Im Wiener Freud-Museum wird die Leiche einer amerikanischen Touristin gefunden. Die Journalistin Mira Valensky entdeckt dort den Zettel mit einer Adresse, doch die Bewohner des Hauses geben an, die Tote nicht zu kennen.
Hintergrund der Geschichte sind Ereignisse der Nazizeit: Jüdisches Eigentum wurde beschlagnahmt, konnte zu Spottpreisen erworben werden und verblieb im Familienbesitz, sofern nicht die ursprünglichen Eigentümer ihre Rechte bis zu einer bestimmten Frist geltend machten. Von dieser Frist erhielten aber die meisten der im Ausland lebenden Nachfahren der enteigneten Juden keine Kenntnis.
Eva Rossmann hat es geschafft, einen Krimi zu schreiben, den man leicht lesen kann und in dem der Humor nicht zu kurz kommt, ohne den schweren Hintergrund österreichischer Geschichte und ihrer Nachwirkungen zu verwässern. Dies liegt hauptsächlich an der Protagonistin, die mit Engagement und gleichzeitig Gelassenheit an ihre Reportagen herangeht, deren Recherchen zur Ermittlungsarbeit des Mordfalls werden. Dass Mira bisweilen an der Grenze der Legalität und darüber hinaus handelt, dass sie eher wie eine Privatdetektivin als wie eine Journalistin auftritt, sieht man ihr gerne nach.
Erfreulich ist vor allem, dass ein deutschsprachiger Krimi nicht von Tragik überladen oder peinlich-witzig ist, sondern Lust auf die anderen Bände der Reihe macht.