'Freunde''..Hier werden Geschichten erzählt, da geht es um Facetten des Lebens, um Eigenheiten von Menschen und um richtig gute Musik, zelebriert von richtig guten Musikern (unter anderem auf einem Steinway Flügel von ca.1910).
Ich war im Vorfeld durchaus skeptisch, obwohl Marc Marshall ja schon mit seinem deutschen Soloalbum 'nimm dir zeit' bewiesen hat, dass er durchaus sehr gute deutsche Stücke schreiben, singen und produzieren kann. Aber Marshall & Alexander Fans sind nun 10 Jahre lang einen gewissen Sound und Stimmgewalt gewöhnt'und das ist es auch, das sie an den Beiden lieben.
Dieses Album zeigt jedoch: Die Zeit war reif für diesen Weg!
Da wurde die Marshall & Alexander Schublade wieder mit etwas ganz Außergewöhnlichem gefüllt' Deutsche, erwachsene, und zugleich auch blumig, verspielte, Texte die Geschichten erzählen. Geschichten, denen man begeistert folgt, weil sie sich so in fast jedem Leben zutragen. Manche mit einem Augenzwinkern, manche mit ganz viel Romantik. Da wird die aktuelle Liebe besungen (Nr.1), die, die daneben gegangen ist, wie so mancher Plan, den man hatte (Nr.2), die, mit der man nicht gerechnet hat, weil man doch eigentlich nur befreundet ist (Nr.3), die bedingungslose, die sich noch nicht erfüllt hat und die man hofft eventuell doch noch leben zu dürfen (Nr.4), die, die man scheinbar nicht genug zu würdigen weiß, weil man einen anderen liebt (Nr.5), die Liebe zu dem kleinen Wesen, dass man voller Staunen im Arm hält ('Stille Stunde' da werd ich glatt, zum sich in den Schlaf singen lassenden, Kleinkind) die, die sich nichts traut (Nr.7), die pubertäre Schwärmerei, die einen völlig unvermutet in einem schlechten Restaurant erwischt, obwohl man diesem Alter längst entwachsen ist (Nr.8), die, die man nicht genug gepflegt hat und die daher im 'Dauerregen' endet, die, die einen scheitern lässt, weil man seinen Traum nicht aufgeben kann/will (Pe Werners 'Leierkastenmann' rockt was das Zeug hält), die, die man einfach 'Glauben' muss, weil es keinen amtlichen Beweis für alles gibt, die Liebe zur Freiheit und danach zu tun was man will (Nr.12) , die Sehnsucht an einem anderen Ort zu sein von dem man nicht weiß, wie weit es bis dorthin ist, und dann noch die 'Erinnerung' die einen reich macht, egal ob man gewinnt oder verliert. Als Zugabe (nach einer langen Pause'nicht abschalten) ein 'Prösterlein''Acapella, Vierstimmigkeit, die nach all den vorherigen Stücken etwas fremd anmutet, aber für die Künstler eine Bedeutung hat und deshalb mit auf's Album kam'.ich finde das irgendwie bodenständig 'und mir gefällt es, denn auch das sind Marshall&Alexander.
Ein 'singer song writer Album' poppig produziert, das an Vielfältigkeit und Musikalität kaum zu überbieten ist, und alle (zumindest meine) Gefühlsebenen bedient'es hat mich zum träumen und weinen gebracht, zum tanzen und laut mitsingen, zum nachdenken, zum abheben und genießen'.und es lässt mich auch nachdem ich es immer wieder gehört habe, noch Neues entdecken. Musik und Texte die man wirklich mehrfach auf sich wirken lassen muss/darf ohne, dass sie langweilen'. die wie von 'Freunde' erwähnt, immer neue Facetten in der Interpretation zulassen, die von mal zu mal in uns wachsen. Musikgenuss nicht nur zum hören, sondern zum fühlen, spüren und nachspüren. Stimmen vom Feinsten, mal ganz groß, mal ganz zurückgenommen und immer berührend.
Schade, dass ich noch bis März warten muss, um es live zu erleben. Die Tour startet im Februar'M&A live, immer zu empfehlen!!! Und bis dahin unbedingt: 'Freunde' im CD-Spieler!!!