faszinierenden Ideen- und Gesellschaftsanregers wie verblüffend aktuell viele der Einsichten sind, die Engels vor über 150 Jahren veröffentlichte. So beendet Hunt das Manuskript, das in gelungener Verbindung biographische Stationen und Theorientwicklungen gleichermaßen nachzeichnet, mit einer Gegenüberstellung zweier Zitate: Engels Schilderung der entsetzlichen Arbeitsbedingungen englischer Baumwollarbeiter aus dem Jahr 1840 stellt er den Bericht eines chinesischen Wanderarbeiters aus der Sonderzone Shenzen aus dem Jahr 2000 gegenüber.

Die verbreitete Unterstellung, Engels sei etwa für die entsetzlichen Fehlentwicklungen des Marxismus-Leninismus verantwortlich, weist er sowohl durch Belege aus Engels Schriften wie auch durch die Nachzeichnung seines Charakters eindeutig zurück.

Für mich ist ein weiterer Aspekt von besonderem Interesse: Wie ich ja in der "Theorie des Kreativen Feldes" beschrieben habe, entstehen überragende schöpferische Leistungen weniger durch herausragende Einzelgenies, sondern durch besonders strukturierte Felder, die ich in Ich bin gut, wir sind besser: Erfolgsmodelle kreativer Gruppen als "Kreative Felder" bezeichnet habe. Und hier spielte das Zusammentreffen von profilierten Personen mit unterschiedlichen Fähigkeiten eine entscheidende Rolle. So wäre Marx ohne Engels nicht denkbar, der nicht nur für finanziellen Rückhalt sorgte, sondern sich zugleich als unersetzlicher Dialogpartner im nicht selten täglichen Briefwechsel mit Marx erwies. Viele der Gedanken der drei Bände des Kapitals, die Engels nach dem Tode seines Partners redigierte, stammen aus seiner Feder oder gemeinsamen Dialogen. Außerdem erwies er sich als begabter Verbreiter der Ideen und Konzepte. So wie es jüngst Rüdiger Safranski mit "Schiller & Goethe - Geschichte einer Freundschaft" vorgeführt hat, so zeigt auch Hunt, wie eine kreative Synergiebeziehung funktioniert und dazu beitragen kann, dass jeder der beteiligten Partner über seine begrenzten Fähigkeiten hinauswächst.

Fazit:
Hunt ist eine gelungene Verbindung von Biographie und Ideengeschichte mit aktueller Bedeutung gelungen. Unbedingt lesenswert!

Prof.Dr. Olaf-Axel Burow Universität Kassel
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