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am 1. Dezember 2009
Nach der Lektüre des Buchs von Petra Bopp weiß man: Diese Aussage, die in vielen Familien die Geschichte des Dritten Reichs entschuldigt, stimmt so nicht. Die Fotos aus privaten Fotoalben, die uns das Buch: "Fremde im Visier" nahebringt, das im Zusammenhang mit der gleichnamigen Ausstellung entstanden ist, zeigen eins deutlich: Die nationalsozialistische Ideologie, deren Propagandisten es durchaus genehm war, wenn Soldaten den Alltag im besetzten Europa "knipsten", hat die Perspektive und damit das Denken und Empfinden der Menschen weit mehr verändert als sie es selbst glauben und lange Zeit wahrhaben wollten. Und es sind nicht die schlimmen Bilder vom Kriegsalltag: Erschießen, Erhängen, Brandschatzen - auch diese sind im Buch zu finden - sondern die bisweilen "schrecklich schönen", weil durchaus ästhetisch komponierten Fotos, die betroffen machen: Die Soldaten in der Pose der Herrenmenschen vor der Akropolis, die Frau, die mit hochgeschürztem Kleid einen Fluß durchschreitet, aber nicht um sich abzukühlen, sondern als lebendiges Minensuchgerät, der farbige Franzose, dessen Foto ein deutscher Soldat mit der Aufschrift versieht: Auch das ein Vertreter der "grande nation". Warum hat ein Soldat, hat mein Mann, mein Vater, mein Bruder, mein Onkel gerade dieses Motiv gewählt? Wie konnte er einen solchen Kommentar unter ein Foto setzen? Diese Fragen dürften nicht nur die Familien beschäftigen, die der Autorin die Fotoalben zur Auswertung und zur Erstellung des Buchs überlassen haben. Manche werden die Männer aus ihrer Familie, die den Krieg als Soldaten erlebten und solche Fotos nach Hause schickten oder mitbrachten, plötzlich in einem anderen, vielleicht sogar unheimlichen Licht sehen; denn der Mensch, den man gut zu kennen glaubte, zeigt plötzlich ein anderes Gesicht, gerät somit wie ein "Fremder ins Visier" derer, die eine völlig neue Seite an ihm entdecken. Dass die Bilder oft eine seltsame Wirkung in den Familien entfalten, zeigt Petra Bopp in ihrem Buch ebenfalls auf. Da werden Fotos herausgerissen, Alben versteckt oder verschwiegen, weil man sich schämt oder die Wahrheit verschweigen will. Es ist ein besonderes Verdienst dieses Buches, dass der Begleittext die Bilder einordnet und erklärt, die Fotos aber im Mittelpunkt stehen und so eine unmittelbare Wirkung auf den Betrachter haben, der so zu seiner eigenen Interpretation finden kann. Gerade dann, wenn das Öffentliche und das Politische privat werden, macht es betroffen und zwar auch noch angesichts einer Geschichte, von der wir doch angeblich schon alles wußten. Ein wichtiges Buch, nicht nur für die Kinder der Kriegsgeneration, sondern vor allem für die Enkel und Urenkel, weil es eindrucksvoll belegt, dass das Gift des Nationalsozialismus bis ins Private wirkte und es deshalb kein richtiges Leben im falschen geben kann. Auch wenn viele es nicht mehr hören können: Die soziologische und psychologische Wirkungsgeschichte des Nationalsozialismus, die auch in die Gegenwart hinein wirkt, beginnen wir wohl erst langsam aufzuarbeiten: Und zwar erst jetzt, wo wir meinen, nahezu alle Fakten kennen.
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am 5. September 2012
Der renommierte Kerber-Verlag hat 2012 einen interessanten Bildband mit dem Titel "Fremde im Visier" herausgebracht. Die Autorin Petra Bopp hat sich in dem vorliegenden Bildband auf eine akribische Spurensuche nach Fotoalben aus dem Zweiten Weltkrieg begeben und diese Soldatenaufnahmen einer eingehenden Untersuchung zugeführt. Frau Bopp als Kunsthistorikerin untersuchte dieses Sujet sehr tief greifend und konnte dabei nur auf wenige Publikationen und Untersuchungen zu diesem Themenkomplex zurückgreifen. Das Thema von privaten Fotos aus dem Zweiten Weltkrieg gelang erstmals nachhaltig ins öffentliche Interesse anlässlich der Wehrmachtsausstellung Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944", bei der auch sehr viele private Fotografien von Soldaten in die Ausstellung gelangten. Der Verdienst von Frau Bopp mit dem hervorragend gearbeiteten Bildband "Fremde im Visier" geht jedoch über die rein historische Bedeutung der Soldaten-Fotoalben aus dem Zweiten Weltkrieg weit hinaus. Ihr Ansatz reicht viel weiter und sie geht ästhetischen Fragen der Bildauswahl- und Bildgestaltung (soweit man überhaupt bei Kriegsbildern von Ästhetik sprechen darf) nach. Dabei stellt sie immer wieder den damaligen Zeitgeist und die Mechanismen der Propaganda in den Fokus ihrer Recherchen und erklärt somit den Leser und Betrachter der einzigartigen Aufnahmen, wie die Gesellschaft -schichtübergreifend - im nationalsozialistischem Deutschland bis hin in den soldatischen Alltag funktionierte. Die Autorin geht hierbei sachlich und wissenschaftlich zu Werke ohne moralisierend den belehrenden Zeigefinger zu heben. Die von ihr getroffene Auswahl der Aufnahmen von der West -und Ostfront des Zweiten Weltkrieges sind ohnehin Mahnung und Verpflichtung genug, nie wieder in solch einer Diktatur auf den Leim zu gehen.

Die gezeigten privaten Aufnahmen von Soldaten sind einzigartige historische Dokumente und der Autorin ist es zudem gelungen, die rasante Entwicklung der Amateurfotografie in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts in einem Kapitel des vorliegenden Buches exakt und kompetent zu beschreiben. Sie weist unter anderem nach, dass im Gegensatz zum Ersten Weltkrieg - in einer Zeit wo die Privatfotografie noch ein sehr teures und aufwändiges Hobby war - bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges der technische Fortschritt in der Amateurfotografie u.a. durch das Aufkommen von Kleinbildkameras von Agfa, Voigtländer, Kodak, Leica und anderen sowie durch verbesserte Filmmaterialien, die Massen begeisterte und die Amateurfotografie einen enormen Auftrieb erfuhr. Die nationalsozialistische Propaganda förderte diese Entwicklung u.a. durch millionenfache Auflage von speziellen Fotoalben für Soldaten deren Einband die Aufschrift trugen "Zur Erinnerung an meiner Dienstzeit". Sie hat auch nachgewiesen, dass Kamerahersteller ganz gezielt mit Werbung für ihre Produkte an die Käuferschicht "Soldaten" herantrat und dokumentiert dies mit entsprechenden Werbeplakaten.

Petra Bopp. Fremde im Visier. Fotoalben aus dem Zweiten Weltkrieg. Kerber Verlag, 2012, 159 Seiten, Text Deutsch, fester Einband.
Rezension: © Willi Wilhelm, Bornheim, September 2012.
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am 11. November 2012
Als Sammler von privaten Kriegsfotoalben habe ich mich sehr über das Erscheinen dieses Bildbands gefreut. Lange genug mussten wir Sammler auf eine würdige Behandlung dieser Thematik in deutscher Sprache warten.

Petra Bopp zeigt mit vielen einprägsamen Bildern und interessanten Kommentaren kaum bekannte Einblicke in den Alltag der Wehrmachtssoldaten. Hinter zunächst harmlos erscheinenden Bildern (Landschaftsbildnern, Gruppenfotos, etc.) konnte Sie anhand von Kontextstudien und Befragungen von ehemaligen Wehrmachtssoldaten und ihren Angehörigen die Einflüsse von Angst, Gewalt, Zerstörung und deutscher Kriegspropaganda aufzeigen. Die Auswahl von Fotosujets und die Zusammenstellung solcher Fotoalben sagen auch sehr viel über die Persönlichkeit des einzelnen Schaffers dieser Werke (Wehrmachtssoldat) aus. So muss man bei jedem privaten Fotoalbum auch "zwischen den Fotos" (zwischen den Zeilen) lesen können, um das Ganze zu verstehen. Dies ist eine richtige Detektivarbeit! Ihre Beobachtungen und Erkenntnisse sind dabei weitestgehend deckungsleich mit meinen eigenen als Sammler von solchen privaten Fotoarchiven. Ich konnte jedoch auch viel Neues dazulernen - insbesondere was die bewusst geförderte Verbreitung und Anwendung der privaten Fotoapparate in den Reihen der Wehrmacht betrifft.

Fazit: Dieser längst überfällige Bildband behandelt auf interessante Weise private Kriegsfotoalben von Wehrmachtssoldaten an den verschieden Fronten im zweiten Weltkrieg und ist allen empfohlen, die sich für diese Thematik interessieren.

Kleine Randbemerkung an alle (angehenden) Sammler von privaten Kriegsfotoalben: Ich denke, dass solche Werke am besten in den Händen der Nachkommmen aufgehoben sind. Man sollte deshalb diese Alben auch nicht aktiv abwerben. Nur wenn keine Nachkommen mehr da sind oder diese die Fotoalben auch wirklich nicht mehr wollen (und so das Risiko besteht, dass sie weggeworfen werden) braucht es Euch Sammler, um dieses kulturelle Erbe für zukünftige Generationen zu bewahren.
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am 27. November 2009
Schöne Fotos. Leider ein bisschen wenig. Ein kurzer Einblick in den Alltag von den Soldaten hinter der Front.
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