In diesem Buch geht es nicht darum, daß (möglichst) viel passiert , sondern um die (eingefahrene) Situation einer aus dem Osten in den Westen geflohenen Familie in den 60er Jahren, also zu Zeiten des "kalten Kriegs".
Aus der Perspektive der mittleren Tocher wird von der Mutter erzählt, die ihre Kinder und den Vater mit ihrer panischen Angst vor Unfällen und Krankheiten regelrecht terrorisiert. Versuche des Vaters, auszubrechen, scheitern- er kennt nicht einmal jemanden, dem er Witze erzählen kann. Und das, wo doch die Witze im Osten um längen besser waren, als die im Westen.
Auch eine Scheidung, wie sie sich die Kinder in der Hoffnung auf Brathähnchen erhoffen, wird nach mehrmaligen Überlegungen verworfen, stattdessen ist ein Eigenheim der Rettungsanker...
Die Perspektive des jungen Mädchens ist realistisch und glaubhaft erzählt, ihr Ausgeschlossensein unter den "Westkindern" und ihre Ratlosigkeit, was die Probleme ihrer Eltern angeht.
Ähnlich wie in "Das Muschelessen" wiederholen sich einige Sätze "sie sagte, sie würde bestimmt einmal jung sterben" oder Motive wie die "eklige grüne Bohnensuppe".