Beim neuesten Buch der Island-Krimi-Reihe um die Kripo Reykjavik schlägt Indridason neue Wege ein: Kommissar Erlendur hat Urlaub, Chefermittlerin ist jetzt Elinborg.
Der Fall ist spannend, reicht wieder einmal etliche Jahre in die Vergangenheit zurück und es ist auch schön, Elinborg mal etwas näher kennen zu lernen. Bislang blieb sie ja eher am Rande. Erlendur und Sigurdur Oli wurden uns ja schon oftmals mit ihren großen und kleinen Problemen vorgestellt. Für mich macht gerade auch dies den Reiz der Indridason-Bücher aus: Nicht nur wird in spannenden Kriminalfällen ermittelt, auch lernt man die Ermittler kennen, erfährt über ihr Leben und auch darüber, dass bei ihnen nicht alles eitel Sonnenschein ist und sie keine unantastbaren Superhelden sind - etwas, was mich schon bei vielen anderen Büchern sehr gestört hat.
Alles in allem wieder ein tolles Buch, das ich in einem Rutsch durchgelesen habe. Aber doch fehlt hier etwas - nämlich Erlendur mit seiner kautzigen Art, seinen schwierigen Familienverhältnissen, seiner teils recht unkonventionellen Art der Ermittlung und, und, und. Er wird in diesem Buch wirklich nur etwa in 4-5 Sätzen erwähnt, leider....
"Frevelopfer" ist ein interessanter Ausflug in das Familienleben von Elinborg. Ich möchte das Buch nicht missen, hoffe aber auch, dass Erlendur künftig nicht gerade dann Urlaub macht, wenn Indridason den Leser mit nach Island nimmt ;-).