Kurzbeschreibung
Sein Name: Valentine Michael Smith. Seine Vorfahren: Menschen. Seine Heimat: der Mars. Er ist der einzige Überlebende einer gescheiterten Marsexpedition. Nach irdischem Recht ist er Besitzer des roten Planeten, und er verfügt über das Know-how einer uralten marsianischen Rasse. Er wird umworben und umschwämt, Politiker versuchen ihn ebenso für ihre Zwecke einzuspannen wie geschäftstüchtige Sektenführer. Für Valentine ist die Erde eine völlig fremde und unverständliche Welt - aber als er sie zu begreifen beginnt, beschließt er, sie nach seinen Vorstellungen zu verändern. Und damit beginnt sein Opfergang.
Erstmals in vollständiger, ungekürzter Fassung nach dem Originalmanuskript des Autors redigiert.
Das Meisterwerk des Altmeisters der SF, ein Buch, das innerhalb kürzester Zeit zum Bestseller wurde und Kultstatus erlangte. Dieses Buch, 1962 mit dem HUGO ausgezeichnet, gilt als einer der bedeutendsten SF-Romane aller Zeiten.
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Heinlein ist einer der bekanntesten Sciencefiction-Autoren, und
Stranger in a strange land ist sein bekanntestes Buch, das auf dem Uni-Campus der 60er Kultstatus erlangte. Als es 1961 erschien, brachte der Verlag allerdings nur eine gekürzte -- man könnte auch sagen zensierte -- Version auf den Markt. Die restaurierte Fassung, die Bastei-Lübbe hier vorlegt, wurde erst 1990 veröffentlicht, zwei Jahre nach Heinleins Tod.
Valentine Michael Smith heißt der Mann, der sozusagen vom Himmel gefallen ist. Er kommt vom Mars, der einzige Überlebende einer gescheiterten Mars-Expedition. Er überlebte nur mit Hilfe der "Eingeborenen" -- genau wie Mowgli im Kiplings Dschungelbuch. Nach irdischem Recht ist Smith der Besitzer des roten Planeten und verfügt über das Know-how einer uralten Rasse ebenso wie über Psi-Kräfte: das Groken. Er wird von Frauen umschwärmt, Politiker versuchen ihn ebenso für ihre diversen Zwecke einzuspannen wie geschäftstüchtige Sektenführer. Für Valentine ist die Erde eine völlig fremde und unverständliche Welt, aber als er sie zu begreifen beginnt, mit kräftiger Hilfe eines Zynikers namens Jubal Harshaw, beschließt er, sie nach seinen Vorstellungen zu verändern. Und damit beginnt sein Opfergang -- à la Jesus von Nazareth. Schließlich diskorporiert -- entleibt -- sich Smith. Er kann auch andere diskorporieren, schmerzlos immerhin. Die Entleibung ist nicht mit irgendwelchen Opfern verbunden, sie erfolgt in einem traumartigen Bewusstseinszustand.
Fazit: Leider übernahm auch der Mörder Charles Manson die Idee des Diskorporierens, als er die schwangere Gattin von Roman Polanski, die Schauspielerin Sharon Tate, überfiel und rituell tötete. Wie auch immer, für diejenigen, die das Wesen von Fiktionen verstehen können, bietet die Idee des schmerzlosen Todes eher Fantasy-Aspekte als Sciencefiction-Fakten. So endet ein Buch, das als Sciencefiction-Satire begann, als Wunscherfüllungs-Fantasie -- ein trauriges Ende.
Die Studenten an den Unis der USA in den wilden 60ern goutierten Heinleins libertäre Befürwortung freier Liebe und des Mystizismus. Diese Ansichten äußert im Buch in erster Linie der Groschenromanautor Jubal Harshaw, eine Art Ersatzvater für Valentine und das allwissende Sprachrohr für Heinlein selbst. Von den späten Werken Heinleins -- also nach 1960 und Starship Troopers -- ist Stranger in a strange land wahrscheinlich das lesbarste und unterhaltsamste. Er erhielt dafür 1962 den Hugo-Gernsback-Award der amerikanischen Sciencefiction-Leser. --Michael Matzer