Hollywood verstand sich schon immer als die Hochburg der Liebeskomödie - und in den Dreißigern, als das Genre noch Screwball hieß und einige wirkliche Meisterwerke hervorbrachte, stimmte das auch.
Heutzutage sind das im Akkord hergestellte und auf Unterhaltsamkeit getrimmte anthropologische Studien über das Sexualverhalten jugendlicher Großstädter, wie auch in diesem Film. Die Zutaten fürs Standardrezept stimmen: Eine coole Stadt (New York), zwei attraktive und jung-dynamische Sympathieträger (Justin Timberlake und Mila Kunis), die scheinbar mühelos und quasi nebenher einem hippen Beruf nachgehen (Art-Director bzw. Headhunterin) und viel Zeit haben, in ihren schnieken Lofts über den Sinn des Lebens nachzudenken. Laut Hollywood wimmelt es von diesen reizenden Säugetieren in amerikanischen Großstädten, Wirtschaftskrise hin oder her. Soviel zum Thema Realismus. Wie das Drehbuch so will, werden diese beiden frisch Getrennten aufeinander losgelassen, und das Schicksal à la Hollywood nimmt seinen Lauf...
Der Plot schreibt nämlich vor, dass die beiden Hübschen von vorangegangenem Trennungen traumatisiert und beziehungsscheu geworden sind. Dass die beiden weder sonderlich geschockt wirken noch glaubhaft vorgaukeln können, dass Typen wie sie sich mit solch romantischen Kinkerlitzchen die Zeit verplempern, ist da nur noch Nebensache. Denn jetzt zaubern die Drehbuchautoren ein wirklich schwerst angestaubtes Kaninchen aus dem Hut - die beiden entschließen sich, miteinander unverbindlichen, dafür triebabbauenden Sex zu haben - in aller Freundschaft natürlich, doch ohne Liebesgesäusel. Diese nachvollziehbare Logik gab es schon in vielen anderen Filmen und wird durch die zigste Wiederholung auch nicht origineller. Dabei werfen sich die beiden Protagonisten die Bälle in teilweise durchaus erfrischenden Dialogen hin und her, hier ist schon eine gewisse Spielfreude spürbar, die Chemie stimmt offensichtlich zwischen den Akteuren. Wenn es dann allerdings wirklich zur Sache geht, wirkt dieses Machwerk genauso bieder wie jede andere Mainstream-Komödie amerikanischer Machart. Die Sexszenen sind ungemein verklemmt, Geschlechtsverkehr findet in amerikanischen Schlafzimmern anscheinend ausschließlich unter Seidenbettwäsche statt, was den Anblick schmutziger Details erspart. Auch die Dialogzeilen während der Bettszenen sind erstaunlich, hier hat man den Eindruck, zwei Golfspielern zuzuhören ("Weiter links, nein - rechts, jetzt noch etwas höher" etc. pp). Irgendwie hat man das Gefühl, zwei reizenden Tierchen beim Freizeitsport zuzuschauen, und das wirkt einfach nicht sexy. Eine Hippie-Mutter und der schwule Kollege dürfen als Nebenfiguren ebenso wenig fehlen, dank zweier hervorragender Schauspieler (Patricia Clarkson, Woody Harrelson) wirken diese dennoch als Bereicherung.
Insgesamt eine Erotik-Komödie ohne echte Erotik, deren teilweise frechen Dialoge und Anspielungen auf diverse Sexpraktiken dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier ein oberflächliches und letztendlich stockkonservatives Gesellschaftsbild verkauft wird. Jedem Töpfchen sein Deckelchen in der New York-Variante, die geeignete Unterhaltung für einen verregneten Sonntag mit wenig Alternativen oder für emotional schlicht gestrickte, die fest an den Weihnachtsmann und an das Naturgesetz glauben, dass jedes Menschenwesen, das niedlich aussieht, Anspruch auf technisch sauberen Sex und Liebesglück hat.