Deborah Crombie wird von Kritikern mit Elizabeth George und Martha Grimes verglichen, und dieser Vergleich ist keineswegs an den Haaren herbeigezogen. Man begleitet Superintendent Duncan Kincaid und seine Assistentin Gemma James auf ihre Gedankengänge und Verhöre zur Aufklärung des Mordes an Connor Swann, Schwiegersohn einer namhaften Musikerfamilie und Ehemann der talentierten Malerin Julia Swann. Zwar könnte der Plot noch komplexer sein, und das zu ergründende "Geheimnis", das letztlich zu dem Mord geführt hat, ist in der Romanwelt nicht gerade revolutionär. Aber ich habe mich beim Lesen keine Sekunde gelangweilt: Gut gezeichnete Charaktere, typisch englische Schauplätze und gelungene Dialoge machen dieses Buch zu einem Genuß. Besonders gut gefiel mir das Verhältnis der beiden Aufklärer zueinander. Zwischen Duncan und Gemma besteht eine mehr als kollegiale Sympathie, die am Ende sogar romantisch wird, ohne kitschig oder plump zu wirken. Wenn Deborah Crombie sich noch einen Tick mehr Tiefe und Intensität aneignet, kann sie sich nahtlos in die Riege der ganz großen Krimimeister einreihen.