Traumhafte Strände, klare Bergluft, erlesene Weine, erhabene Architektur ' das ist Friaul-Julisch Venetien. Zugegeben, würde das Wörtchen Venetien nicht erscheinen, wüsste man nicht, wovon die Rede ist. Das Friuli ist bei weitem nicht so bekannt wie die Toskana oder das Piemont. Und das zu unrecht. Eberhard Fohrer unternimmt nicht nur den Versuch diese Region in den Fokus der potentiellen Besucher zu rücken ' es gelingt ihm auch. Wie?
Er stromert wie ein kleiner Junge umher. Im Unterschied zu dem wissbegierigen Jungen hat er einen Plan. Neun Wanderungen und Touren stellt er liebevoll zusammen und verführt den Leser sofort zum In-Die-Fussstapfen-Treten.
Das Friaul im nordöstlichen Teil des Stiefels grenzt an Slowenien. Triest ist sicherlich jedem ein Begriff, Udine vielleicht dem einen oder anderen Fußballfan. Bei Udinese Calcio spielte jahrelang Oliver Bierhoff. Prodenone, Codroipo und Grado sind nur wenigen bekannt. Bei Aquileia hüpft das Herz eines jeden Geschichtsfreundes höher. Hier schlug einst das wirtschaftliche herz der Adria. 100.000 Einwohner zählte man einst, heute sind es noch 3.500. Teile der beeindruckenden Basilika wurden bereits im 4. Jahrhundert errichtet. Die heutige Form hat sie aber erst im Mittelalter erhalten.
Abwechslungsreich wie die Region Friaul-Julisch Venetien sind auch die Beschreibungen. Mal spannungsgeladene Stadt-Rallye, mal ausgewogenes Wandern vor und durch prächtige Kulisse. Eberhard Fohrer versteht es hervorragend die Vorzüge der Region zu betonen. Er weist auf jedes noch so kleine besichtigungswerte Highlight hin, gibt nützliche Tipps für die Einkehr, berät den Reisenden bei der Auswahl des Nachtlagers. Die Karten sind eine Grundstütze bei jedem Ausflug.
Italien mal anders: Das Friuli bietet für jeden etwas. Leckermäulchen, Wanderer, Städtetouristen, Sonnenanbeter ' hier werden sie bedient. Und vorbereitet werden sie mit diesem Buch, nur mit diesem Buch! Noch einen Appetizer gefällig? Aiello del Friuli. Bekannt ist dieser Ort auch als das Dorf der Sonnenuhren. 50 Sonnenuhren wurden hier in den vergangenen Jahren gebaut und aufgestellt. Diese zeigen nicht nur die Uhrzeit an, sie sind derart liebevoll gestaltet, dass der bloße Anblick schon einen Besuch wert ist.
Das Friaul ist nun endlich aus seinem Dornröschenschlaf erwacht (worden). Dank dieses Buches ist es nicht länger eine weißer Fleck rechts oben in Italien, an der Grenze zu Slowenien.