Als ich die Rezensionen zu diesem Buch las, war ich hellauf begeistert: endlich mal ein Frauenroman der ein durchgehender Brüller zu sein versprach!
Na ja, ich kann nur sagen, dass ich nicht vor Lachen aus dem Bett gefallen bin wie angekündigt. Es war zwar ein ganz nettes Buch, aber viel zu übertrieben! Was andere Rezensenten nicht weiter zu stören schien, war mir doch irgendwie zu heftig.
Der guten Carolin Schatz (solch doppeldeutiger Namen bedient sich heut scheinbar jeder, der einen hippen Lifestyleroman schreiben will) passiert ja so einiges, was schon nicht mehr lustig ist, weil es total abgehoben klingt. Ok, es kann ja sein, dass sie einen swingerclub mit jeder Menge schräger Typen eröffnet. Wenn sie aber von ihrem Albinofreund Richard erzählt, der ja prinzipiell nur in Taucheranzügen auf die Straße geht oder von ihrer einschlägigen Begegnung mit einer Boa constrictor, fragt man sich doch was das alles soll!
es werden natürlich jede Menge Klischees bedient, die einen solchen Frauenschmöker erst richtig zum Standardwerk verkommen lassen: die Hauptperson hat mindestens einen schwulen Freund (natürlich ihr bester), einen Job im Medienbereich (hier ist's das Radio), trinkt so viel Prosecco, dass sie eigentlich schon Alkoholikerin sein sollte, hat Übergewicht (das kommt ja immer hip) und möchte sich mal einen richtig gemütlichen Fernsehabend machen, wird dann aber von ihren Freunden in irgendeinen Schuppen gezehrt, in dem sie bis vier Uhr nachts (Proseccotrinkend) jede Menge erlebt!
Aber was soll man sagen: so wie Kriminalromane immer einen Mörder und irgendeinen Kommissar haben, so bedient sich Frau von Wolff eben auch an altbewährten Mustern.
Wer Fan von moderner Frauenliteratur ist, kommt hier garantiert auf seine Kosten. Für alle anderen ist es sicherlich ein netter Zeitvertreib, der einige nette Lacher parat hat!