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Friedensstaat, Leseland, Sportnation? DDR-Legenden auf dem Prüfstand
 
 

Friedensstaat, Leseland, Sportnation? DDR-Legenden auf dem Prüfstand (Broschiert)

von Thomas Großbölting (Hg.) (Autor)
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
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Produktinformation

  • Broschiert: 336 Seiten
  • Verlag: Ch. Links Verlag; Auflage: 1., Auflage (18. September 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3861535432
  • ISBN-13: 978-3861535430
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 123.582 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

War die DDR ein »Friedensstaat«, ein »Leseland«, eine »Sportnation«? Nahm sie zu Recht für sich in Anspruch, ein »Hort des Antifaschismus« zu sein? Gab es wirklich eine Gleichberechtigung von Mann und Frau? Und gehen die Erfolge Finnlands in den jüngsten Pisa-Studien tatsächlich auf eine Kopie des DDR-Bildungssystems zurück? 16 renommierte Autorinnen und Autoren gehen den bis heute wirkenden Legenden der DDR auf den Grund. Sie untersuchen detailliert und ergebnisoffen die Urteile und Vorurteile über den sozialistischen deutschen Staat. Von verschiedenen Disziplinen aus beleuchten sie die einzelnen Gesellschaftsbereiche der DDR und stellen den Meinungen überprüfbare Fakten gegenüber. Ein wichtiger Beitrag zur Versachlichung der Diskussion.


Über den Autor

Thomas Großbölting (Hg.): Jahrgang 1969, Studium der Neueren Geschichte, katholischen Theologie und Germanistik in Köln/Bonn, Münster und Rom; 2005-2007 Leiter der Abteilung Bildung und Forschung bei der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen; 2007 Professor für Geschichte der Neuzeit an der Universität Magdeburg; 2008 German Chair an der Universität Toronto und Gastprofessor am Munk Centre for International Studies; seit 2009 Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Münster (Westfalen). Veröffentlichungen u. a.: Vergangenheit in der Gegenwart. Vom Umgang mit Diktaturerfahrungen in Ost- und Westeuropa (hrsg. mit Dierk Hoffmann), Göttingen 2008; »Im Reich der Arbeit«. Die Repräsentation gesellschaftlicher Ordnung in Industrie- und Gewerbeausstellungen 1790-1913, München 2008; Kommunismus in der Krise. Die Entstalinisierung 1956 und die Folgen (hrsg. mit Roger Engelmann, Hermann Wentker), Göttingen 2008.

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5.0 von 5 Sternen Früher war alles besser!?, 16. November 2009
Von timediver® "Ronald Funck" (Offenbach am Main, Europe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)   
"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten....."
(Walter Ulbricht am 15. Juni 1961)

.....nur knapp zwei Monate später, am 13. August 1961, wurde sie dann doch errichtet und sollte bis zum 9. November 1989 die Stadt Berlin, Deutschland, Europa und die ganze Welt entzweien....

.....20 Jahre später sitzen von der zur "Die Linke" gewandelten und mit der westlichen WASG fusionierten, einstigen "Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands" 76 Abgeordnete im Deutschen Bundestag und eine weitere stattliche Anzahl in 12 Landtagen. In den Bundesländern Berlin und Brandenburg sitzen Vertreter der Partei in rot-roten Koalitionen auf der Regierungsbank. Vielfach vergessen ist, dass der aus dem Saarland stammende Parteivorsitzende sich nach dem Mauerfall gegen eine alsbaldige Wiedervereinigung aussprach und den Zuzug von DDR-Bürgern in die Bundesrepublik administrativ begrenzen wollte. So beauftragte er seine Staatskanzlei mit der Prüfung, ob eine Übersiedlung in den Westen vom Nachweis eines Wohnsitzes und Arbeitsplatzes abhängig gemacht werden könne.....

.....obwohl nun langsam aber sicher "zusammen wächst, was zusammen gehört" mehren sich nicht nur im Zuge einer wehleidigen "Ostalgie" mitunter Stimmen wie "so schlecht war es ja doch nicht", "nicht alles war schlecht", "es gab wenigstens keine Arbeitslosigkeit, keine Neonazis, dafür die Gleichstellung von Mann und Frau, Kindergartenplätze für alle" usw. usw.

Thomas Großbölting hat als Herausgeber Essays von 16 namhaften Professoren, Doktoren und Historikern zusammengefasst,die sich mit einer kritischen retrograden Analyse verklärter DDR-Legenden befassen. Nach einer Einleitung des Herausgebers über die "DDR-Legenden in der Erinnerungskultur und in der Wissenschaft" nimmt sich der Wirtschaftshistoriker und Publizist Dr. Rainer Karlsch in seinem Beitrag "Weltniveau" der Frage "Spitzenleistungen in Technik und Produktion" an. Erneut ist es der Historiker Großbölting, der "Die DDR als Stasi-Staat" mit ihrem Ministerium für Staatssicherheit als Erinnerungsmoment im wiedervereinigten Deutschland und Strukturelement der SED-Diktatur untersucht. Während Dr. phil. Marc-Dietrich Ohse das "Wir haben uns prächtig amüsiert" und das Propagapostulat eines "Staates der Jugend" in Frage stellt, hinterfragt Geschichtsprofessorin Gunilla Budde "Die emazipierte Gesellschaft" mit der angeblichen Gleichstellung von von und Frau.

Christoph Kießmann, Professor für Zeitgeschichte analysiert die "Missmutige Loyalität und schönen Schein" des Arbeiters im "Arbeiterstaat". Dr. Phil. Patrice G. Poutrus befasst sich mit der DDR als "Hort der internationalen Solidarität" und dem Umgang mit Auslländern. Prof. Dr. Hermann Wentker geht mit der Frage "Für Frieden und Völkerfreundschaft" und der DDR als internationaler Akteur sogar noch einen Schritt weiter. Als Gründer einer der ersten Privatverlage im Herbst 1989 kennt sich Christoph Links hervorragend im "Leseland DDR" aus. Dr. Rüdiger Schmidt stellt die Frage nach dem "Sieger der Geschichte" und dem Antifaschismus im "anderen Deutschland". Mit "Der Schein der sozialen Sicherheit" und "Wir bauen Wohnungen" gehen die Historiker Dierk Hoffmann und Stefan zwei Themen an, die häufig als Vorteile des DDR-Systems bemüht werden.

Beispielhaft soll hier das Ergebnis Matthias Roggs vorgestellt werden, der in seinem Beitrag zu dem Ergebnis kommt, dass die "Armee des Volkes" in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem aus vier gründen gescheitert ist: 1. Die völlig überzogene Militärpropaganda. 2. Erbärmliche und bedrückende Dienst-, Arbeits-, und Lebensbedingungen. 3. Die Labilität ihres inneren Gefüges. 4. Das aseptische Verhältnis zur Zivilbevölkerung.

"Von Finnland lernen, heißt von der DDR lernen" ist die Frage, der Dr. Wolfgang Lambrecht nachgeht. Genauer gesagt, ob es eine "wundersame oder wunderliche Wiederkehr eines untergegangenen Bildungssystem". Im letzten Kapitel machen sich die promovierten Soziologinnen Anselma Gallinat und Sabine Kittel Gedanken "Zum Umgang mit der DDR Vergangenheit heute" und ergründen worin ostdeutsche Erfahrungen, Erinnerung und Identität liegen. Am Ende jedes einzelnen Essays gibt es zahlreiche Fußnoten mit Quellenangaben.

"Friedensstaat, Leseland, Sportnation?" ist zwanzig Jahre nach der "Wende" ein von Ideologie freier, und damit objektiver und fairer Check der einstigen "Errungenschaften des Sozialismus";
sehr lesenswert und mit 5 Amazonsternen zu bewerten.
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