Kurzbeschreibung
Neben dem Bahnhof der mecklenburgischen Gemeinde Sülstorf befindet sich eine kleine Gedenkstätte für jüdische Opfer des NS-Terrors. 1947 wurden hier 53 Leichen aus einem Massengrab feierlich bestattet. 1951 errichtete die Jüdische Landesgemeinde einen Gedenkstein. Der Friedhof erinnert an die Opfer eines der vielen NS-Verbrechen am Ende des Zweiten Weltkrieges, als für drei Tage ein Zug mit Tausenden von KZ-Häftlingen auf dem Bahnhof Sülstorf stecken blieb. Die Veröffentlichung der Landesfachstelle für Gedenkstättenarbeit in Mecklenburg-Vorpommern beim Politische Memoriale e. V. stellt neue Forschungen zu dieser Gedenkstätte vor. Der Historiker Björn Kooger rekonstruiert die Geschichte des Häftlingstransports vom KZ Beendorf in die Konzentrationslager Wöbbelin sowie Hamburg-Eidelstedt und -Sasel. Die Kulturhistorikerin Beatrice Vierneisel setzt sich mit der widerspruchsvollen Erinnerung an das Ereignis und die Opfer auseinander, die durch mehrere künstlerische Beiträge weit über die Region an Bedeutung gewann. Zum Gedenken der Opfer muss das genaue Wissen über die historischen Tatsachen und Zusammenhänge treten, wenn die Erinnerung nicht mit den letzten Zeitzeugen erlöschen soll. Dafür möchte diese Broschüre einen Beitrag leisten und gleichzeitig auf die kleine, aber eindrucksvolle Gedenkstätte in Sülstorf öffentlich aufmerksam machen.