Breite sterben niemals aus: seit 1998 tot geglaubt, treten Extrabreit noch einmal an die Instrumente.
Kleinbild statt Breitwand?
Als Extrabreit 1998 mit dem Album "Amen" ihren fulminanten Abschied geben wollten, ließen sie weinende Fans zurück. Nicht aber, weil man so traurig über den Abgang war, sondern weil Album und Tour ganz gründlich in die Hose gingen. Sieben Jahre hat sich die Band darauf, abgesehen von einigen Einlagen hier und da zurückgehalten. Auch als Nena ihr Comeback feierte, ertönte, ganz gegen alle Erwartungen, zunächst nichts. Dafür aber jetzt: "Frieden" heißt das Album, schwarzweiß ist das Cover und eine Pistole ist drauf.
Ballerrock und Punk
Viel mehr braucht man eigentlich nicht zu wissen. "Frieden" ist ein Punkrockalbum. Schlicht, ehrlich und ohne Rücksicht auf Klangverluste ins Pult geschrammelt. Songtechnisch fehlt der große Wurf, aber, wer wollte den bei Extrabreit schon erwarten. Stattdessen rechnet der leider stimmlich etwas vergilbte Kay Schlasse alias Kai Havaii in gewohnt politischer Manier humorvoll mit Staat, Gesellschaft und der Welt ab. "Die Multis und der Staat", "Männer ohne Gleichen", "Kein Traum" die obligatorische Ballade "Dies, Das und Jenes", Hand auf's Herz, keiner würde merken, dass dies nicht die Platte nach "Welch ein Land, was für Männer" ist, abgesehen vielleicht vom musikalischen Handwerk. Irgendwie gut so.