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Friedrich Barbarossa: Eine Biographie
 
 
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Friedrich Barbarossa: Eine Biographie [Gebundene Ausgabe]

Knut Görich
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 782 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 1 (19. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406598234
  • ISBN-13: 978-3406598234
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 15 x 4,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 18.253 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Endlich kann man eine vom Schmus des 19. Jahrhunderts befreite und der modernen Forschung verpflichtete Geschichte Barbarossas lesen." Olaf B. Rader --Welt online, 18. März 2012

Kurzbeschreibung

Der Zufall hatte dem Staufer Friedrich auf den Thron verholfen: Der Sohn König Konrads III. war bei dessen plötzlichem Tod zu jung, und so fiel die Wahl auf den Herzog von Schwaben, der als Kaiser Barbarossa in die Geschichte eingehen und maßgeblich unser Bild vom Mittelalter prägen sollte. Doch bewundern wir vielleicht nur ein Trugbild?
Knut Görich befreit in seiner grundlegenden Biographie den Stauferherrscher aus dem Rankenwerk der Legendenbildung und zeigt ihn einerseits als Genie des Ausgleichs im Umgang mit den Großen des Reiches. Andererseits gelingt es ihm herauszuarbeiten, in welchem Maße Friedrich I. in allen seinen politischen und militärischen Handlungen auf die Wahrung und Mehrung seines eigenen Rangs und auf die Ehre des Reiches bedacht war. So entsteht insgesamt das nuancierte Bild eines realen mittelalterlichen Menschen, das sich deutlich von all jenen Projektionen unterscheidet, die ihren Ausgang in einer nationalistisch orientierten Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts genommen und bis heute unsere Wahrnehmung des historischen Barbarossa bestimmt haben.

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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein historisch reales Bild 13. November 2011
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Er wird das Reich wie ein Fuchs an sich bringen, wie ein Löwe regieren und wie ein Hund sterben."
(Prophezeiung)

Das im September 2011 erschienene, stattliche Buch "Friedrich Barbarossa" ist die aktuellste in einer langen Reihe von Publikationen über die Person, das Leben und Zeitalter des Staufer-Kaisers Friedrich I., der zunächst von den Italienern als Barbarossa bezeichnet wurde. Der Autor der neuen, 782seitigen Biographie, Prof. Dr. Knut Görich arbeitet über die Ehre als Ordnungsvorstellung in staufischer Zeit (Honor Imperii) und hat bereits drei Bücher über die Ottonen und Staufer herausgebracht. Seine letzte Veröffentlichung "Die Staufer: Herrscher und Reich", die in der Reihe "Ch. Beck Wissen" erschienen war, wurde von timediver® im Juli 2011 gelesen und unter der Überschrift "Crashkurs über Pfaffenkönige und den Antichristen" rezensiert.

In seinem Vorwort, das er originell-mehrdeutiger Weise als "Denkmalsenthüllung" tituliert, betont der Autor, das Friedrich I. erst aufgrund der politischen Sehnsüchte des frühen 19. Jahrhunderts zu einem nationalen Mythos aufsteigen konnte. Die Niederlage gegen Napoleon, die eigenmächtige Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation durch den Habsburger-Kaiser Franz II. und die unsägliche Zersplitterung der Deutschen Lande nährten die Hoffnungen nach einem geeinten Nationalstaat, wie er vielerorts in Europa bereits selbstverständlich geworden war. In diesem Szenario gewann die Legende vom schlafenden Barbarossa im Kyffhäuser, die erst im 16. Jahrhundert von Friedrich II. auf seinen Großvater bezogen worden war, erst richtig an Bedeutung. Als wiederkehrender Kaiser wurde er binnen weniger Jahrzehnte zum Symbol zur Restauration der alten Reichseinheit und -macht. Während Barbarossa von Gegner der Monarchie abgelehnt wurde, knüpften die preußischen Könige und Kaiser des zweiten deutschen Reiches diese Tradition auf, indem man beispielsweise Wilhelm I. als "Barbablanca" (Weißbart) bezeichnete und mit dem Kyffhäuserdenkmal oder mit zwei Reiterstandbildern vor der Goslarer Kaiserpfalz eine Kontinuität zwischen beiden Kaisern herzustellen versuchte. Den größten Missbrauch sollten der Beiname und das Geschlecht des Staufers jedoch im NS-Staat erfahren, als mörderische Angriffskriege gegen die Sowjetunion unter dem Decknamen "Fall Barbarossa" durchgeführt wurde und die neunte "9. SS-Panzer-Division" als "Hohenstaufen" bezeichnet wurde....

Knut Görich ist es in vierzehn Kapiteln gelungen, das Leben und Handeln von Friedrich I. Barbarossa konsequent zu historisieren, ohne dabei den unzähligen Versuchungen einer retrospektiver Geschichtsdeutung zu erliegen, die sich an anachronistischen Fluchtpunkten der Gegenwart orientiert. Die Deutung Friedrichs aus seiner feudalen Zeit heraus, ermöglicht es erst, seinen Habitus als Herzogssohn, der ihn für sein weiteres politisches Leben prägte, erkennen und verstehen zu können. Wie alle Adligen des Mittelalters stellte er seinen Rang und sein Ansehen über alles andere. Deshalb tat er Dinge, die nach heutigem Verständnis von Staatsräson und politischem Pragmatismus
als äußerst unvernünftig erscheinen. Die Erlangung von Königs- und Kaiserwürde, die ihn an die Spitze der mittelalterlichen Gesellschaft brachte, führte noch zu einer Verschärfung seiner - durch eine aristokratische Erziehung und Sozialisation - erworbenen Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsmuster, der Hauptziel die Wahrung von Amt und Person war. So wird dem Leser nicht nur Barbarossas Einstellung und Handeln seinem Vetter Heinrich dem Löwen und den lombardischen Städten gegenüber verständlich, man erfährt auch weniger bekannte Fakten. Z. B., dass Barbarossa nicht nur am Dritten Kreuzzug, sondern als junger Herzog von Schwaben bereits am Zweiten teilgenommen hat.

Neben 50 schwarzweißen Abbildungen und einer Stammtafel der Welfen, Staufer und Babenberger bietet ein 120seitiger Anhang Anmerkungen (Quellen/Zitate), ein umfangreiches Quellen und Literaturverzeichnis, sowie ein abschließendes Register.

5 Amazonsterne für eine wissenschaftliche Arbeit, die das Bild eines historisch realen Kaiser Friedrich I. Barbarossa zeichnet.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Biographiensammler TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
... ist die neue Biographie Knut Görichs.

Seine etwa sechshundertsiebzig Seiten umfassende Darstellung des Lebens eines der bekanntesten deutschen Kaiser des Mittelalters ist eine Betrachtung und Interpretation der Herrschaft Friedrich Barbarossas aus seiner Zeit heraus. Görich stellt in seinem Vorwort fest, das Barbarossa von den Historikern viel zu lange anhand seiner gesmaten Herrschaftszeits retrospektiv beurteilt worden ist und diese Sichtweise eine Verzerrung darstellt. Seinen Ansatz hält Görich im Laufe seines Werkes konsequent ein und es gelingt ihm dabei absolut überzeugend dem Leser den Menschen und vor allem den Kaiser und Herrscher Friedrich Barbarossa aus seiner Zeit heraus näher zu bringen. Dies macht den besonderen Reiz dieser sehr gelungenen Biographie aus.

Ansonsten ist die sorgsame Darstellung und Abwägung der unterschiedlichen Quellen zu Barbarossa eine der großen Stärken des Buches. Dabei muss Görich allerdings vollständig auf Zeugnisse Driztter zurückgreifen, da der Kaiser weder lesen noch schreiben konnte. Görich widerspricht in seiner Darstellung einigen der bisherigen Sichtweisen zu Barbarossa und zerflückt eine Legenden als Mythen, viele nach Lebensende entstandene Überlieferungen halten seiner sehr kritischen Betrachtung nicht stand. Stets begründet Görich seine Folgerungen und Sichtweisen von Barbarossas Herrschft plausibel und erläutert diese stringent. Stück für Stück baut er das Bild eines mittelalterlichen Herrschers auf, dessen Handeln zutiefst durch die mittelalterliche Vorstellung des adligen Ehrebegriffes und der gegenseitigen Treue geprägt war. Diese Verständnis Barbarossas von Treue und vor allem von Ehre, sei es seine persönliche als Adliger aber auch die Ehre des Kaisers bzw. des Reiches musste stets gewahrt werden und war die Richtschnur für sein Handeln. Ohne das Verständnis der mittelalterlichen Vorstellung von Ehre und Treue ist das Verständnis der gesamten Herrschaft und des Lebens Friedrich Barbarossas nicht möglich. Gerade das Bewusstsein für die persönliche Ehre prägten auch die Auseinandersetzung des Kaisers mit den Päpsten, den oberitalienischen Städten und den Fürsten im Reich. Diesem Ehrbegriff war die politische Bedeutung bestimmter zeremonieller und ritueller Handlungsweisen im Mittelalter geschuldet, besipielsweise in der Kommunikation des Kaisers mit anderen Königen, Adligen oder dem Papst. Die durch und durch geplanten und sorgfältig inszenierten Zeremonien der gegenseitigen Freundschaftsbekundungen, Huldigungen, Unterwerfungen und Bitten um Vergebung werden von Görich als Beispiel der Herschaftspraxis Barbarossas ausführlich dargestellt, wunderbar erklärt und machen es für den Leser nachvollziehbar in welchem politischen und herrschaftlichem Kontext diese zu sehen sind und wie sich praktische Politik damals gestaltete.

Vielfach wirft Görich auch liebgewonnene, unter Bestimmten politischen Strömungen wie in der nationalistisch aufgeladenen Geschichtsschreibung des späten 19. Jahrhunderts und über in späteren Jahrzehnten immer wieder kolportierte Geschichtsbilder über Friedrich Barbarossa über Bord und belegt detailliert, das im dies zur Zeit Friedrich Barbarossas dies nicht so gesehen wurde, wie beispielsweise die Versöhnung mit Papst Alexander III. in Venedig, die er keinesfalls als den Beginn des Abstieges Barbarossas bzw. als Demütigungszeremoniell deutet, wie es bisher bei einigen Biographen der Fall war.

Früher war mein Interesse für mittelalterliche Geschichte eher gering, das die meisten Bücher eher staubtrocken und langweilig waren, mittlerweile ist aber eine Historikergeneration entstanden, die es versteht, interessante, spannende, zugleich sehr lehrreiche und überaus flüssig lesbare Bücher zu schreiben, zu denen ich neben Görich auch Laudage, Weinfurter und Ehlers zähle. Diese sehr gelungene Biographie habe ich geradezu verschlungen und zu keinem Zeitpunkt auch nur den Hauch von Langeweile verspürt. Görich versteht es nicht nur Friedrich Barbarossa als Kind seiner Zeit zu sehen, zu beschreiben und so auch für den Leser historisch richtig einzuordnen, sondern es gelingt ihm auch den Leser bei der Lektüre zu fesseln.

Für mich ist dieses Buch nicht nur ein sehr gelungenes Beispiel für eine Biographie wie sie sein sollte, sondern zugleich auch ein rundum gelungenes Buch.

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