Das Schlimme am Genre des historischen Romans ist die Tatsache, dass der größte Teil der Verfasser zu glauben scheint, es reiche eine Menge Material über die entsprechende Zeitperiode zu sichten, sich möglichst viele geschichtliche Fakten einzuprägen und schon könne man einen spannenden Roman schreiben. Ein riesengroßer Irrtum!
Wenn der Autor nicht in der Lage ist, lebendige und interessante Charaktere zu schaffen und eine spannende und logische Geschichte zu entwickeln, nutzt alle historische Genauigkeit nichts. Und genau diesem Irrtum ist auch "Freyas Fluch" zum Opfer gefallen. Ingo Gach mag ja studierter Germanist sein und sich eingehend mit der Geschichte Kölns im 2. Jahrhundert nach Christus befasst haben, aber seine Helden bleiben blass und oberflächlich, die Geschichte vorhersehbar und uninteressant. Geärgert hat mich zudem die deutliche Eingenommenheit des Autors für die Chatten, die als wild aber so viel edler und ehrenvoller als die ach so opportunistischen Römer dargestellt werden. Die germanische Aufrichtigkeit und Treue in allen Ehren - zivilisatorisch konnte keiner der Germanenstämme den Römern das Wasser reichen.
Tut mir leid, Freya. Ich gebe dir zwei Punkte für den guten Willen und die historischen Fakten, aber dein Fluch ist schlicht und ergreifend langweilig.